Geschichte und Kultur

Karl Kautsky: Vom Papst zum Renegaten

In den letzten Jahren hat das Interesse an Karl Kautskys Politik sowohl an den Hochschulen als auch in der politischen Linken wieder stark zugenommen. Gastautor Doug Greene zeichnet in Left Voice die Entwicklung des "Papsts des Marxismus" nach.

Karl Kautsky: Vom Papst zum Renegaten

Eduard Bern­stein und Karl Kaut­sky, 1910

Auf dem Höhep­unkt der Zweit­en Inter­na­tionale wurde Karl Kaut­sky für seine Ver­bre­itung und Sys­tem­a­tisierung marx­is­tis­ch­er Ideen von Sozialist*innen und Anti-Sozialist*innen gle­icher­maßen als der „Papst des Marx­is­mus“ betra­chtet. Die großen Namen dieser Tage sucht­en Rat bei ihm, seien es Rosa Lux­em­burg, Leo Trotz­ki, W. I. Lenin oder Eugene Debs. Da Kaut­sky eine solch maßge­bliche Stimme des Marx­is­mus war, war sein fol­gen­der Ver­rat so tief, dass es späteren Kommunist*innen vergeben wer­den kann, fälschlicher­weise zu glauben, sein Vor­name sei „Renegat“, wie Lenin ihn ver­bit­tert genan­nt hat­te. Obwohl Kaut­sky in den Nach­we­hen der Rus­sis­chen Rev­o­lu­tion in Vergessen­heit geri­et, hat sich das Inter­esse an sein­er Poli­tik in den let­zten Jahren sowohl an den Hochschulen (namentlich durch den Wis­senschaftler Lars Lih) als auch in der poli­tis­chen Linken wieder ver­stärkt. Dies wirft die Frage nach der Bedeu­tung von Kaut­skys ortho­dox­em Marx­is­mus auf und danach was, wenn über­haupt, eine erneuerte rev­o­lu­tionäre Linke von ihm übernehmen sollte.

Kautskys Orthodoxie

Karl Kaut­sky wur­den 1854 in Prag geboren und schloss sich als Stu­dent Mitte der 1870er der sozial­is­tis­chen Bewe­gung an. Sein Auf­stieg in die Promi­nenz begann allerd­ings erst, nach­dem er nach Deutsch­land gekom­men und der Sozialdemokratis­chen Partei Deutsch­lands (SPD) beige­treten war. 1883 wurde Kaut­sky zum Her­aus­ge­ber von Die Neue Zeit, der wichtig­sten the­o­retis­chen Zeitschrift der SPD, bes­timmt, für die er über zahlre­iche the­o­retis­che, his­torische und poli­tis­che The­men schrieb. Bis 1891 war Kaut­skys Anse­hen unter Sozialist*innen so sehr gestiegen, dass er aus­gewählt wurde, das Erfurter Pro­gramm der SPD mitzuschreiben, eben­so wie seinen bekan­nten Kom­men­tar darüber, bekan­nt als Der Klassenkampf.

Das Erfurter Pro­gramm und Kaut­skys darauf­fol­gen­den Werke haben das Ver­ständ­nis der SPD von der marx­is­tis­chen Ortho­dox­ie sys­tem­a­tisiert. Nach Kaut­sky wür­den die Wider­sprüche des Kap­i­tal­is­mus let­z­tendlich zu einem Zusam­men­bruch des Sys­tems führen. Der Kap­i­tal­is­mus bringe die Akku­mu­la­tion, Zen­tral­isierung und Konzen­trierung des Kap­i­tals, das Anwach­sen der Arbeiter*innenklasse und tiefer wer­dende Spal­tun­gen zwis­chen der Bour­geoisie und dem Pro­le­tari­at mit sich. Let­z­tendlich wür­den die Pro­duk­tionsver­hält­nisse aufhören, die Entwick­lung der Pro­duk­tivkräfte zu unter­stützen und dies würde den Aus­bruch der sozial­is­tis­chen Rev­o­lu­tion ein­leit­en.

Für Kaut­sky war es die Auf­gabe der Sozialdemokratie, die Arbeiter*innen darüber aufzuk­lären, dass ihre Ret­tung nicht im Kap­i­tal­is­mus, son­dern nur im Sozial­is­mus gefun­den wer­den kann. Um diese Auf­gabe zu erfüllen, müsse die Sozialdemokratie nicht nur Anführerin der Arbeiter*innen sein, “son­dern sämtlich­er arbei­t­en­der und aus­ge­beuteter Schicht­en, also der großen Mehrheit der Gesamt­bevölkerung, (…) dessen, was man gewöhn­lich „Volk“ nen­nt. Wir haben bere­its gese­hen, daß das indus­trielle Pro­le­tari­at die Ten­denz hat, schließlich zur einzi­gen arbei­t­en­den Klasse zu wer­den.” [1] Es sei die große Auf­gabe der Sozialdemokratie, die marx­is­tis­che The­o­rie mit der Bewe­gung der Arbeiter*innenklasse zu vere­inen, um sie zum endgülti­gen Sieg zu führen: „Der Sozial­is­mus als Dok­trin hat seine Wurzeln, wie der Klassenkampf des Pro­le­tari­ats, in den wirtschaftlichen Beziehun­gen der Neuzeit, und wie let­zter­er entste­ht er aus dem Kampf des Pro­le­tari­ats gegen Armut und Elend der Massen, die der Kap­i­tal­is­mus her­vor bringt.“ [2] Kaut­sky war davon überzeugt, dass das Pro­le­tari­at ohne die Verbindung der Arbeiter*innenbewegung mit der rev­o­lu­tionären Sozialdemokratie nur für alltägliche Refor­men kämpfen würde, während der Sozial­is­mus eine frucht­lose Diskus­sion unter Intellek­tuellen bliebe.

Es war Kaut­skys marx­is­tis­che Ortho­dox­ie, mit ihrem Glauben, dass der Sozial­is­mus unauswe­ich­lich sei, die eine Gen­er­a­tion von Sozialist*innen von den Vere­inigten Staat­en Amerikas bis ins Rus­sis­che Reich, formte.

Die revisionistische Häresie

Kaut­skys Marx­is­mus blieb inner­halb der SPD nicht unange­focht­en. 1896 bis 1898 schrieb Eduard Bern­stein eine Rei­he von Artikeln, die erörterten, die Zeit wäre gekom­men, die marx­is­tis­che The­o­rie zu über­ar­beit­en. Dies lief darauf hin­aus, die sozial­is­tis­che Rev­o­lu­tion als Ziel aufzugeben, und die SPD aufzu­rufen, alle Anstren­gun­gen in das Streben nach Refor­men zu steck­en und die Per­spek­tive ein­er gesellschaftliche Umwälzung fall­en zu lassen.

Diese revi­sion­is­tis­che Her­aus­forderung durch Bern­stein bedro­hte das kom­plette Gebäude von Kaut­skys Ortho­dox­ie und die Daseins­berech­ti­gung der SPD. Kaut­skys Antwort bestärk­te seine wesentlichen Posi­tio­nen in Bezug auf Klassen­po­lar­isierung, den Unter­schied zwis­chen Refor­men und Rev­o­lu­tion und die Notwendigkeit ein­er Machter­oberung. Dies stellte die Führung der SPD weit­ge­hend zufrieden, die 1899 und 1901 zweimal gegen Bern­steins Revi­sion­is­mus stimmte.

Jedoch zeigten sich langsam Risse an den Näht­en von Kaut­skys Marx­is­mus. Seine Ortho­dox­ie kon­nte ver­wen­det wer­den, um die Ver­gan­gen­heit zu erk­lären und eine glo­r­re­iche Zukun­ft vorherzusagen, doch sie half wenig in den aktuellen Kämpfen. Kaut­sky neigte im Hier und Jet­zt zu Fatal­is­mus und Pas­siv­ität. Er set­zte sich dafür ein, die SPD möge ihre Kräfte durch eine “Ermat­tungsstrate­gie” sam­meln, durch eine Stärkung ihres Appa­rats und das Gewin­nen von Stim­men, bis zum Erre­ichen ein­er par­la­men­tarischen Mehrheit. In der Prax­is unter­schied sich das kaum von dem, was die Revisionist*innen befür­worteten. Trotz allem, was Kaut­sky vielle­icht glaubte, trat der Sozial­is­mus als Ziel in den Hin­ter­grund. An ein­er Stelle erk­lärte er sog­ar: “Die Sozialdemokratie ist eine rev­o­lu­tionäre, nicht aber eine Rev­o­lu­tio­nen machende Partei.” [3]

Dem prak­tis­chen Sieg des Revi­sion­is­mus inner­halb der SPD wollte sich Kaut­sky nicht stellen, da er ihn als ein weit­ge­hend the­o­retis­ches, nicht aber ein organ­isatorisches Prob­lem betra­chtete. Für Kaut­sky und andere ortho­doxe Marxist*innen war die Ein­heit der SPD etwas, das um jeden Preis aufrechter­hal­ten wer­den musste. Der mächtige Appa­rat der SPD, Mil­lio­nen von Stim­men und die Unter­stützung der Gew­erkschaften seien ein Zeichen der bevorste­hen­den sozial­is­tis­chen Zukun­ft. Tat­säch­lich glaubte er sog­ar, die Ein­heit der SPD wäre gle­ichzuset­zen mit der Ein­heit der Arbeiter*innenklasse. Für ihn war nicht ein­mal wichtig, dass alle Mit­glieder der Partei eine gemein­same marx­is­tis­che Weltan­schau­ung hat­ten: „Man kann ein guter Genosse sein, ohne an eine mate­ri­al­is­tis­che Sichtweise der Geschichte zu glauben, aber man kann in kein­er Weise ein guter Genosse sein, wenn man sich nicht den Kon­gressen der Partei fügt.“ [4] Alle the­o­retis­chen Dif­feren­zen kön­nten, egal wie ern­sthaft, inner­halb der Partei gelöst wer­den.

Dieser Traum von der Ein­heit der Partei und Kaut­skys his­torisches Schema wür­den die prak­tis­che Her­aus­forderung durch Krieg und Rev­o­lu­tion jedoch nicht über­ste­hen.

Die bolschewistische Herausforderung

1905 brach die Rev­o­lu­tion in Rus­s­land aus und Kaut­sky bot strate­gis­chen Rat über das weit­ere Vorge­hen an. Kaut­sky verärg­erte die gemäßigteren Men­schewi­ki (die seine Ortho­dox­ie teil­ten), indem er sich dafür ein­set­zte, dass Arbeiter*innen die Rev­o­lu­tion anführen soll­ten, statt sich der Bour­geoisie unterzuord­nen. Kaut­sky verkün­dete: „Das Zeital­ter der bürg­er­lichen Rev­o­lu­tio­nen, also Rev­o­lu­tio­nen, in denen die Bour­geoisie die führende Rolle hat­ten, sind in Rus­s­land vor­bei. […] Sobald das Pro­le­tari­at als unab­hängige Klasse mit unab­hängi­gen rev­o­lu­tionären Zie­len entste­ht, hört das Bürg­er­tum auf, eine rev­o­lu­tionäre Klasse zu sein.“ [5] Es ist kein Wun­der, dass sowohl Lenin als auch Trotz­ki Kaut­skys Posi­tion als Unter­stützung ihrer eignen sahen.

Dass Kaut­sky sowohl von Trotz­ki als auch von Lenin für sich beansprucht wer­den kon­nte, zeigt die Dop­peldeutigkeit sein­er Posi­tion. Zum einen befür­wortete Kaut­sky nicht die per­ma­nente Rev­o­lu­tion (die demokratis­che Rev­o­lu­tion, die sich zu ein­er sozial­is­tis­chen entwick­elt), wie Trotz­ki es tat. Wie Kaut­sky sagte: „Deswe­gen scheint es undenkbar, dass die aktuelle rus­sis­che Rev­o­lu­tion bere­its zu ein­er Ein­führung ein­er sozial­is­tis­chen Pro­duk­tion­sweise führt, auch wenn sie die Sozialdemokratie vorüberge­hend an die Macht brin­gen sollte.“ [6] Während Lenin und Trotz­ki davon aus­gin­gen, der Zaris­mus könne nicht ohne bewaffneten Kampf gestürzt wer­den (was sie dazu brachte, den Dezem­ber­auf­s­tand in Moskau zu bejubeln), behauptete Kaut­sky: „Die Rev­o­lu­tion muss durch Mit­tel des Friedens erfol­gen, nicht des Krieges.“ [7]

Den­noch sah sich Kaut­sky in diesen Debat­ten auf der Linken und hoffte, die Rus­sis­che Rev­o­lu­tion würde die SPD erneuern. Die Parteibürokratie blieb unbe­weglich und set­zte ihren kon­ser­v­a­tiv­en Kurs fort. Kaut­sky begrub alle Bedenken und nahm diesen Stand der Dinge an. Immer­hin spielte die SPD die Rolle, die Kaut­sky ihr zugewiesen hat­te. Als Ver­fechter der Ein­heit der Partei weigerte er sie zum wieder­holten Mal, einen anderen Kurs zu ver­fol­gen. Aus diesem Grund verurteilte er Rosa Lux­em­burgs „rebel­lis­che Ungeduld“, als sie dafür plädiert hat­te, die SPD solle Massen­streiks ein­set­zen, um bedeut­same Refor­men zu gewin­nen. Sie wolle den Sozial­is­mus erre­ichen, indem sie den Lauf der Geschichte erzwinge und objek­tive Schranken ignoriere. [8] Kaut­sky wartete zuver­sichtlich auf den Sozial­is­mus, da er glaubte, die Geschichte sei auf der Seite sein­er Partei.

Die Prüfung des Krieges

Mit dem Aus­bruch des Ersten Weltkriegs zer­brach Kaut­skys gesamtes Sys­tem. Die SPD ignori­erte ihre feier­lichen inter­na­tion­al­is­tis­chen und Antikriegsver­sprechen und unter­stützte die Kriegsanstren­gun­gen des Kaisers. Wie Kaut­sky im Rück­blick sagte: „Es ist verblüf­fend, dass keinem von uns Anwe­senden in den Sinn gekom­men war zu fra­gen: Was tun, wenn Krieg aus­bricht? Welche Hal­tung soll­ten die sozial­is­tis­chen Parteien in diesem Krieg ein­nehmen?“ [9] Kaut­sky kon­nte der SPD keinen rev­o­lu­tionären Weg im bluti­gen Mahlstrom bieten. Stattdessen bot er „linke“ Ratio­nal­isierun­gen für die kriegs­fre­undlichen Posi­tio­nen der SPD an, die dazu führten, dass die Partei sich öffentlich gegen Streiks von Kriegsgegner*innen stellte und sich sog­ar an der Fes­t­nahme der rev­o­lu­tionären Gewerkschaftsführer*innen, die die Streiks organ­isierten, beteiligte. So war Kaut­sky zu dieser kri­tis­chen Stunde poli­tisch macht­los. Internationalist*innen wie Karl Liebknecht oder Rosa Lux­em­burg riefen dage­gen zu rev­o­lu­tionärem Han­deln gegen den Krieg auf.

Auch wenn Lenin Kaut­skys Oppor­tunis­mus im Angesicht des Krieges angeprangert hat­te, wurde Kaut­sky erst nach der bolschewis­tis­chen Rev­o­lu­tion zum „Abtrün­ni­gen“. In Ter­ror­is­mus und Kom­mu­nis­mus verurteilte Kaut­sky in unmissver­ständlichen Worten die bolschewis­tis­che Rev­o­lu­tio­nen dafür, eine Min­der­heits­dik­tatur im Stile der Jakobin­er zu erricht­en, die die bürg­er­lichen demokratis­chen Nor­men ver­let­zte. Obwohl die Sow­je­tre­pub­lik gegen Konterrevolutionär*innen um ihr Über­leben kämpfte, nah­men sich sowohl Lenin als auch Trotz­ki die Zeit, auf die Ver­leum­dun­gen ihres ehe­ma­li­gen Men­tors zu antworten. Lenin beschuldigte Kaut­sky, den Marx­is­mus seines rev­o­lu­tionären Inhalts beraubt und ihn in etwas ver­wan­delt zu haben, das auch für Lib­erale akzept­abel war.

Trotz­ki sagte: „Nach­dem er sich von der rev­o­lu­tionären Dik­tatur los­ge­sagt hat, löst Kaut­sky die Frage der Eroberung der Macht durch das Pro­le­tari­at in die Frage der Eroberung der Stim­men­mehrheit durch die Sozialdemokratie während ein­er der zukün­fti­gen Wahlkam­pag­nen auf. […] Der Fetis­chis­mus der par­la­men­tarischen Mehrheit ist eine grobe Los­sa­gung nicht nur von der Dik­tatur des Pro­le­tari­ats, son­dern auch vom Marx­is­mus und von der Rev­o­lu­tion über­haupt.“ [10] Der marx­is­tis­che Papst war zu einem Abtrün­ni­gen gewor­den, der alles ver­rat­en hat­te, das er zu glauben behauptete.

Das Urteil

Auch wenn Kaut­sky bis zu seinem Tod 1938 seine marx­is­tis­che Ortho­dox­ie verkün­dete, blieb er im poli­tis­chen Leben eine Rand­fig­ur, von Sozialdemokrat*innen und Kommunist*innen gle­icher­maßen ignori­ert. Seine Ortho­dox­ie war let­z­tendlich ent­lang ihrer Nähte zer­ris­sen. Er kon­nte keine brauch­bare Antwort auf den Auf­stieg des Faschis­mus geben, die über dessen Betra­ch­tung als einen Irrweg im unver­mei­dlichen Lauf der Geschichte hin­aus­ging. Dies kon­nte den SPD-Mit­gliedern, die in Nazige­fäng­nis­sen dahin­siecht­en, nur ein schwach­er Trost sein. Seine let­zten Jahre ver­brachte er damit, the­o­retisch ver­armte Werke über den Marx­is­mus und boshafte anti-kom­mu­nis­tis­che Trak­tate zu ver­fassen.

In seinem Nachruf bemerk­te Trotz­ki freimütig: “Wir gedenken Kaut­skys als unseres alten Lehrers, dem wir sein­erzeit viel zu ver­danken hat­ten, der sich aber von der pro­le­tarischen Rev­o­lu­tion los­sagte und von dem wir uns fol­glich los­sagen mußten.” [11] Der jün­gere Kaut­sky leis­tete durch die Ver­bre­itung marx­is­tis­ch­er Ideen einen unbezahlbaren und notwendi­gen Beitrag, doch let­z­tendlich erwiesen sich seine the­o­retis­chen und organ­isatorischen Schwächen als sein Verder­ben. In entschei­den­den Momenten, als die Lage Kaut­sky zum Han­deln zwang, bestand er diese Prü­fung nicht. Let­z­tendlich kon­nte Kaut­skys Marx­is­mus keinen prak­tis­chen rev­o­lu­tionären Weg hin zu großen Erschüt­terun­gen liefern, lediglich Zusicherun­gen für einen steti­gen Marsch des Fortschritts. Kaut­skys let­zte Ver­mächt­nisse waren ein „linke“ Deck­man­tel für den impe­ri­al­is­tis­chen Krieg und ein antikom­mu­nis­tis­ch­er „Sozial­is­mus“, entschärft für den bürg­er­lichen Lib­er­al­is­mus.

Zum Weit­er­lesen:
Nathaniel Flakin: Jacobin ent­deckt die SPD

Dieser Artikel erschien erst­mals im Okto­ber 2018 bei Left Voice.

[1] Karl Kaut­sky, Der Klassenkampf (https://www.marxists.org/deutsch/archiv/kautsky/1892/erfurter/5‑klassenkampf.htm), 14. Die Sozialdemokratie und das Volk. [2] Zitiert in Alan Shan­dro, Lenin and the Log­ic of Hege­mo­ny (Boston: Brill, 2014), 342., eigene Über­set­zung [3] Karl Kaut­sky, Der Weg zur Macht (https://www.marxists.org/deutsch/archiv/kautsky/1909/macht/5‑weder.htm), 5. Wed­er Rev­o­lu­tion noch Geset­zlichkeit um jeden Preis. [4] Zitiert in Mas­si­mo Sal­vadori, Karl Kaut­sky and the Social­ist Rev­o­lu­tion 1880–1938 (New York: Ver­so Books, 1979), 127., eigne Über­set­zung [5] Zitiert in Richard B. Day and Daniel Gai­do, ed., Wit­ness­es to Per­ma­nent Rev­o­lu­tion: The Doc­u­men­tary Record (Boston: Brill, 2009), 605., eigene Über­set­zung [6] Ebd. 607., eigene Über­set­zung [7] Ebd. 179., eigene Über­set­zung [8] Carl E. Schorske, Ger­man Social Democ­ra­cy, 1905–1917: The Devel­op­ment of the Great Schism (Cam­bridge, Har­vard Uni­ver­si­ty Press, 1983), 185., eigne Über­set­zung [9] Zitiert in Enzo Tra­ver­so, Fire And Blood: The Euro­pean Civ­il War, 1914–1945 (New York: Ver­so, 2016), 38., eigne Über­set­zung [10] Leon Trot­sky, “Ter­ror­is­mus und Kom­mu­nis­mus (Anti-Kaut­sky)” Sozial­is­tis­che Klas­sik­er 2.0. https://sites.google.com/site/sozialistischeklassiker2punkt0/trotzki/1920/leo-trotzki-terrorismus-und-kommunismus-anti-kautsky/die-diktatur-des-proletariats [11] Leon Trot­sky, “Karl Kaut­sky,” Marx­ists Inter­net Archive. https://www.marxists.org/deutsch/archiv/trotzki/1938/11/kautsky.htm

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