Brot und Rosen

Frauen­kommissionen: Labore der Emanzipation

Ein historischer und aktueller Blick auf die Rolle von Frauenkomissionen in den Kämpfen der Arbeiter:innenbewegung.

Frauen­kommissionen: Labore der Emanzipation
Foto: Madygraf

Frauenkommissionen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Arbeiter:innenklasse. Die Kommissionen, die bei Streiks lebenswichtige Aufgaben der „Nachhut“ übernehmen und mit traditionell weiblichen Bereichen (Kochen, Betreuung von Kindern, Verwundeten und Kranken) verbunden sind, brachten Frauen zusammen, die familiäre Beziehungen zu den Arbeiter:innen in einer Fabrik oder Werkstatt haben. Sie erlangten in einer Zeit Gewicht, in der die Arbeiter:innenklasse überwiegend männlich war und die meisten Frauen nur indirekt, „von außen“ und durch Männer vermittelt mit der Arbeitswelt in Verbindung standen. Mit dem massenhaften Eintritt von Frauen in das Berufsleben haben die Kommissionen andere Merkmale und Ziele angenommen. Während erstere als „Anziehungspunkt“ für Frauen fungierten, die meist nicht in der Fabrik arbeiteten, spielen Frauenkommissionen heute eine verbindende Rolle bei Themen, die in einer feminisierten Arbeiter:innenklasse von strategischer Wichtigkeit sind. In beiden Fällen gibt die Organisierung den Frauen die Möglichkeit, schnell in das politische Leben einzutreten, und eröffnet gleichzeitig die Möglichkeit, über ihren besonderen Kampf, aber auch über ihren Platz in der Gesellschaft nachzudenken.

Es liegt nahe anzunehmen, die Organisierung von Frauen in ihren eigenen Räumen sei nur für feministische Organisationen von Interesse. Doch bereits Ende des 19. Jahrhunderts organisierten sich in den USA arbeitende Frauen in kämpferischen gewerkschaftlichen Bewegungen wie den Knights of Labour oder der Industrial Workers of the World (IWW). Andererseits ist der Aufbau von Frauenorganisationen, auch wenn die Frauen keiner Lohnarbeit nachgingen, Teil der politischen Praxis von Organisationen, die sich die Emanzipation der Frauen auf ihre Fahnen schreiben.1

Was ergibt sich aus der Kombination der Überwindung der häuslichen Isolation und der Politik der kämpferischen Arbeiter:innenorganisationen? Lange bevor der Feminismus bei den Arbeiterinnen ankam, setzten sich einige linke Organisationen (insbesondere mit trotzkistischer Ausrichtung) für diese Politik der Organisierung von Frauen ein. Die meisten feministischen Studien erfassen das komplexe Verhältnis zwischen Geschlecht und Klasse nicht ausreichend, und Studien über arbeitende Frauen befassen sich eher mit wirtschaftlichen und historischen Aspekten. Nur eine Sichtweise, die beide Kategorien und ihre Überschneidungen einbezieht, wird in der Lage sein, die transformativen Erfahrungen von Arbeiterinnen in Frauenkommissionen zu untersuchen, die entstanden, als der Feminismus noch nicht einmal die Idee der „Intersektionalität“ entwickelt hatte.

Historische Spuren: Als Frauen noch nicht in den Fabriken arbeiteten

Wir beziehen uns auf Frauenkommissionen im Besonderen und nicht auf die Organisierung von Frauen im Allgemeinen, da die Frauen keinen externen Impuls brauchten, um an den großen historischen Ereignissen teilzunehmen.

Aber die bestehenden Hindernisse für eine politische Beteiligung, selbst in Frauenbranchen wie der Textilindustrie, wurden von Organisationen wie den IWW in den USA im Lawrence-Streik erkannt.2 In diesem auch als „Brot-und-Rosen-Streik“ bekannten Arbeitskampf wurde eine aktive Politik der Einrichtung von Kindergärten, Kantinen und sogar politischen Kinderversammlungen betrieben. Diese Initiativen zielten darauf ab, die Probleme – also die den Frauen zugewiesenen Aufgaben im Haushalt –, die der Beteiligung von Frauen am Streik im Wege standen, zu überwinden:

Die alte „herrische“ Einstellung der Männer war stark ausgeprägt, und am Ende des Arbeitstages… oder jetzt nach der Erledigung der Aufgaben des Streiks… kam der Mann nach Hause und setzte sich hin, während seine Frau die ganze Arbeit machte, das Essen zubereitete und das Haus putzte. Der Widerstand der Männer gegen die Teilnahme von Frauen an Versammlungen und die Teilnahme an Streikposten war groß. Wir haben diese Vorstellungen entschlossen bekämpft. Die Frauen wollten kämpfen.3

Dieses „Angebot“ zur Vergesellschaftung der Hausarbeit vermittelte den Frauen ein anderes Bild des Streiks, der für sie bis dahin auf die Einsamkeit und das Elend der eigenen vier Wände reduziert worden war. Dies setzte den Streik unter Druck und verstärkte die Demoralisierung. Zwei Kommissionen im Zusammenhang mit den Industriestreiks der 1930er Jahre in den USA bieten wichtige Beispiele für die Beteiligung von Frauen „von außen“: der Streik in Minneapolis 1934 und der Streik in Flint 1936-1937. In beiden Fällen wurden die Kommissionen durch linke Gruppen angestoßen.4

Es ist nicht so, dass es keine früheren Erfahrungen gegeben hätte, wie die der Suffragetten, die sich im Jahr 1909 mit den Textilarbeiterinnen solidarisierten oder den Kampf für den Acht-Stunden-Tag unterstützten. Das Besondere an der Politik von Organisationen wie der Kommunistischen Liga von James P. Cannon in den 1930er Jahren war das bewusste Ziel, Frauen zusammenzubringen, um die negativen Auswirkungen in einer politisch und wirtschaftlich komplexen Landschaft zu „lindern“5:

Wenn Frauen den Streik so effektiv brechen können, könnten sie ihn auch so effektiv gewinnen. Also organisierten wir die Frauenhilfsbrigade, die sehr effektiv war, um sie in den Kampf einzubinden.6

Sie sollten die Frauen davon überzeugen, dass sie die Verbündeten sind, die gegen das System ankämpfen können, das den Massen Not und Leid bringt, wie es die Frauen am eigenen Leib erfahren. Der Vorschlag eines männlichen Aktivisten in einer zu 100 Prozent männlichen Versammlung beruhte auf dieser Idee:

Ziel war es, die Ehefrauen, Freundinnen, Schwestern und Mütter der Gewerkschaftsmitglieder einzubeziehen. „Anstatt sich von den wirtschaftlichen Entbehrungen des Streiks die Moral rauben zu lassen“, so Skoglund, „sollten sie in den Kampf eingebunden werden, wo sie durch ihre eigene direkte Beteiligung Gewerkschaftsarbeit lernen konnten.“7

So wurde die Ladies‘ Auxiliary Brigade von Minneapolis gegründet. Der Vorschlag wurde nicht direkt angenommen, es kam zu einer Diskussion und wurde schließlich zur Abstimmung gebracht; die erste Diskussion, die diese von einer kleinen linken Organisation beeinflussten Arbeiter über die Stellung der Frau führten, wurde von einem trotzkistischen Aktivisten geführt. Die spätere Entwicklung zeigte, dass die „lindernde“ Zielsetzung letztendlich zu einer breiteren Erfahrung führte, auch wenn dieser Prozess nicht ohne Widersprüche vonstatten ging. Die größte Einschränkung bestand in der mangelnden Unabhängigkeit der Kommission, die unter der Vormundschaft der Gewerkschaft arbeitete. Obwohl nur ein Teil der Frauen aktiv blieb, führte die Erfahrung zu Schlussfolgerungen und einer politischen Praxis, die sich auf andere Streiks ausweiten sollte.

Dies war der Fall der Women’s Auxiliary während des Streiks gegen General Motors Ende 1936 und Anfang 1937. Im Rahmen der Werksbesetzung bildeten die Frauen eine Kommission als Teil der Gewerkschaft. Die Kommission nutzte das Fehlen eines gesetzlichen Rahmens für die junge Automobilgewerkschaft UAW und erklärte sich für unabhängig. Ihre erste unabhängige Entscheidung war, sich nicht „Damen“, sondern „Frauen“ zu nennen. Diese von ihrer Anführerin unterstützte Entscheidung stärkte den unabhängigen Charakter und ermöglichte ein breiteres Spektrum an Aktivitäten, einschließlich der Selbstverteidigung, die zu einem besonderen Merkmal der Kommission wurde, die die Notfallbrigade organisierte. Aus diesem Grund wandten sich mehrere Streiks mit einer Mehrheit von Frauen, wie z. B. bei der Kette J.C. Penney, direkt an die Brigade und die Frauenkommission und nicht an die Gewerkschaft, um Unterstützung zu erhalten.8

Ohne eine feministische Kritik veränderte sich die Stellung der Frauen als Ergebnis ihrer Beteiligung an den proletarischen Aktionen. Wie Genora später selbst feststellte, war die Frauenbewegung noch nicht ausgereift9, sodass es keine Diskussion über die Geschlechterrollen gab. Aber in der Aktion selbst fand einen Bruch mit der häuslichen Rolle statt, vor allem für die Arbeiterinnen, die noch weit von den ersten feministischen Überlegungen entfernt waren. Wie? Im Rahmen der Aktionen, die im Streiks stattfanden, vor allem, wenn sich diese nicht nur gegen das Unternehmen, sondern gegen den Staat insgesamt richteten.

Die Frauen lernten in der Öffentlichkeit zu sprechen, andere Frauen zu agitieren, zu argumentieren und sogar, sich der Unterdrückung physisch entgegenzustellen. Die emanzipatorische Kraft des Streikaktivismus war beträchtlich, besonders nach dem Sieg, der eine kämpferische und klassenbewusste Gewerkschaftsbewegung festigte:

Frauen, die gestern noch vor gewerkschaftlicher Arbeit zurückschreckten, die sich in Aufgaben des Organisierens, des öffentlichen Redens, des Führens unterlegen fühlten, hatten sich scheinbar über Nacht verwandelt, sie waren die Speerspitze des Kampfes für die gewerkschaftliche Organisierung.10

Dadurch wurde die Ungleichheit zwar nicht beseitigt, aber den Frauen wurde klar, dass ihre Einbeziehung in den Arbeitskampf nicht nur den Kampf selbst und die Klasse als Ganzes stärkt, sondern auch ihr Leben verändert:

Frauen das Recht zu geben, an Diskussionen mit ihren Ehemännern, anderen Gewerkschaftsmitgliedern und anderen Frauen teilzunehmen und ihre Meinung zu äußern… das war damals eine radikale Veränderung für Frauen.11

Der Feminismus, Linke und Arbeiterinnen

In den 1970er Jahren, auf dem Höhepunkt der zweiten Welle des Feminismus, war die Präsenz von Arbeiterinnen bereits eine weit verbreitete und akzeptierte Tatsache. Es fehlte nicht an interessanten Erfahrungen, aber die Mehrheit des Feminismus zog daraus nicht die Schlussfolgerung der Verbindung mit dem Kampf der Arbeiter:innenklasse.

In Argentinien, wo es nur wenige feministische Gruppierungen gab, war die Beteiligung von Frauen am Acindar-Streik in Villa Constitución [eine Stadt im Süden der Provinz Santa Fe, Anm. d. Ü.] eine wertvolle Erfahrung. Obwohl sich die dort gebildete Frauenkommission auf die traditionelle (häusliche) Rolle der Frau konzentrierte, ermöglichte ihre Teilnahme direkte Beziehungen zwischen den Ehefrauen der Arbeiter, Arbeitern aus anderen Branchen und eine gemeinsame politische Arbeit mit linken Organisationen wie der PST [Sozialistische Arbeiterpartei, Anm. d. Ü.]:

Es gab eine Organisierung der Frauen, das ist meine Erinnerung (…) Ja, irgendwann wurde der Akzent auf Aufgaben gelegt, die eher frauenspezifisch zu sein scheinen, das leugne ich nicht, aber für mich war es im Rahmen des Kampfes. Ich sage es, weil es unterschiedliche Meinungen gab.12

In dieser Erinnerung einer der Teilnehmerinnen, Adela Manzana, wird der Einfluss der feministischen Kritik und der Linken deutlich. Diese Widersprüche taten jedoch der Rolle, die sie in entscheidenden Momenten spielten, keinen Abbruch:

Als die Gewerkschaftsführung festgenommen wurde und viele der besten Aktivisten ausfielen, waren es die Frauen – ihre Ehefrauen, Schwestern, Schwiegermütter, Mütter –, die die Führung übernahmen, um den Streik aufrecht zu erhalten.13

Eine weibliche Arbeiter:innenklasse

Heute sind fast die Hälfte aller Arbeiter:innen Frauen, und die Arbeiter:innenklasse als Subjekt des sozialen Wandels kann es sich nicht leisten, diese zu ignorieren. In diesem Zusammenhang sind Frauenkommissionen keineswegs obsolet, sondern haben ein „emanzipatorisches“ Potenzial. Ging es in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts darum, die Frauen davon zu überzeugen, dass der Kampf gegen ihre Leiden und ihr Wunsch nach Emanzipation nur in der Arbeiter:innenklasse eine Verbündete findet, so hat sich diese Auseinandersetzung heute gewandelt. Einerseits muss die Arbeiter:innenklasse und ihre politische Organisierung auf das Phänomen der Feminisierung des Proletariats reagieren. Denn die „Frauenfrage“ ist kein Anliegen eines bestimmten Sektors mehr, sondern ist eine Schlüsselfrage für jeden Sektor, der sich mit den Unterdrückten verbinden möchte und diese auf ihrem Weg zur Emanzipation anführen will. Andererseits muss die Klasse heute (mehr denn je) auf dem Gebiet der Ideen kämpfen, insbesondere gegen die Idee, dass die alleinige Ausweitung der Rechte bereits zur Befreiung führt. Im Zuge dieses Wandels entstanden also neue Probleme und neue Organisationen.

Im Rahmen der kämpferischen Gewerkschaftsbewegung, die 2003 in Argentinien inmitten des relativen Wirtschaftswachstums aufkam, ist die Erfahrung der Kolleg:innen von Kraft Foods im Jahr 2009 ein Beispiel für dieses Potenzial. Infolge des Konflikts um die Schweinegrippe14 im Jahr 2009 entstand eine unternehmensunabhängige Frauenkommission, in der Arbeiterinnen aus der Fabrik und Frauen aus den Familien der Arbeiter zusammenkamen. Die Kommission, die von Sektoren des Betriebsrates und der Gruppierung Pan y Rosas vorangetrieben wurde, schuf einen Präzedenzfall: Es bestand keine Verpflichtung, der Gewerkschaft beizutreten (wodurch die Trennung zwischen Festangestellten und Outgesourcten überwunden wurde) oder Teil des Betriebsrates zu sein, um sich für ihre Rechte einzusetzen. Außerdem konnten Frauen teilnehmen, die mit den Arbeitern verwandt waren, wie Mütter, Töchter und ihre Partnerinnen. Die Kommission war eine große Hilfe im Arbeitskampf und vereinigte die Kämpfenden gegen das Vorurteil, dass die unabhängige Organisierung der Frauen die Arbeiterinnen spaltet.

Die Frauen, die 2009 die Kommission bildeten, beschränkten sich nicht auf eine sektorale „Agenda“, was sich in ihrer massiven Beteiligung an dem 38-tägigen Streik zeigte.15 Dieses Erbe wurde 2011 erneut sichtbar, als eine Arbeiterin von einem Vorgesetzten belästigt wurde. Auf die Beschwerde der Arbeiterin hin stellte die Nachtschicht die Produktion ein:

Die männlichen Kollegen zeigten große Sensibilität und waren zusammen mit dem Betriebsrat die treibende Kraft der Arbeitsniederlegung, während die weiblichen Kolleginnen ihre Empörung und Wut zum Ausdruck brachten, aber auch deutlich machten, dass dies hier nicht noch einmal passieren würde.16

Die Aktion besaß nicht nur einen Klasseninhalt (Verteidigung der Angehörigen der Arbeiter:innenklasse), sondern zeigte auch die Kraft der vereinten Mobilisierung von Männern und Frauen zur Verteidigung der Frauen.

Im Jahr 2011 entstand auch die Frauenkommission der Druckerei Donnelley (die heute selbstverwaltet von den Beschäftigten unter dem Namen Madygraf geführt wird), die von den Aktivistinnen von Pan y Rosas unterstützt wird. Diese Kommission bestand aus „externen“ Frauen, also jenen Angehörigen der Arbeiter, die nicht selbst in der Fabrik tätig sind, weil das Unternehmen nur Männer beschäftigte. Im Inneren der Kommission spielten sich dennoch die Forderungen und Probleme der Arbeiter:innenklasse im 21. Jahrhundert ab.

Darüber hinaus machte der Betriebsrat der Druckerei die Erfahrung der Unterstützung und Aneignung des Kampfes um die Geschlechtsidentität einer trans Arbeiterin17 in einer zu 100 Prozent männlichen Fabrik. Die Anerkennung dieses Kampfes gegen die Unterdrückung durch die Vertrauensleute (von denen einige politisch organisiert oder von trotzkistischen Organisationen wie der Partei Sozialistischer Arbeiter:innen [PTS] beeinflusst waren) war nicht nur ein Anlass zur Konfrontation des Unternehmens, sondern führte auch zu einer Auseinandersetzung mit den eigenen Vorurteilen:

Diejenigen, die am meisten unter diesem Problem [der Arbeitssuche] leiden, sind trans Frauen. Wie oft haben wir schon trans Personen gesehen, die in Fabriken oder Büros arbeiten, oder in Bekleidungsgeschäften, in denen hauptsächlich Frauen arbeiten? (…) Wahrscheinlich nur sehr wenige Male. In Ermangelung von Möglichkeiten werden sie in die Prostitution gezwungen (…) Ironischerweise diskriminieren auch diejenigen, die selbst aufgrund ihrer Armut, Herkunft oder Behinderung diskriminiert werden, andere aufgrund ihrer Sexualität.

Diese Aussage, die auch in feministischen Kreisen zu hören sein könnte, stammt von einem Donnelley-Arbeiter18, der durch seine gewerkschaftliche Aktivität mit der trotzkistischen Linken in Kontakt kam und zum Aktivisten wurde. Seine Schlussfolgerung macht nicht nur die erlebte Unterdrückung deutlich, sondern auch die Kritik an seinem eigenen Kollektiv (männliche Arbeiter) und beinhaltet in der Praxis die „Agenda“ der LGBT-Bewegung. Diese und andere Kämpfe führen zu Schlussfolgerungen und prägen die Praxis der Organisierung, die entscheidend dazu beitragen, die Einheit herzustellen, die die Arbeiter:innenkontrolle über den Betrieb trotz zahlreicher Schwierigkeiten und Diskussionen weiterhin ermöglicht.

Die Frauenkommissionen fördern die Organisation von Frauen, wenn sie nicht direkt Teil des des Konflikts sind, wie dies in mehrheitlich männlichen Branchen der Fall ist. Zudem tragen sie dazu bei, die Forderungen der Frauen zu stärken, wenn diese gemeinsam mit Arbeitern am Arbeitsplatz vertreten sind. Dies führt vor allem zu einer Stärkung der „hegemonialen Position“ der Arbeiter:innenklasse. Auf der Ebene des Betriebs oder der Fabrik ist die gemeinsame Antwort auf soziale Fragen wie Gesundheitsprobleme, sexuelle Belästigung oder Diskriminierung, unter denen vor allem Frauen und die LGBT-Community zu leiden haben, durch Klassenmethoden wie Streiks oder die Einstellung der Produktion ein Beispiel für diese Politik. Weit entfernt von der Vorstellung, dass Frauenrechte eine sektorale Angelegenheit sind, begünstigen die demokratische Organisation und die Förderung der Beteiligung von Frauen diese „hegemoniale Absicht“.

Dieser Artikel erschien zuerst bei Ideas de Izquierda Nr. 33 im September 2016.

Fußnoten

1. Siehe beispielsweise den Abschnitt „Macht den Weg frei für die werktätigen Frauen!“ aus dem Übergangsprogramm von Leo Trotzki.

2. „A 103 años de la huelga de Pan y Rosas“, La Izquierda Diario, 13.1.2015.

3. „Elizabeth Gurley Flynn: rebelde con causa“, La Izquierda Diario, 13.1.2015.

4. Siehe C. Murillo, „Marvel Scholl y Clara Dunne“ und „Genora Johnson Dollinger“, Luchadoras. Historias de mujeres que hicieron historia, Buenos Aires, Ediciones IPS, 2005.

5. Siehe Teamster Rebellion von Farrell Dobbs, und Not Automatic. Women and the Left in the Forging of the Auto Workers’ Union, von Genora Johnson Dollinger und Sol Dollinger.

6. Siehe „Marvel Scholl y Clara Dunne“, a.a.O.

7. Farrell Dobbs, Teamster Rebellion, Chicago, Pathfinder, 2004.

8. Not Automatic…, a.a.O.

9. Interview mit G. Johnson, zitiert in J. Hassett, „Never Again Just A Woman“, verfügbar unter marxists.org.

10. Zitiert in S. Fine, Sit-down: the General Motors Strike of 1936-1937, Ann Arbor, University of Michigan Press, 1969.

11. J. Hassett, a.a.O.

12. A. Sánchez  und L. Feijoo, „Feminismo y socialismo en los ‘70: La experiencia de la izquierda socialista en el movimiento de mujeres“, XI Jornadas Interescuelas de Historia, 2007, verfügbar unter aacademica.org.

13. Ebd.

14. Für mehr Information siehe D. Lotito y J. Ros, „La lucha de Kraft Foods“, Estrategia Internacional 26. März 2010.

15. Ebd.

16. „Paro histórico en Kraft“, www.pts.org.ar, 29.9.2011.

17. „Entré disfrazada de hombre para poder conseguir este trabajo“, www.payrosas.org.ar.

18. J. Medina, „No es solo por el orgullo, es por la igualdad real“, La Izquierda Diario, 15.11.2014.

Dieser Artikel erscheint im Klasse Gegen Klasse Magazin #9 – Gesundheit, Krise, Feminismus. Schau dir hier die gesamte Ausgabe an.

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