Jugend

FU Berlin: Wählt die Streikliste!

FU Berlin: Wählt die Streikliste!

Vom 13.-15 Jan­u­ar wird das Studieren­den­par­la­ment (Stu­Pa) der Freien Uni­ver­sität Berlin gewählt.

Die marx­is­tis­che Hochschul­grup­pierung Waf­fen der Kri­tik tritt als Liste 12 (Die Streik­liste) zur Wahl an.

Bei Waf­fen der Kri­tik arbeit­en Mit­glieder von RIO, der Rev­o­lu­tionären Inter­na­tion­al­is­tis­chen Organ­i­sa­tion, mit unab­hängi­gen Studieren­den zusam­men.

Das kom­plette Wahl­pro­gramm:

Gegen Bildungsabbau streiken!

Die Studieren­den­zahlen steigen, doch die Aus­gaben für Bil­dung sinken. Das Ergeb­nis sehen wir alle im All­t­ag: Überfüllte Sem­i­nare, zu wenige Dozierende, prekäre Arbeitsverhältnisse für Wissenschaftler*innen. Die Wohn­si­t­u­a­tion für Studieren­den in Berlin ist katas­trophal: Ende 2014 beschloss das Stu­den­ten­werk, tausende Men­schen aus ihren Wohn­heimen zu schmeis­sen.

In den Jahren 2009-10 sind hun­dert­tausende Studierende auf die Straße gegan­gen, um bessere Bil­dung zu fordern. Doch dieser Bil­dungsstreik brachte rel­a­tiv wenig Ergeb­nisse. Das Prob­lem ist, dass wir Studierende nahezu keinen wirtschaftlichen Druck erzeu­gen können. Wir können zwar drei Monate lang einen Hörsaal beset­zen, aber wen inter­essiert das? Wenn dage­gen die Beschäftigten der Men­sa nur einen Tag lang ihre Arbeit nieder­legen, entste­hen Ver­luste von 20.000 Euro. (Das ist übrigens alles genau­so an der FU schon passiert!)

Wir treten für eine Studieren­den­be­we­gung ein, die sich mit der Arbeiter*innenbewegung verbindet. Deswe­gen zeigen wir auch Solidarität, wenn die Arbeiter*innen für ihre Forderun­gen kämpfen, etwa bei Streiks im Einzel­han­del oder bei Ama­zon. Wir wollen die Ein­heit von Arbei­t­en­den und Studieren­den auf­bauen.

Wir treten auch für eine Uni ein, in der jed­er Men­sch studieren darf, unabhängig von Abschluss und Staatsangehörigkeit. Und wie soll das alles bezahlt wer­den? Durch die Besteuerung der Banken und Konz­erne. Aber das wird nur möglich sein, wenn eine bre­ite Bewe­gung von Studieren­den und Arbei­t­en­den mit Streiks und Beset­zun­gen gemein­sam dafür kämpft.

Gegen Sexismus streiken!

Jede Frau erfährt jeden Tag die ver­schieden­sten Auswirkun­gen des Patri­ar­chats. Noch immer ver­di­enen Frauen etwa 25 % weniger als Männer und auch an der Uni ist die Diskrepanz zwis­chen Männern und Frauen erhe­blich. Nur 19 % aller Dozieren­den sind weib­lich, obwohl die knappe Mehrheit der Studieren­den Frauen sind!

Auch die Repro­duk­tion­sar­beit ist kein Relikt aus alten Zeit­en son­dern wird auch heutzu­tage meist von Frauen ver­richtet. Arbeit, die jed­er berufstätigen Frau ein Spa­gat zwis­chen Beruf und Fam­i­lie abver­langt und dabei unbezahlt bleibt. Doch auch wer nicht arbeit­et oder Mut­ter ist wird ständig mit Sex­is­mus kon­fron­tiert. Ob auf der Straße, in der U‑Bahn oder in Clubs: überall ist frau Belästigungen aus­ge­set­zt, die noch dazu als „nor­mal“ betra­chtet wer­den. “Sieh es doch als Kom­pli­ment!” Nein, tue ich nicht! Übrigens soll frau selb­st Schuld sein, wenn Männer übergriffig wer­den. Kurze Klei­der tra­gen, alleine nach Hause gehen und das auch noch im Dunkeln; da muss man(n) sich ja nicht wun­dern!

Um diese Sit­u­a­tion zu verändern, gilt es zu allererst Männer auf sie aufmerk­sam zu machen. Macht eure Erfahrun­gen öffentlich! Prangert Sex­is­mus an! Geht gegen sex­is­tis­che Wer­bung vor! Erken­nt sex­is­tis­che Straftat­en als solche an! Beteiligt euch am Erzieher*innenstreik 2015, er geht uns alle an!

(Und nein, nur weil ich auf diese ver­meintlichen Banalitäten so hys­ter­isch reagiere, bedeutet das nicht, dass ich meine Tage habe.)

Für einen internationalen Generalstreik!

Autos, Busse, Züge, Flugzeuge – vor knapp einem Monat stand alles still in unserem Nach­bar­land Bel­gien. Auch in Ital­ien wehrten sich Mil­lio­nen von Arbeiter*innen, Jugendlichen und Unterdrückten gegen die geplanten umfan­gre­ichen Arbeits­mark­tre­for­men und Spar­dik­tate. Gen­er­al­streiks wie diese sind eine ein­drucksvolle Macht­demon­stra­tion der Lohnabhängigen gegen die Angriffe der Herrschen­den.

Ger­ade hier in Deutsch­land, dem mächtigsten impe­ri­al­is­tis­chen Land Europas, haben wir eine beson­dere Ver­ant­wor­tung. Durch die aggres­sive Spar­poli­tik in der EU, durch die europäische Abschot­tung, durch Waf­fen­ex­porte sowie durch offene und verdeck­te militärische Inter­ven­tio­nen wird die glob­ale Aus­beu­tung und Unterdrückung aufrecht erhal­ten.

Dage­gen kommt mit ein­er neuen Welle von Streiks bei der Bahn, bei Ama­zon, im Einzel­han­del und ander­norts das Bild des “sat­ten, zufriede­nen und duld­samen Deutschen” ins Bröckeln. Eben­so wie wir ver­suchen, für diese Kämpfe inter­na­tionale Solidarität zu organ­isieren, wollen wir dabei helfen, in der Arbeiter*innenbewegung auch ein inter­na­tion­al­is­tis­ches Bewusst­sein zu ver­ankern. Mit Streiks und Arbeiter*innenaktionen muss Solidarität prak­tisch wer­den!

In der Refugee­be­we­gung treten wir schon lange für die Vere­ini­gung von legalen und ille­gal­isierten Kolleg*innen ein und auch für viele andere inter­na­tionale Kämpfe haben wir Solidarität organ­isiert, wie z.B. für den Wider­stand in Mexiko oder in Kur­dis­tan. Diese Arbeit wollen wir gemein­sam mit euch fort­set­zen!

Gegen Rassismus streiken!

PEGIDA in Dres­den! Besorgte Bürger oder offen­er Ras­sis­mus im bürgerlichen Gewand? PEGIDA (Patri­o­tis­che Europäer gegen die Islamisierung des Abend­lan­des) sorgt seit Okto­ber für helles Auf­se­hen in sämtlichen deutschen Medi­en. Die anfänglich noch beschei­de­nen Demon­stra­tio­nen mit etwa 350 Men­schen haben sich inner­halb von weni­gen Wochen zu großen Massen­ver­anstal­tun­gen von tausenden bis zu zehn­tausenden Men­schen entwick­elt.

Ange­blich befürchten die Teilnehmer*innen einen mus­lim­is­chen Gottesstaat, steigende Ausländerkriminalität, gar den Ver­lust „ihrer“ deutschen Kul­tur. Bei näherer Betra­ch­tung allerd­ings wird deut­lich, dass die Teil­nehmenden vor allem eines befürchten: den sozialen Abstieg. Ihre Wut richtet sich jedoch nicht auf das herrschende kap­i­tal­is­tis­che Sys­tem, in dem die arbei­t­en­den Men­schen die Las­ten der Krise aus­baden dürfen, son­dern gegen Migrant*innen und beson­ders gegen Asylant*innen – daher unterstützen wir nicht nur die Selb­stor­gan­i­sa­tion von Geflüchteten, son­dern haben im let­zten Jahr auch zwei Schul- und Unistreiks mitor­gan­isiert!

Auffällig an der Berichter­stat­tung in deutschen Medi­en ist, dass offen ras­sis­tisch auftre­tende Men­schen in die gesellschaftliche Mitte gerückt wer­den. Führende Politiker*innen fordern sog­ar die Ängste der Men­schen ernst zu nehmen. Doch woher kommt dieses Verständnis für Rassist*innen? Und woher kommt der insti­tu­tion­al­isierte Ras­sis­mus, der sich für ausländische Studierende etwa in Uni­As­sist ausdrückt?

Wir Marxist*innen betra­cht­en Ras­sis­mus als eine Waffe des Kap­i­tals, um die Arbeiter*innenklasse zu spal­ten. Doch wir wis­sen, dass die Arbeiter*innenklasse keine Gren­zen ken­nt. Eine Welt ohne Konkur­renz, Aus­beu­tung und Ras­sis­mus ist möglich!

Gegen Befristungen streiken!

Nicht erst seit den Hartz-Refor­men vor rund zehn Jahren gab es eine Welle der Prekarisierung unser­er Arbeits- und Lebensverhältnisse. Beson­ders den Studieren­den ist das gut bekan­nt: die Mehrheit von uns muss neben­bei arbeit­en, um das Studi­um zu finanzieren und das zumeist in prekären Beschäftigungsverhältnissen. Beson­ders in Südeuropa, aber nun auch in Deutsch­land begin­nen erste Maß­nah­men der Gegen­wehr: so gab im ver­gan­genen Jahr Streiks im Einzel­han­del; erst vor kurzem bei der Bahn und nun bei Ama­zon.

Das Mod­ell Ama­zon ste­ht sinnbildlich für die „Flex­i­bil­isierung und Ratio­nal­isierung“ der Arbeitsverhältnisse: hier wer­den die Arbeiter*innen befris­tet angestellt, bloß um zur recht­en Zeit nach Erwirtschaf­tung des Gewinns wieder auf die Straße geset­zt zu wer­den. Und das Jahr für Jahr! Doch das wollen wir nicht hin­nehmen und unterstützen daher die Streiks bei Ama­zon und den Kampf der Beschäftigten um bessere Arbeits­be­din­gun­gen und unbe­fris­tete Arbeitsverträge.

Dabei ist der Kampf der Beschäftigten und Streik­enden von heute gle­ichzeit­ig ein­er für unsere Arbeits­be­din­gun­gen von mor­gen. Ihr Kampf ist unser Kampf! Deshalb treten wir immer an Seite der Arbeiter*innen bei Arbeitskämpfen auf und fordern im Stu­pa die Solidarität aller Studieren­den ein. Nur durch eine gemein­same Front der Arbeiter*innen und Jugend wer­den wir die Angriffe der Herrschen­den auf unsere sozialen Errun­gen­schaften abwehren können!

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