Jugend

Frontalangriff auf Geflüchtetenbewegung: Protestcamp in Hannover geräumt

In der Nacht vor dem bundesweiten Jugend-gegen-Rassismus-Streik wurde in Hannover das seit zwei Jahren bestehende Protestcamp der sudanesischen Geflüchteten am Weißekreuzplatz von der Polizei gewaltsam beendet.

Frontalangriff auf Geflüchtetenbewegung: Protestcamp in Hannover geräumt

Während Ver­hand­lun­gen über die Zukun­ft des Campes mit den Bezirks­bürg­er­meis­ter im benach­barten Kul­turhaus “Pavil­lon” stat­tfan­den, stürmte die Polizei das für 40 Minuten leer ste­hende Camp und zer­störte vier der fünf Zelte. In Ver­hand­lun­gen kon­nte keine Weit­er­führung des Protest­camps durchge­set­zt wer­den. Als einzige Zugeständ­nisse sicherte die Stadt zu, die vom Regen total durch­nässten Zel­treste und per­sön­lichen Sachen der Geflüchteten bis Mittwoch 14:00 nicht zu entsor­gen. Des weit­eren boten sie an, ein Denkmal zu erricht­en, das an die Proteste der Sudanes*innen erin­nern soll. Zynis­ch­er kann man nicht ver­suchen eine Protest­be­we­gung, die aus sich her­aus und mit Jugend gegen Ras­sis­mus ger­ade zu ein­er neuen Dynamik erstark­te, in die Geschichte zu ver­ban­nen.

Mit Jugend gegen Ras­sis­mus hat sich das erste Mal seit vie­len Jahren in Han­nover ein Bünd­nis aus ver­schieden­er migrantis­chen und Geflüchteten­grup­pen, Studieren­den und deutschen Linken gebildet, die zusam­men anti­ras­sis­tis­che Proteste organ­isieren. Sowohl gegen den Ras­sis­mus von AfD und PEGIDA als auch gegen Abschiebung und Krieg. Dass die Räu­mung des Camps in der Nacht vor der ersten Demo von Jugend gegen Ras­sis­mus passiert, ist auch als Angriff auf das neu entste­hende Bünd­nis zu werten.

Wir müssen diesen Angrif­f­en entsch­ieden ent­ge­gen­treten. Heute wer­den wir um 16 Uhr von der Han­nover­an­er Leib­niz-Uni (Nelkenstraße/Im Moore) zum geräumten Protest­camp am Weißekreuz­platz ziehen.

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