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Madrid: Ein Weihnachten ohne Coca-Cola [mit Video]

Die Arbeiter*innen des Coca-Cola–Werks in Fuenlabrada bei Madrid wünschten sich zu Weihnachten Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und das Ende der Entlassungen. Um auf die Missstände im Betrieb aufmerksam zu machen, veröffentlichten sie ein Video, in denen sie solidarische Menschen dazu auffordern, den Konzern zu boykottieren.

Madrid: Ein Weihnachten ohne Coca-Cola [mit Video]

Seit fast drei Jahren kämpfen die Arbeiter*innen von Coca-Cola im spanis­chen Fuen­labra­da gegen den Konz­ern. Es begann am 24. Jan­u­ar 2014, als die Schließung des dor­ti­gen Werks, zusam­men mit drei anderen im Spanis­chen Staat, verkün­det wurde. Dies hätte die Ent­las­sung von über tausend Arbeiter*innen und damit die Bedro­hung ihrer Exis­tenz bedeutet. Doch die Kolleg*innen in Fuen­labra­da nah­men das nicht ein­fach so hin. Sie beschlossen zu streiken und auf juris­tis­chem Wege gegen die Ent­las­sun­gen vorzuge­hen. Doch obwohl sie einige Kämpfe gewan­nen, wie beispiel­sweise die juris­tis­che Anerken­nung, dass die Ent­las­sun­gen rechtswidrig waren, stellt sich die Klassen­jus­tiz gegen sie. Als die rechtswidrige Demon­tage des Werks im Jan­u­ar 2015 block­iert wurde, schlug die Polizei vier Arbeiter*innen zusam­men und nahm einen fest.

Im Arbeit­skampf beka­men die Kolleg*innen aber auch von vie­len Seit­en Unter­stützung. Arbeiter*innen ander­er Fab­riken, Aktivist*innen und vor allem die Fam­i­lien der Beschäftigten spiel­ten eine wesentliche Rolle. Über Twit­ter und Face­book wur­den große Sol­i­dar­ität­skam­pag­nen geführt, die wesentlich zur Präsenz in der Öffentlichkeit beitru­gen.

Der Kampf ist jedoch, nach drei Jahren, noch immer nicht vor­bei. Der Konz­ern drückt sich vor der Durch­set­zung der Gericht­surteile und erschw­ert den Arbeiter*innen durch mis­er­able Arbeits­be­din­gun­gen ihr Leben.

Hier­auf wollen sie in ihrem neuen Video aufmerk­sam machen: Keine Heizung im Win­ter, bis zu 40 Grad Hitze im Som­mer, prekäre Han­dar­beit, die auch Maschi­nen machen kön­nten, dro­hende Ent­las­sun­gen und befris­tete Arbeitsverträge, Dro­hun­gen seit­ens der Geschäft­sleitung und noch andere unmen­schliche Bedin­gun­gen der Aus­beu­tung.

Die Kolleg*innen deuten darauf hin, dass zynis­cher­weise Coca-Cola das Bild der glück­lichen, weißen Wei­h­nacht ver­mit­teln will, in der natür­lich eine Flasche papp­süßer, schwarz­er Sud nicht fehlen darf. Hierzu bedi­enen sie sich des Wei­h­nachts­man­ns, ein Synkretismus ver­schieden­er kul­tureller Ele­mente christlich­er und skan­di­navis­ch­er Kul­turen, der auf den Markt angepasst eine Mar­ket­ing­fig­ur und ein Sym­bol der Hege­monie des US-Impe­ri­al­is­mus wurde.

Während der impe­ri­al­is­tis­che Konz­ern also ein Bild des weiß-europäis­chen Friedens und der Sol­i­dar­ität ver­mit­telt, macht er in der Prax­is das genaue Gegen­teil: Aus­beu­tung, Repres­sion und Prekarisierung.

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