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[Fotoreportage] Attentat von Paris – ein Jahr danach (Teil 1)

Abdu Baack war vor einem Jahr in Paris, als 129 Menschen bei islamistischen Attentaten starben. Jetzt, ein Jahr später, war er wieder dort und hat seine Eindrücke aufgezeichnet.

[Fotoreportage] Attentat von Paris – ein Jahr danach (Teil 1)

Eine Stadt – viele Erinnerungen. Ein Jahr später bin ich wieder in Paris zum Fotografieren. Über meinen ersten Tag zurück in der Stadt der Liebe und des Schreckens schreibe ich hier.

Angekommen im Hotel heißt es im Endeffekt nur Sachen ablegen, kurz verschnaufen und dann weiter zum Bataclan: der Ort, wo vor fast einem Jahr 90 Menschen ihr Leben lassen mussten – 129 Menschen an diesem Abend insgesamt. Die Stimmung vor Ort war interessant. Für alle, die es nicht wissen: Das Bataclan, eine Konzerthalle in Paris, wurde jetzt „feierlich“ mit einem Konzert von Sting wiedereröffnet. Die Polizei war angespannt und entspannt zugleich. Viele Journalist*innen waren natürlich vor Ort. Gäste wurden interviewt und viele Fotos und Videos wurden gemacht. Irgendwann wurden dann geladene Gäste und Journalist*innen mit Akkreditierung durchgelassen zum Bataclan. Der Rest durfte aus Sicherheitsgründen nur bis zur Absperrung gehen.

Der Anblick von Polizist*innen und Soldaten mit Langwaffen ist für mich immer noch komisch. Man kennt dieses Bild ja eigentlich aus Filmen oder Videospielen. Steht man aber einer Sicherheitskraft mit Langwaffe gegenüber – in dem Bewusstsein, dass diese Person die Macht hat, über Leben und Tod zu entscheiden –, wird einem irgendwie etwas mulmig. Weiter ging es zum Place de la République – der Ort, wo dieses Jahr große Proteste gegen die Arbeitsmarktreform stattfanden. Hier war nichts Besonderes los. Ein paar Leute, die sich dort einen netten Abend machten. Ein paar Bedürftige, die anstanden, weil dort gleich die Suppenküche eröffnen sollte. Ein paar Freiwillige, die gleich die Suppenküche eröffnen wollen, und ein paar Leute, die dort ein in einem Café ein Fernsehset aufbauten, welches wohl für den morgigen Tag gedacht war. Ich nahm die Stimmung in Paris als etwas ruhiger war, als ich Paris in Erinnerung hatte, dennoch aber nicht angespannt oder paranoid oder irgendetwas in der Richtung. Der seit einem Jahr andauernde Ausnahmezustand ist anscheinend zur Normalität geworden.

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