Unsere Klasse

Belegschaften sind unteilbar

Eine Viertelmillion Menschen demonstrierten gegen Rechts unter dem Motto: #unteilbar. Das bedeutet auch Kampf gegen die Spaltung der Belegschaften durch Outsourcing, Werkverträge und Leiharbeit. | Unsere Klasse Nr. 3 als PDF

Belegschaften sind unteilbar

#unteil­bar heißt auch, dass die Zer­stück­elung der Belegschaften in Tochter‑, Werkver­trags- und Lei­har­beits­beschäftigte been­det wer­den muss. Unternehmen wer­den zer­schla­gen, um unser Zusam­menge­hörigkeits­ge­fühl zu zer­stören und um die Organ­isierung der Beschäftigten zu ver­hin­dern. Unternehmen wer­den in verkaufs­fer­tige Häp­pchen frag­men­tiert, um beim kle­in­sten Auf­begehren mit Verkauf oder Schließung dro­hen zu kön­nen.

Wer soll sich in so ein­er unüber­sichtlichen Unternehmensstruk­tur eigentlich noch zurecht find­en? Die Politiker*innen der Parteien, die das möglich gemacht haben, sind deshalb Teil der Entsol­i­darisierung – und auch Teil des Recht­srucks im Land! Heiko Maas zum Beispiel sollte – wenn er sich schon mit den #unteil­bar-Demon­stri­eren­den sol­i­darisiert – über­denken, ob seine Partei nicht auch dazu beige­tra­gen hat, den Nährbo­den zu schaf­fen, auf dem es Parteien wie die AfD leicht haben, sich auszubre­it­en.

Gegen Rechts = Gegen Ausbeutung

Wir erleben häu­fig, dass zum Beispiel Reini­gungskräfte durch Out­sourc­ing von der Belegschaft abges­pal­ten wer­den – das ist eine Beschäftigten­gruppe, die durch einen hohen Anteil von Frauen und Migrant*innen geprägt ist. Sie bräucht­en Rück­endeck­ung der Stamm­belegschaft. Man muss sich vorstellen: Diese Arbeiter*innen haben in so einem zer­split­terten Unternehmen nicht mal mehr einen rechtlichen Rah­men, um mit allen anderen Beschäftigten eine Betriebs- oder Per­son­alver­samm­lun­gen durch­führen zu kön­nen, um sich auzu­tauschen. Das ist das Gegen­teil von Sol­i­dar­ität und für die Migrant*innen das Gegen­teil von Inte­gra­tion.

Die AfD ist im Übri­gen laut ihrem Grund­satzpro­gramm eben­falls für eine nahezu voll­ständi­ge Pri­vatisierung der BRD – sprich für die Spal­tung staatlich­er Unternehmen. Da ist sie unter den etablierten Parteien in bester Gesellschaft.

Der Neolib­er­al­is­mus als Weg­bere­it­er set­zt längst in die Tat um, was die AfD noch hin­ter vorge­hal­tener Hand fordert. Dessen Befürworter*innen dulden seit Jahren, dass engagierte Betriebs‑, Per­son­al­räte und Gewerkschafter*innen unter­drückt und die Mitbes­tim­mungsrechte der Beschäftigten unter­jocht wer­den. Es gibt hierzu eine ganze Indus­trie, die Arbeitnehmer*innenvertretungen angreift, ohne dass unsere Regierung das über­haupt zur Ken­nt­nis nehmen will.

Gegen Rechts kämpfen heißt deshalb auch immer gegen soziale Aus­beu­tung, Lohn­drück­erei und Neolib­er­al­is­mus kämpfen! Wer den Neolib­er­al­is­mus unter­stützt, hat seinen Anteil am Recht­sruck.

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