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LMU München: Wo darfst du mitreden?

Oft kritisieren wir in unseren Artikeln, dass Studierende nichts zu sagen haben an der Uni. Doch wie funktioniert eigentlich die „studentische Mitbestimmung“? Eine Übersicht zum Gremienwald an der LMU.

LMU München: Wo darfst du mitreden?

Die Universität gliedert sich in zentrale Gremien und Fakultäten. An manchen Fakultäten gibt es mehrere Fächer. Für jedes Fach wählst du eine Fachschaftsvertretung. Dort treten meist nur die „Fachschaftsinitiativen” als Listen an, ohne ein bestimmtes Programm, die eigentlich automatisch gewählt werden.

Die Fachschaft wählt wiederum Vertreter*innen in zwei „Konvente“. Einmal gibt es einen solchen Konvent auf der Ebene der Fakultät („Fakultätskonvent“) und einmal auf der Ebene der ganzen Universität, den „Konvent der Fachschaften“. Der Fakultätskonvent wählt dann zwei Vertreter*innen in den Fakultätsrat, das oberste Organ auf Ebene der Fakultät. Der Konvent der Fachschaften wählt zwei studentische Vertreter*innen in den Senat, ein zentrales Gremium der Universität, was sich um akademische Angelegenheiten (z.B. Prüfungsordnungen) kümmert. Er ist aber noch nicht das höchste Gremium der Uni.

Das ist der Hochschulrat, der zum Beispiel die Grundordnung der LMU beschließt und den Präsidenten wählt, momentan Bernd Huber, der sein Amt seit mittlerweile 14 Jahren innehat. In diesem Hochschulrat sind neben fast allen Senatsmitgliedern noch zehn weitere Mitglieder, die der Hochschule überhaupt nicht angehören. Sie kommen unter anderem aus der Wirtschaft wie zum Beispiel ein Vertreter der LfA Förderbank Bayern und werden auf Vorschlag des Bayerischen Wissenschaftsministeriums vom Senat bestätigt.

Klingt alles ziemlich verwirrend. Das ist es auch. Du darfst einmal wählen. Dann vergehen aber noch zwei weitere Wahlen und dann kommen noch Leute in ein Gremium hinzu, die überhaupt nicht gewählt wurden, die aber mitbeschließen. Und mal so nebenbei: Der Konvent der Fachschaften kann außer Partys de facto nichts beschließen. Er darf sich nicht zu allgemeinen politischen Themen äußern. Und er hat letztes Semester auf Druck der Univerwaltung sämtliches studentisches Engagement in Form von Hochschulgruppen ausgeschlossen. Damit ist das oberste studentische Gremium mehr Erfüllungsgehilfe für die bürokratische Unileitung als eigenständige studentische Selbstverwaltung.

Statt der undemokratischen Herrschaft von Präsident Bernd Huber und seinen Gremien wie Hochschulrat, Senat und dem machtlosen Konvent wollen wir ein Uni-Parlament. Hier sollen alle vertreten sein, die hier lernen, lehren und arbeiten. Dort sollten alle wichtigen Entscheidungen getroffen werden, demokratisch legitimiert.

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