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Ein Streik für uns alle: Der Arbeitskampf der CFM-Beschäftigten geht in eine neue Runde

Seit Montag streiken die Beschäftigten der Charité-Tochterfirma CFM erneut für einen Tarifvertrag. Dies ist die Fortsetzung eines langen Arbeitskampfes, der zuletzt im März zu Streiks geführt hat, welcher aber damals ohne Einflussnahme der Mehrheit der Beschäftigten ausgesetzt wurde.

Ein Streik für uns alle: Der Arbeitskampf der CFM-Beschäftigten geht in eine neue Runde

Bis zu 1000 € weniger verdienen die CFM-Beschäftigten im Vergleich mit den Kolleg*innen der Stammbelegschaft. Deswegen fordern sie bessere Löhne und eine Eingliederung in den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD), der für die Beschäftigten der Charité gilt. Am Montag traten sie deshalb erneut in den Streik, der bis zum 10. Juli gehen soll.

Die Corona-Krise hat gezeigt, wie unterfinanziert, aber auch essentiell wichtig das gesamte Gesundheitswesen ist. Arbeiter*innen in Krankenhäusern mussten sich jeden Tag für kaum Lohn in Lebensgefahr begeben. Das gilt auch für die über 2.500 nicht-medizinischen Beschäftigten, die in die CFM outgesourct sind: Sie sind für Reinigung, Sterilisation, Patient*innentransport, Essenszubereitung und vieles mehr zuständig. Auch sie sind Teil des Kampfes an der vordersten Front gegen die Pandemie.

Deswegen sollte Solidarität nicht mit dem Klatschen auf Balkons enden, sondern wir müssen aktiv für die Unterstützung des Streiks werben – gegen die zu erwartende Hetze der Springerpresse, die jeden Streik im Krankenhaus diskreditieren will, und für die Führung des Streiks auf der Grundlage der demokratischen Entscheidung der Gesamtheit der Streikenden.

Doch der Kampf geht auch über die CFM hinaus. Denn der Kampf der Beschäftigten ist ein Kampf für uns alle! Denn in Zeiten der Krise sind schlechte Arbeitsbedingungen und brachial niedrige Löhne Alltag geworden. Die Arbeitslosenzahlen steigen täglich, fast 40% aller Studierenden haben ihre Nebenjobs verloren. Die Kolleg*innen der CFM gehen mit gutem Beispiel voran: Sie zeigen, dass man für wirkliche Veränderungen kämpfen muss. Damit ihr Kampf erfolgreich sein kann, braucht es eine breite Solidarität – aber auch eine Zusammenführung der Kämpfe. In Berlin existieren 140 ausgegliederte Tochterfirmen im öffentlichen Dienst.

Wenn alle diese Tochterfirmen gemeinsam streiken würden, gegen Outsourcing, für die Wiedereingliederung und für den TVöD, dann könnte eine kraftvolle Bewegung entstehen. Und auch der gemeinsame Kampf mit der Stammbelegschaft ist notwendig. Im August und September stehen neue Arbeitskämpfe im öffentlichen Dienst an, denn der TVöD wird neu verhandelt. Ein gemeinsamer Streik der gesamten Charité – Stammbelegschaft und outgesourcte CFM – könnte einen großen Schritt hin zur Beendigung des Outsourcing gehen.

Für einen gemeinsamen Streik mit den Stammbelegschaften, gegen Outsourcing und Pflegemangel, für die Wiedereingliederung der Tochterfirmen mit TVöD!

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