Frauen und LGBTI*

Live: Gina-Lisa Kundgebung – Zwischen Tränen und feministischem Hip-Hop

Aktuell versammeln sich vor dem Amtsgericht Tiergarten 200 Menschen, überwiegend Frauen*, und solidarisieren sich mit Gina-Lisa Lohfink.

Live: Gina-Lisa Kundgebung – Zwischen Tränen und feministischem Hip-Hop

Am Mon­tag­mor­gen ver­sam­meln sich vor dem Amts­gericht Tier­garten 200 Men­schen, über­wiegend Frauen*. Die meis­ten von uns kon­nten sich bis vor weni­gen Wochen noch nicht mit Gina-Lisa Lohfink iden­ti­fizieren. Den­noch sind wir hier, um unsere Sol­i­dar­ität mit ihr auszu­drück­en. Während sie sich im Gerichts­ge­bäude mit Vor­wür­fen von falsch­er Verdäch­ti­gung und Machos, die damit prahlen, dass sie das Video ihrer Verge­wal­ti­gung gese­hen haben und es „geil find­en“, auseinan­der­set­zen muss, wur­den vor dem Gericht Ein­stel­lungs­beschei­de von Ankla­gen sex­u­al­isiert­er Gewalt ver­lesen. Immer wieder wird deut­lich, dass Vic­tim Blam­ing nicht nur All­t­ag, son­dern auch Gesetz ist. Nach wie vor wer­den in Deutsch­land sex­uelle Hand­lun­gen gegen den Willen der*des Betrof­fe­nen nicht als Verge­wal­ti­gung, geschweige denn als straf­bar gese­hen.

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Zwis­chen den Rede­beiträ­gen von Betrof­fe­nen, Anwältin­nen und Beratungsstellen wird immer wieder „Nein heißt Nein“ und „Gina-Lisa: Du bist nicht allein“ gerufen. Auch aus dem Gerichtssaal gibt es immer wieder Updates: Jour­nal­is­ten, die deutsche Verge­wal­ti­gungskul­tur „voll witzig“ find­en etc. Draußen wird während­dessen immer wieder betont, dass sich heute hier Men­schen ver­sam­meln, die zwar viele poli­tis­che Dif­feren­zen haben, doch jet­zt ger­ade gemein­sam für das Recht auf sex­uelle Selb­st­bes­tim­mung und gegen Rape Cul­ture kämpfen.

„Auch Silikon­brüste recht­fer­ti­gen keine Verge­wal­ti­gun­gen“, heißt es in einem Rede­beitrag. Für uns alle ist Gina-Lisas Prozess nicht nur ihr Prozess, son­dern unser gemein­samer Kampf. Wir wis­sen, dass wir uns nicht auf den Staat ver­lassen kön­nen, doch wir kön­nen uns auf uns ver­lassen.

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Immer wieder weinen Frauen* bei Erfahrungs­bericht­en und Songs. Nie­mand* wird alleine gelassen, die gesamte Atmo­sphäre der Kundge­bung ist kämpferisch und empow­ernd. Diesen Ort mussten wir uns heute nehmen, um für das Recht auf Selb­st­bes­tim­mung über unsere Kör­p­er zu kämpfen und wir wer­den weit­er­ma­chen, bis wir dafür keine Demos mehr brauchen, son­dern das Konzept von Kon­sens und „nur Ja heißt Ja“ in der gesamten Gesellschaft uneingeschränkt gelebt wird.

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Gina-Lisa Lohfink bedank­te sich per­sön­lich für die Unter­stützung. Laut riefen wir “Du bist nicht allein!”. Dabei wurde ein Aktivist der Rev­o­lu­tionär-kom­mu­nis­tis­chen Jugend von einem Ei getrof­fen. Dieser bil­lige Angriff auf unsere Kundge­bung hält uns nicht davon ab, weit­er laut zu rufen: Nein heißt nein!

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Die Kundge­bung ist noch bis 16:00 Uhr angemeldet und solange wer­den wir auch vor Ort sein.

Gerne kann men­sch noch dazu stoßen:

vor dem Amts­gericht Tier­garten, U‑Bhf Turm­straße

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One thought on “Live: Gina-Lisa Kundgebung – Zwischen Tränen und feministischem Hip-Hop

  1. simon sagt:

    und dann machen Arschlöch­er wie Atze Schröder darüber noch witze! Aber nein, es gibt ja keine Verge­wal­ti­gungstra­di­tion in deutsch­land. Alles klar…
    https://www.youtube.com/watch?v=UD5Vsxr75ps

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