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Hebammen-Demo in München: "Wenn Hebammen streiken, steht die Welt still!" [mit Videos]

Brot und Rosen und der Frauenstreik München haben zum Internationalen Hebammentag mit einer Demo auf die Arbeitsbedingungen von Hebammen aufmerksam gemacht. Es ist der Anfang einer weiteren Vernetzung der Kolleginnen.

Hebammen-Demo in München:

Gemeinsam mit dem Frauenstreik München haben die Münchner Genossinnen der internationalen sozialistischen Frauenorganisation Brot und Rosen am 28. Internationalen Hebammentag unter dem Motto „Wir bitten nicht. Wir fordern!“ eine Demonstration organisiert, um auf die Arbeitsbedingungen der Hebammen und die daraus resultierende Unterversorgung der Frauen und Neugeborenen in München aufmerksam zu machen. An der bunten und kreativen, aber auch sehr kämpferischen Demonstration beteiligten sich gut 120 Mütter, Kinder, solidarische Unterstützer*innen, vor allem jedoch kämpferische Beschäftigte aus der Geburtshilfe und der Pflege.

„Krankenhäuser wirtschaften mit der Gesundheit – mit der der Patient*innen und der der Beschäftigten.“

Charlotte, die als Hebamme bei der München-Klinik arbeitet und bei Brot und Rosen und der marxistischen jugend münchen aktiv ist, eröffnete mit ihrer Rede die Auftaktkundgebung. Sie sprach über die Belastungen im Arbeitsalltag, über schließende Kreißsäle, Personalnot und immer weiter steigende Versicherungskosten. Eine Demonstration werde all diese Probleme zwar nicht lösen. Aber sie bewirke, dass sie als Beschäftigte öffentlich über ihre Hürden und Belastungen sprechen:

Wir spüren, dass wir viele sind und dass wir alle zusammen lauter sind.

 

Amrei fragte sich in ihrer Rede als Auszubildende in der Geburtshilfe, ob wohl Jens Spahn für 2000 Euro netto im Drei-Schicht-System arbeiten würde, wenn er dabei auch noch die Verantwortung für das Wohlergehen und das Leben von manchmal bis zu acht Menschen gleichzeitig hätte. Sie griff ihn außerdem dafür an, dass er nichts gegen die unhaltbaren Zustände in der Geburtshilfe unternehme und sich mit Maßnahmen wie der Akademisierung der Ausbildung brüste.

Wir fordern von Jens Spahn konkrete Maßnahme. Wir fordern mehr Gehalt in Ausbildung und Beruf!

Sie beendete ihre Rede mit der Ankündigung, den Kampf weiterführen zu wollen:

Und wir sagen euch: Diese Demo ist ein kleiner Anfang. Wir sind bereit zu kämpfen – für Ungeborene, für Familien, aber letztendlich für die Frauen! Hebammen sind Frauen, Gebärende sind Frauen! Wenn Hebammen streiken steht die Welt still!“

 

Lisa Sternberg richtete als Gesundheits- und Krankenpflegerin ihre solidarischen Grüße an ihre Kolleginnen. Die Probleme, die sie benannte, sind denen der Hebammen sehr ähnlich: steigende Arbeitsbelastung, Outsourcing und zu niedrige Löhne besonders in einer so teuren Stadt wie München. Ihre Kolleginnen rief sie dazu auf, sich dagegen zu organisieren:

Gerade jetzt in den Zeiten des Outsourcings und der Zeitarbeit müssen wir uns gewerkschaftlich organisieren und vor allem politische Forderungen stellen: Für mehr Personal, für höhere Löhne, gegen das DRG-System und die Privatisierung!

 

„Hebammenbetreuung darf nicht zum Luxusgut werden.“

Leonie, Hebamme, hob in ihrer Rede hervor, dass es eine öffentliche Gesundheitsversorgung für alle schwangeren und gebärenden Frauen geben müsse. Das sei aktuell nicht gewährleistet. Hebammenbetreuung dürfe nicht zum Luxusgut werden. Diese Forderung reicht jedoch noch weiter:

Jede Frau hat ein Recht auf eine Hebamme. Deshalb müssen wir auch einen Stopp der Abschiebungen geflüchteter schwangerer Frauen und keine Unterbringung in Lagern fordern!

An der Demonstration beteiligten sich auch die Ver.di-Jugend München, die außerdem im Anschluss noch zum Aufwärmen in die Jugendräume des Münchner Gewerkschaftshauses einlud, was einige Demoteilnehmer*innen angesichts des beinahe winterlichen Wetters sichtlich nötig hatten.

 

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Damit die Demonstration wirklich erst der Anfang ist, laden Beschäftigte am 20. Mai um 17 Uhr zu einem Vernetzungstreffen für Hebammen ins Münchner Gewerkschaftshaus, Raum TU 07, ein. Wenn du Hebamme oder Hebammen-Schülerin bist und Interesse hast, schreib an hebammenvernetzung@gmail.com

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