Frauen und LGBTI*

Homophobe „Demo für alle“ startet in München – Pegida und USK schützen sie

Sondereinsatz-Polizei und rechte Schläger schützten den homo- und transphoben Tour-Bus. Unionsparteien, Kirchen und AfD stecken mit drin, um gegen Gleichstellung zu kämpfen.

Homophobe „Demo für alle“ startet in München – Pegida und USK schützen sie

Der orange-farbene Bus stand um 15 Uhr am Münchner Stachus, bald wurde er umringt von Gegen-Demonstrant*innen. „Demo für alle“ stand drauf. Dabei ist die „Demo für alle“ alles Mögliche, aber sicher nicht für alle.

Sie ist gegen Gleichstellung von LGBTI*, will – wie die CSU auch – eine Normenkontrollklage gegen die Ehe für alle vor dem Bundesverfassungsgericht einreichen. Sie ist gegen die Gleichstellung von LGBTI*, gegen Sexualaufklärung und gegen die freie Entscheidung von Frauen über ihren eigenen Körper.

CDU + CSU + AfD  + Kirchen = Demo für „alle“

Schließlich will die homo- und transphobe Initiative noch die schulische Sexualerziehung abschaffen und die Thematisierung nicht-heterosexueller Partnerschaft und Sexualität aus der Lehre verbannen. Entsprechend versucht sie Einfluss auf Länderregierungen zu nehmen, um Lehrpläne zu kippen oder nach rechts zu rücken.

Dafür müssen sie keine weiten Wege gehen: Auf der Liste der Unterstützer*innen des Bündnisses finden sich zahlreiche Namen aus den Unionsparteien und den Kirchen, die nach wie vor in Deutschland Einfluss auf das Bildungssystem haben. Lange Zeit war AfD-Frau Beatrix von Storch prominente Unterstützerin. Aus rein taktischen Gründen ist sie das jetzt offiziell nicht mehr, aber an den Strukturen des Bündnisses hat sich nichts geändert.

USK und Pegida zeigen Präsenz

Nachdem ein Teilnehmer befürchtete, jemand wolle seinen Luftballon anfassen – auf dem Titelbild zu sehen -, rückte das USK (für Nicht-Bayer*innen: das weiß-blaue Äquivalent der BFE) an. Etwa 20 Spezialkräfte bewachten den Bus, zwischenzeitlich schwebte ein Polizeihubschrauber Richtung Kundgebung.

Die Polizei hatte sowieso viele Kräfte wegen eines israelischen Staatsbesuchs in der Nähe und dachte sich wohl: Wieso nicht gegen die Linken mackern. Durch den Vorfall in Sachsen, als Anti-Terror-Einheiten mit Sturmgewehren eine Antifa-Demo begleiteten und die Nazis beschützten, wurden schließlich Maßstäbe gesetzt – als Teil der inneren Militarisierung seit dem Hamburger G20-Gipfel.

Die USK richtete sich gegen die linken Gegen-Demonstrant*innen, bis zu 100 Menschen, nicht etwa gegen die anwesenden Rechtsradikalen…

Zu sehen sind von links nach rechts Stefan S., vom rechtsradikalen Demo-Schutz unter anderem bei Pegida, und Heinz Meyer, Pegida-München-Chef und seit Januar vorbestraft, weil er eine 75-Jährige ins Krankenhaus brachte. Mit diesen Leuten bilden Unionsparteien, Kirchen und AfD eine Front, indem sie die „Demo für alle“ unterstützen – auch wenn offiziell natürlich alles „nichts mit nichts“ zu tun hat.

Der Bus fährt jetzt auf zahlreichen Stationen nach Berlin. Die USK-Truppen der Polizei ließen es sich zum Abschied nicht nehmen, vorsorglich Menschen zu schubsen, die auch nur in der Nähe des Busses kamen. Trotzdem, auf seinem Weg nach Berlin wird er sicher auf anhaltenden Gegenwind stoßen. Wir sagen „schleicht’s euch“ und kämpfen weiter gegen Homo- und Transphobie.

Hier noch Bilder vom Gegenprotest und vom „Abschied“ des Busses unter Polizei-Geleit durchs Karlstor:

 

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