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Heißer Herbst in Südeuropa?

Heißer Herbst in Südeuropa?

In Südeu­ropa brodelt es: Hun­dert­tausende Men­schen läuteten den Herb­st mit großen Demon­stra­tio­nen gegen die Auswirkun­gen der EU-Krisen­poli­tik ein.

In Griechen­land legte am 26. Sep­tem­ber der erste Gen­er­al­streik seit den Wahlen im Juni das Land völ­lig lahm, um gegen das neue Sparpaket von 12 Mrd. € zu protestieren. Let­zte Woche stürmten knapp 500 Werftarbeiter*innen das Vertei­di­gungsmin­is­teri­um in Athen, weil sie seit sechs Monat­en nicht bezahlt wur­den.

In Madrid gin­gen Ende Sep­tem­ber eben­falls zehn­tausende, über­wiegend junge Men­schen auf die Straße, um gegen die Spar­poli­tik Rajoys zu protestieren, und forderten trotz der harten Repres­sion durch die paramil­itärische Spezialpolizei eine ver­fas­sungs­gebende Ver­samm­lung. In Barcelona fan­den die größten Mobil­isierun­gen seit der Dik­tatur statt, um für die kata­lanis­che Unab­hängigkeit zu demon­stri­eren.

In Por­tu­gal erre­icht­en die Protestieren­den mit Massen­mo­bil­isierun­gen die Rück­nahme der Umschich­tun­gen in der Sozialver­sicherung, die eine direk­te Umverteilung der Löhne zugun­sten der Kapitalist*innen bedeutet hät­ten – die europaweit erste Rück­nahme ein­er Spar­maß­nahme durch Proteste auf der Straße seit Beginn der Krise.

Sog­ar in Frankre­ich protestierten 80.000 Men­schen gegen den Fiskalpakt.

All dies sind Anze­ichen für einen heißen Herb­st, der möglicher­weise einen Wen­depunkt in der Sit­u­a­tion der bru­tal­en Angriffe gegen die Massen in Europa der let­zten Jahre bedeuten kön­nte. Lasst uns hier in Deutsch­land die bish­er allzu lauen Lüftchen des Protestes eben­falls anfachen!

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