Unsere Klasse

Metall-Tarifrunde: Tausende beschäftigte in Stuttgart und Berlin kämpfen für volle acht Prozent

Tausende Kolleg:innen beteiligten sich am Mittwoch und am Donnerstag an den Streiks der IG Metall in Stuttgart und Berlin. Sie machten deutlich, dass sie bereit sind, für die volle Durchsetzung der Forderung zu kämpfen.

Metall-Tarifrunde: Tausende beschäftigte in Stuttgart und Berlin kämpfen für volle acht Prozent
Foto: Simon Zinnstein

Am Mittwoch zogen tausende Beschäftigte aus der Metall-Industrie, darunter von den großen Daimler-Werken sowie verschiedenen Zulieferer-Betrieben durch Stuttgart. In Berlin waren heute morgen über 500 Beschäftigte des Mercedes-Benz Werks und des Schindler Werks in Marienfelde auf der Straße. Die Arbeiter:innen ließen in Gesprächen klar verlauten, dass sie sich auf 24-stündige Streiks vorbereiten und auch gewillt sind, diese durchzusetzen. Sie zeigten sich auch heute in Berlin weiterhin bereit, für ihre Forderungen zu kämpfen.

Nach Stuttgart ist indes auch der Vorstand der IG Metall gereist, um mit dem Arbeitgeberverband Südwestmetall die Verhandlungen fortzuführen. Dabei könnte es bereits heute Abend einen Abschluss für die Metallindustrie in Baden-Württemberg geben, der in den kommenden Tagen und Wochen auch in weiteren Bundesländern zur Anwendung genommen werden könnte. Für die Beschäftigten sind dies jedoch keine guten Nachrichten. Es steht zu befürchten, dass der Vorstand der IG Metall einen Abschluss weit unter den Forderungen aushandelt, mit einer Laufzeit von 18 oder 24 Monaten. Während die IG Metall acht Prozent mehr auf zwölf Monate fordert, waren die Unternehmensverbände bisher nur bereit, eine Einmalzahlung von 3000 Euro ohne prozentuale Erhöhung bei einer Laufzeit von 30 Monaten anzubieten. Dies entspräche gerade mal einem Bonus von etwa vier Prozent eines Facharbeiter:innenlohns – bei einer Inflation von über zehn Prozent.

Die Streiks in Stuttgart, Berlin und anderen Städten haben gezeigt, dass den Beschäftigten ein magerer Abschluss nicht ausreicht. Es braucht jetzt Urabstimmungen für Erzwingungsstreiks, damit die Forderungen voll erkämpft werden können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.