Kriegsprofiteur TotalEnergies: Plus von 1 Milliarde Dollar durch Angriff auf Iran

06.04.2026, Lesezeit 5 Min.
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Foto: HJBC /Shutterstock

Während der Krieg die Preise in die Höhe treibt, enthüllt die Financial Times, dass "TotalEnergies" durch massive Ölkäufe im Vorfeld des imperialistischen Angriffs auf den Iran Rekordgewinne eingefahren hat. Eine Strategie, die zeigt, wie die "Krise" zu einer Chance für die Aktionäre wird – zum direkten Nachteil der Verbraucher und Arbeitnehmer.

Die Krise ist nicht für alle eine Krise. In einem Artikel enthüllt die britische Wirtschaftszeitung The Financial Times, dass es dem französischen Giganten TotalEnergies gelungen sein soll, dank einer im März begonnenen Spekulationsoperation mehr als eine Milliarde Dollar (868 Millionen Euro) einzustreichen. Laut Adi Imsirovic, Dozent für Energiesysteme an der Universität Oxford, „handelt es sich möglicherweise um die größte Position, die jemals in der Geschichte der Ölmärkte eingenommen wurde“.

Das Unternehmen soll tatsächlich die Ladung von 70 Öltankern (etwa 34 Millionen Barrel) aus Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten gekauft haben, die über Transportwege um die Straße von Hormus herum verfügen. Es handelt sich um die beiden einzigen Öl produzierenden Länder im Nahen Osten neben dem Iran, die über einen direkten Zugang zum Indischen Ozean verfügen. Dieser Kauf des Unternehmens ist mehr als doppelt so hoch wie die Käufe im Februar.

Es handelt sich hierbei um eine Operation mit einem einfachen Ziel: einen Teil des geförderten Öls umzuleiten und zu lagern, ohne es zu verkaufen, bis die Preise infolge der Blockade der Straße von Hormus und der Bombardierungen von Öl- und Gasinfrastrukturen im Nahen Osten in die Höhe schnellen. Das ermöglicht dem Unternehmen nun, die Differenz zwischen Verkaufspreis und Produktionskosten künstlich in die Höhe zu treiben.

Die 1 Milliarde Dollar, die das Unternehmen aus dieser Operation generieren konnte, fallen nicht vom Himmel – es handelt sich ganz konkret um einen Geldtransfer von den Verbrauchern zu den Aktionären von Total, die von einem imperialistischen Krieg profitieren, um auf Versorgungsengpässe zu spekulieren und so die Preise weit über den durch den Krieg verursachten Schock hinaus in die Höhe zu treiben.

Die Financial Times hebt in ihrem Artikel insbesondere diese Finanztransaktion hervor, doch Total profitiert auf vielfältige andere Weise von der Krise. Das Unternehmen, das den neokolonialen Einfluss Frankreichs nutzt, um eine zentrale Rolle bei der Ausbeutung von Kohlenwasserstoffen in zahlreichen afrikanischen Ländern (Gabun, Mosambik, Kamerun, Republik Kongo, Senegal, Uganda usw.) einzunehmen, ist in der Tat proportional weniger betroffen als andere multinationale Konzerne, deren Aktivitäten stärker im Nahen Osten verankert sind. Dennoch sind seine Preise auf ein ähnliches Niveau wie die dieser anderen Unternehmen gestiegen. Da seine Kosten weniger steigen, seine Preise aber genauso stark steigen, fließt die Differenz – die, wie wir uns erinnern sollten, direkt aus der Tasche der Arbeiter:innen kommt – in die Gewinne des Unternehmens.

Die Großkapitalisten machen da keinen Fehler: Während zwischen dem 27. Februar (dem Vorabend des israelisch-US-amerikanischen Angriffs auf den Iran) und diesem Mittwoch, dem 1. April, die Aktien der CAC40-Unternehmen im Durchschnitt knapp 7 % ihres Wertes verloren haben, sind die von TotalEnergies im gleichen Zeitraum um fast 19 % gestiegen. Wenn man bis zum 2. Januar zurückblickt, dem Vorabend der imperialistischen Operation der USA gegen Venezuela, welches ebenfalls ein sehr großer Erdölproduzent ist, stellt man fest, dass der Aktienkurs von Total innerhalb von drei Monaten um 40 % gestiegen ist! Während der Krieg die Arbeiter:innen belastet – mit explodierenden Benzinpreisen und einer allgemeinen Inflation –, können sich die großen Ölkonzerne und ihre Aktionäre ihrerseits über die imperialistischen Massaker der USA und Israels freuen.

Während Total Rekordgewinne einfährt, indem es aus den Ängsten profitiert, die durch die imperialistischen Bestrebungen geschürt werden, fordern die Regierungen die unteren Schichten dazu auf, den Gürtel enger zu schnallen und ihren Alltag umzukrempeln, um der „Krise“ zu begegnen. So hat der EU-Energiekommissar Dan Jørgensen insbesondere am Dienstag, dem 31. März, die EU-Bürger dazu aufgerufen, von zu Hause aus zu arbeiten und ihren Auto- und Flugverkehr einzuschränken.

Die Großbourgeoisie und ihre politischen Sprachrohre versuchen um jeden Preis, die aktuelle Situation als „Energiekrise“ darzustellen. In Wirklichkeit ist der Anstieg der Ölpreise eine bewusste Politik der Großkapitalisten, um sich auf Kosten der Arbeiter:innen noch weiter zu bereichern. Es ist daher dringend notwendig, ein Programm und eine Strategie zu entwickeln, um dem Widerstand zu leisten. In dieser Hinsicht weist die Erklärung der CGT Total, die insbesondere eine sofortige Senkung und Begrenzung der Preise auf 1,50 €/l sowie vollständige Transparenz bei den Gewinnen fordert, den Weg. Jetzt ist es an der Zeit, eine Mobilisierung aufzubauen, die Arbeitnehmer:innen des Sektors und Verbraucher vereint, um nicht nur diese Forderungen durchzusetzen, sondern auch die Kopplung der Löhne an die Inflation und die Verstaatlichung von Total unter Arbeiterkontrolle.

Dieser Artikel erschien zunächst am 1. April in Révolution Permanente.

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