Jugend

Mit Waffen der Kritik ins Semester starten!

Die Wochen des neuen Semesters fangen mit zahlreichen Aktivitäten von Waffen der Kritik an. Ein Infostand am ersten Tag vor der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) fand die Aufmerksamkeit dutzender Erstis.

Mit Waffen der Kritik ins Semester starten!

Studierende der Fakultät für Chemie und Phar­mazie scharen sich um den Info­s­tand von Waf­fen der Kri­tik. Ein Kopf­schüt­teln über einen ihrer Pro­fes­soren macht die Runde: Dr. Klapötke forscht an der LMU, finanziert durch Bun­deswehr und US-Army an ein­er grü­nen Bombe, die zwar Men­schen töten, aber bei den Tests weniger Umweltschä­den anricht­en soll. Die Stick­er, die zu diesem The­ma am Info­s­tand aus­liegen, gehen schnell weg und dürften sich bald an Wän­den und Tis­chen der Chemiefakultät haf­ten­der Beliebtheit erfreuen.

Eine weit­ere Gruppe Studieren­der staunt nicht schlecht, dass nach dem Entwurf der CSU für ein bay­erisches „Inte­gra­tions­ge­setz“ Migrant*innen zu Zwangskursen über „die Werte der frei­heitlich-demokratis­chen Grun­dord­nung“ ver­don­nert wer­den kön­nen – und bei Nichter­scheinen bis zu 50.000 Euro Geld­buße zahlen sollen. In den vie­len Gesprächen am Info­s­tand wird deut­lich, dass ein großer Teil der Studieren­den vom über­all präsen­ten Ras­sis­mus angeekelt ist.

Für eine offene Uni ohne Rassismus und Sexismus

Auch die Entschei­dung des Kon­vents der Fach­schaften, dem höch­sten Studieren­den­gremi­um, auf Druck der Hochschulleitung allen poli­tis­chen Grup­pen den Zutritt zur Uni zu ver­weigern, sorgte für einige Diskus­sio­nen. Wir wollen keine Uni, die nach den elitären, ras­sis­tis­chen und sex­is­tis­chen Vorstel­lun­gen der AfD-Hochschul­gruppe aus­gerichtet ist, deren Rauss­chmiss wir im let­zten Semes­ter erzwin­gen kon­nten. Stattdessen wollen wir einen offe­nen Zugang zur Uni für alle Men­schen unab­hängig von ihrem Bil­dungsab­schluss. Dafür brauchen wir ein Uni­par­la­ment, das die Inter­essen aller Studieren­den und Beschäftigten ver­tritt.

Eben­so set­zen wir uns für eine Uni frei von Sex­is­mus, Homo- und Trans­pho­bie ein. Dies ist ein weit­er­er Grund, weshalb wir die AfD-Hochschul­gruppe nicht an der LMU dulden wer­den: Wir wollen es nicht hin­nehmen, dass Men­schen, die nicht in das het­ero­nor­ma­tive Welt­bild der AfD mit Vater, Mut­ter, Kind passen, sich von ein­er reak­tionären Gruppe an ihrer Uni belei­di­gen und bedro­hen lassen müssen. Wir ste­hen für die Gle­ich­berech­ti­gung von Men­schen jeglich­er geschlechtlich­er Iden­titäten oder sex­ueller Ori­en­tierung.

Waffen der Kritik mit neuer Präsenz auf KlasseGegenKlasse.org

Alle kün­fti­gen Aktiv­itäten von Waf­fen der Kri­tik wer­den als Teil des Net­zw­erkes inter­na­tionaler Tageszeitun­gen auf klassegegenklasse.org einge­bun­den sein.. Die Ein­beziehung von Waf­fen der Kri­tik in die täglich aktu­al­isierte Web­site soll eine höhere Sicht­barkeit der Gruppe ermöglichen, Skan­dale an der Uni und in der Münch­n­er Poli­tik bekan­nt machen, den Kämpfen der Arbeiter*innen und Unter­drück­ten eine Stimme ver­lei­hen und kämpferischen Aktivist*innen eine Plat­tform bieten, von ihren Erfahrun­gen zu bericht­en.

Im Anschluss an den Info­s­tand von Waf­fen der Kri­tik organ­isierten an gle­ich­er Stelle die Gruppe de|con|struct real­i­ty und das Offene Antifa-Tre­f­fen München einen weit­eren Stand, der sich gegen das bay­erische Inte­gra­tions­ge­setz richtete. Daraufhin beteiligten wir uns an ihrer Mobide­mo, die etwa 100 Per­so­n­en anzog und von der LMU durch das Uni­vier­tel zum Karo­li­nen­platz in der Nähe des Stachus zog, von wo sich einige Teilnehmer*innen weit­er in Rich­tung der Anti-Pegi­da-Demon­stra­tion bewegten. Für Sam­stag ist dann die zen­trale Großdemon­stra­tion gegen das Inte­gra­tions­ge­setz geplant, an dem wir neben linken und gew­erkschaftlichen Grup­pen teil­nehmen wer­den. Der Block von Waf­fen der Kri­tik wird dabei in Nähe der Protestieren­den von Refugee Strug­gle for Free­dom laufen, die sich nach drei Wochen Protest­camp am Sendlinger Tor und einem Marsch von München nach Nürn­berg an der Demon­stra­tion beteili­gen wer­den, um gle­iche Rechte für alle einzu­fordern.

Termine zum Semesterauftakt

Wenn Du dich für eine Uni frei von Ras­sis­mus, Sex­is­mus, Trans- und Homo­pho­bie engagieren möcht­est, dann starte mit Waf­fen der Kri­tik in das neue Semes­ter! Fol­gende Aktiv­itäten und Diskus­sion­s­möglichkeit­en gibt es zum Semes­ter­auf­takt:

  • Jeden Don­ner­stag 18 Uhr: Grup­pen­tr­e­f­fen im Kul­turLaden Wes­t­end, Ligsalzstr. 44
  • Don­ner­stag, 20. Okto­ber, 9 Uhr bis 16:30 Uhr: Info­s­tand an der LMU (nicht bei starkem Regen)
  • Sam­stag, 22. Okto­ber, ab 12 Uhr: Großdemon­stra­tion gegen das „Inte­gra­tions­ge­setz“, vor dem Gew­erkschaft­shaus, Schwan­thaler­straße 64
  • Don­ner­stag, 27. Okto­ber 18 Uhr: Auf­tak­t­tr­e­f­fen zum Semes­ter­be­ginn: Gemein­sam gegen Ras­sis­mus, Sex­is­mus, Homo- und Trans­pho­bie. Du willst mit­machen, disku­tieren oder uns ein­fach nur unverbindlich ken­nen­ler­nen? Dann komm vor­bei. Danach gibt es einen gemein­samen Umtrunk. Kul­turLaden Wes­t­end, Ligsalzstr. 44.
  • Zudem machen wir in Zusam­me­nar­beit mit Klasse Gegen Klasse die Ver­anstal­tungsrei­he „Strate­gien gegen den Recht­sruck“, jew­eils im Kul­turLaden Wes­t­end, Ligsalzstr. 44:

  • Don­ner­stag, 03. Novem­ber 18 Uhr: „Das Phänomen Don­ald Trump“
  • Don­ner­stag, 10. Novem­ber 18 Uhr: „AfDisierung Deutsch­land: Das ‘Inte­gra­tions­ge­setz’“
  • Don­ner­stag 24. Novem­ber 18 Uhr: „Türkei: Bona­parte Erdo­gan“

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