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Erster Sieg bei Starbucks, 8.952 Filialen fehlen noch: Baristas schreiben Gewerkschafts­geschichte

Die Starbucks-Mitarbeiter:innen einer Filiale in Buffalo, New York, haben für einen Betriebsrat gestimmt und sind damit die ersten Starbucks-Mitarbeiter, die sich in den Vereinigten Staaten gewerkschaftlich organisieren. In zwei weiteren Filialen in Buffalo werden derzeit die Stimmen ausgezählt.

Erster Sieg bei Starbucks, 8.952 Filialen fehlen noch: Baristas schreiben Gewerkschafts­geschichte

Die Abstimmung ist abgeschlossen: Die Starbucks-Beschäftigten haben in mindestens einer Filiale in Buffalo, New York, für die Gründung einer Gewerkschaft gestimmt. Rund 111 wahlberechtigte Beschäftigte aus drei Filialen in der Region Buffalo haben ihre Stimme abgegeben, um zu entscheiden, ob sie eine Tarifeinheit mit Workers United, einer Mitgliedsorganisation der Service Employees International Union (SEIU), bilden wollen.

Die drei Starbucks-Filialen in Buffalo haben bereits im August ihre Wahlen beantragt und sind damit in die Fußstapfen ihrer kanadischen Kolleg:innen in einer Starbucks-Filiale in Victoria, British Columbia, getreten, die im Juli ihren ersten Vertrag abgeschlossen haben, sowie der chilenischen Starbucks-Beschäftigten, die sich seit 2009 mit der IWW organisieren. Die Beschäftigten des Starbucks-Standorts Elmwood in Buffalo sind die ersten Starbucks-Beschäftigten in den USA, die sich gewerkschaftlich organisiert haben, und ebnen damit den Weg für ihre Kolleg:innen in 8.000 weiteren Starbucks-Standorten in den USA. Ein zweiter Standort in Buffalo, die Filiale in der Camp Road, lehnte eine gewerkschaftliche Organisierung ab. Die dritte Filiale in Cheektowaga stimmte mit 13:9 gegen die Gewerkschaftsbemühungen, aber mehrere dieser Abstimmungen werden von Workers United angefochten, und das endgültige Ergebnis wird erst nach einer späteren Entscheidung der NLRB vorliegen. Drei weitere Filialen in Buffalo und eine Filiale in Mesa, Arizona, haben bereits ihre eigenen Wahlen beantragt.

Die Beschäftigten in Buffalo haben sich gewerkschaftlich organisiert, um über ihre Arbeitsbedingungen mitbestimmen zu können. Sie berufen sich auf Unterbesetzung, miserable Löhne, fehlende Krankheitstage (inmitten einer weltweiten Pandemie) und schwierige Arbeitszeiten. Seit August haben die Starbucks-Beschäftigten in Buffalo endlose gewerkschaftsfeindliche Taktiken erduldet, darunter Drohungen, Einschüchterung und Überwachung als Reaktion auf ihre Gewerkschaftsbemühungen. Die Starbucks-Führungskräfte zogen alle Register, um zu versuchen, die Beschäftigten umzustimmen, einschließlich der Entsendung von Führungskräften der oberen Ebene (wie dem COO John Culver) in die Läden, um gewerkschaftsfeindliche Präsentationen zu halten, die Beschäftigten zu überwachen und – im Falle des ehemaligen CEO Howard Schultz – eine Rede zu halten, in der er Starbucks-Beschäftigte mit Holocaust-Opfern verglich, die „teilen“ mussten, um zu überleben. Das Unternehmen kündigte an, den Mindestlohn im ganzen Land auf 15 Dollar pro Stunde (und bis zu 23 Dollar) anzuheben, wahrscheinlich um die aufgeregten Arbeiter:innen in Buffalo und im ganzen Land zu besänftigen und sie zu ermutigen, nicht für ihr Recht auf Tarifverhandlungen zu kämpfen. Die Tatsache, dass die meisten Starbucks-Beschäftigten, die für eine gewerkschaftliche Organisierung gestimmt haben, weniger als 25.000 Dollar im Jahr verdienen, während Starbucks-Präsident Kevin Johnson allein im letzten Jahr 14,7 Millionen Dollar in Form von Gehältern und Aktien verdient hat, wurde natürlich nicht erwähnt.

 

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Angesichts der Tatsache, dass Millionen von Arbeitnehmer:innen im ganzen Land ihre Arbeit niederlegen und Tausende von Arbeitnehmer:innen weiterhin streiken, wird deutlich, dass die Arbeiter:innenklasse zunehmend die Nase voll hat von Angriffen auf die Arbeitsbedingungen und niedrigen Löhnen. Die Abstimmung über die gewerkschaftliche Organisierung in Buffalo ist ein ermutigendes Beispiel dafür, wie sich die Arbeiter:innenklasse organisiert und geeint wehren kann, um das zu fordern, was ihr zusteht.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Englisch bei LeftVoice.

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