Katalonien: Dritter Tag von Massenmobilisierungen und brutaler Polizeirepression

17.10.2019, Lesezeit 3 Min.
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Tausende von Menschen mobilisierten sich gestern wieder gegen die brutale Repression der katalanischen Polizei Mossos d'Esquadra.

Am dritten Tag in Folge fanden gestern in Katalonien zahlreiche und massive Demonstrationen gegen das Urteil des Obersten Gerichtshofs und gegen die Repression statt.

In Barcelona ist die Massendemonstration wieder einmal Schauplatz einer brutalen Repression durch die Mossos d’Esquadra geworden.

Die Demonstration, zu der die “Komitees zur Verteidigung der Republik” (CDR) aufgerufen hatten, begann um 19:30 Uhr vor der Conselleria d’Interior, dem katalanischen Innenministerium, wo tausende Menschen den Rücktritt des Ministers Manel Buch gefordert haben.

Nach einer kurzen Aktion mit Toilettenpapierwürfen haben die Mossos begonnen, tausende Menschen anzugreifen und Flashballs (eine Art besonders gefährliche Gummigeschosse) abzufeuern.

Die Polizei zerstreute die Mobilisierung mit Gewalt, indem sie sich zuerst durch die Straßen in der Nähe der Conselleria und dann in andere Teile der Stadt ausbreitete, wie es auch während der Repression am Vortag geschah.

Während der Polizeiangriffe wurden verschiedene Menschen verletzt, sowohl wegen der Repression als auch wegen der entstehenden Massenpanik.

Ein besonders schreckliches Beispiel für brutale Repression in Katalonien fand in Tarragona statt: Ein Demonstrant wurde von einem LKW der Mossos d’Esquadra überfahren. Der Mann musste ins Krankenhaus gebracht werden, nachdem er am Unfallort medizinische Hilfe erhalten hatte.

Hunderte von Menschen haben improvisierte Straßenbarrikaden angesichts der brutalen Repression aufgebaut, die in verschiedenen Teilen der Stadt bis weit in die Nacht andauerte.

Die Regierung der Generalitat steht weiterhin an vorderster Front der Repression, mit den Mossos an der Spitze, gegen Tausende und Abertausende von Menschen, die protestieren. Am selben Nachmittag erklärte Innenminister Buch selbst in einer Pressekonferenz, dass für heute „neue Gewaltausbrüche zu erwarten sind und die Mossos d’Esquadra weiterhin die öffentliche Sicherheit gewährleisten werden“. Eine klare Warnung für die Tausenden von Menschen, die nach drei Tagen Protesten weiterhin demonstrieren.

Trotz der Drohungen des Conseller d’Interior sind die Mobilisierungen gegen das Urteil des Obersten Gerichtshofs und gegen die Repression in ganz Katalonien nach wie vor massiv.

Für den Freitag wurde von den alternativen Gewerkschaften IAC und Intersindical-CSC ein Generalstreik ausgerufen wurde. Obwohl die Mehrheitsgewerkschaften nicht zum Streik aufrufen, fürchtet die Regierung, dass es die große Gefahr einer Massenbewegung auf den Straßen gibt.

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