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Die Wahrheit über Bio Company

Die Supermarktkette Bio Company präsentiert sich als fair und ökologisch. Alles Lüge, wie ein Mitarbeiter berichtet. Im Interview erzählt er von der Ausbeutung, wie Kolleg:innen, die eigentlich in Quarantäne müssten, zur Arbeit beordert werden und über die qualvollen Bedingungen für Tiere im angeblich biologischen Schlachthof der Firma.

Die Wahrheit über Bio Company
Bild: Otztafan Kolibril

Wie lange arbeitest du schon bei Bio Company und wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Ich bin seit drei Jahren bei der Bio Company (im Folgenden BC). Sie zeigt sich nach außen sehr nachhaltig und fair im Umgang mit den Mitarbeiter:innen und der Umwelt. Dieses Image hat mich angesprochen und somit habe ich mich beworben. Leider wurde ich sehr schnell von der BC in allen meinen Vorstellungen enttäuscht.

Mein Arbeitsalltag ist je nach Schicht unterschiedlich. Wir haben Schichtdienst, wie in jedem Lebensmitteleinzelhandel üblich. Wir sind zwei Stunden vor Eröffnung da und müssen alles vorbereiten bis die Kund:innen kommen. Man rennt hin und her, man schleppt die Obst- und Gemüsekisten, man muss die ganzen Waren und Getränke auspacken, was halt echt harte körperliche Arbeit ist. Man ist die ersten vier bis fünf Stunden damit beschäftigt, die Ware zu präsentieren. Und dann geht es nach der Pause weiter mit Sachen auspacken.

Ist in deinen Augen als Beschäftigter „bio“ automatisch fair?

Bio und fair kann man, meiner Meinung nach, nicht zusammen unter einen Hut stecken. Es wird nur durch die Medien suggeriert, dass bio fair ist, durch das Greenwashing. Bio ist einfach nur ein Marktsegment, mit dem persönliche Interessen von Menschen vorangetrieben werden. Die Nachfrage nach bio oder nach „sauberer“ Nahrung ist ja so groß, dass die Bio-Branche diese Nachfrage einfach bedient. Das Standard Bio-Label ist „EG Bio“, damit kann man sich einfach bio nennen. Bei Tomaten beispielsweise bedeutet das, dass sie im gleichen Gewächshaus wie normale Tomaten sind, aber fünf Zentimeter mehr Platz haben und eine Chemikalie weniger im Gießwasser haben. Dann ist es bio. Das ist bei den meisten Sachen so.

Genauso ist es auch bei den Arbeitsbedingungen. Es wird suggeriert, dass durch bio mehr ausgegeben wird in der Wertschöpfung und dadurch natürlich auch teurer verkauft wird. Das heißt ja eigentlich, dass die Mitarbeiter:innen mehr verdienen müssten, weil der Profit höher ist. Aber das ist leider nicht so.

Bist du mit deinen Arbeitsbedingungen zufrieden und wenn nicht, was würdest du gerne ändern?

Nein gar nicht. Es gibt eine riesige Liste, die auch mit der Zeit immer größer wird. Je länger man in der Branche arbeitet, umso mehr fällt einem auf, welche Missstände es gibt. Und nicht nur bei der Bio Company, sondern in der ganzen Branche. Das ist ja das Ding, wie das Grundverständnis von Leuten ist, in einem Bio-Markt zu arbeiten. Das ist so dieser Traum von „es riecht nach frischen Lebensmitteln“. Es scheint erst mal so zu sein und viele denken, auch wenn sie schon da arbeiten, es ist so. Weil es ihnen suggeriert wird und die Arbeitgeber angeblich Werte großgeschreiben wie „Mitarbeiterzufriedenheit“, „Mitarbeiterförderung“ und „faire Bedingungen“, aber es wird nur schwach umgesetzt.

Es gibt nicht umsonst eine Flächentarifvertrag im Handel und es ist dem Unternehmen selbst freigestellt, ob sie da eintreten oder nicht. Und bei BC gibt es keinen Tarifvertrag. Das ist der Knackpunkt, wo man sagt: Ey, warum zahlen die meisten Bio-Supermärkte weit unter dem Tarif? Also wirklich weit drunter! Das hat so viele Auswirkungen. Der Lohn im Einzelhandel ist ja schon gering und dann noch 200 oder 300 Euro weniger zu haben, ist extrem viel weniger, gerade bei den heutigen Mietpreisen und Lebensbedingungen.

Es gibt einen inaktiven Betriebsrat. Ich hab in meinen drei Jahren noch nie gemerkt, was der Betriebsrat für die Mitarbeiter:innen gemacht hätte. Die kommen in den Laden, stellen sich vor, fragen dich wie es dir geht. Was sollen wir denn bitte dazu sagen? Es müsste mal eine Mitarbeiter:innen-Versammlung geben, wo wir alle Punkte vorbereiten können, die uns stören. Aber so was gibt es nicht! Definitv nicht.

Anderseits gibt es ständig Kontrollen der Mitarbeiter:innen. Das ist eine externe Firma, die dafür bezahlt werden, in den Laden zu kommen und einen Diebstahl zu simulieren. Die verstecken Sachen und werten das dann nachher mit der Filialleitung aus. Derjenige der es dann war, wird zum Gespräch gerufen. Wenn man das nicht besteht, wird in einem anderen Gespräch besprochen, wie du das in Zukunft besser machen kannst. Die Leute werden unter krassen Druck gesetzt. Es ist total krank!

Ich hab ein Diebstahllehrgang gehabt, von morgens bis abends. Mit einem Polizisten und einem BC-Mitarbeiter. Die haben uns darüber aufgeklärt, wie wir mit Diebstählen umzugehen haben. Die Grundannahme in diesem Ding ist, dass die BC damit rechnet, das viele Diebstähle durch Mitarbeiter:innen passieren. Sie rechnen Diebstähle im Wert von Millionen im Jahr von Mitarbeiter:innen ein. Aber warum passiert das denn so? Das Witzige daran ist, was die BC daraus schließt, sind Maßnahmen wie Mitarbeiter:innenkontrolle. Jeden Abend werden alle Tasche kontrolliert. Es wird unangekündigt kontrolliert, wenn man aus der Pause kommt mit seinen gekauften Sachen. Es wird kontrolliert, ob du das bezahlt hast. Es werden die Taschen auf „freiwilliger“ Basis kontrolliert, du könntest sagen: „Nein, ich möchte nicht, dass du meine Tasche kontrollierst“. Aber wenn du das machst, bist du sofort verdächtigt. Also in was für eine Situation werden wir gebracht? Das sind private Sachen in unseren Taschen! Ich finde das ziemlich grenzwertig.

Dann sollte sich die BC fragen: Wenn man zufriedene Mitarbeiter:innen hat, klaut er/sie ja nichts. Warum sollten wir uns Lebensmitteln klauen, wenn wir ein angemessenes Gehalt hätten, um uns gute Lebensmittel kaufen zu können? Also es macht alles gar keinen Sinn! Der Grundgedanke sollte sein, den Mitarbeiter:innen ein angenehmes Arbeits- und Lebensverhältniss zu schaffen, damit sie nicht klauen müssen.

Manche Menschen sagen, dass es bei Bio Company kaum Ausbeutung gibt stimmt das?

Die Frage ist eher: Wer sagt denn so was? Was ich seltsam daran finde ist, dass sich das Bild der Bio-Branche nicht ändert. Viele Mitarbeiter:innen fühlen sich ungerecht behandelt. Aber warum macht keiner etwas dagegen? Die Gehaltserhöhungen sind so lächerlich gering festgelegt in den Vertragsbedingungen, dass man vielleicht nach fünf Jahren mal 100 Euro netto mehr auf dem Konto hat. Aber das bringt halt nichts! Gar nichts! Das ist auch keine Motivation.

Bei „Ausbeutung“ kommen einem große Branchen wie die Bekleidungsindustrie in den Kopf, wo dann Leute ausgebeutet werden, in anderen Ländern für ein bis zwei Euro die Stunde. Was natürlich auch auf Deutschland oder Berlin gesehen ein ganz anderes Verhältnis ist. Auch wir werden finanziell natürlich komplett ausgebeutet, wenn man den Stundenlohn sieht. 11 Euro irgendwas, das ist ja nicht was du netto nachher auf dem Konto hast. Am Ende hast du als Vollzeitkraft um die 1400 Euro. Das ist einfach so krank!

Es ist auch nicht so, dass es einfache Arbeit ist. Mit dem Lebensunterhalt lebt man auf jeden Fall fast an der Armutsgrenze. Wenn du Mindestlohn kriegst, sagt der Staat, lebst du dann halt nicht an der Armutsgrenze. Deswegen geben die das genau so aus. Und wer bemisst die Armutsgrenze? Wie wenig verdienen denn alle in Deutschland? Und man muss dagegen stellen, wie viel die Anderen, die Reichen, verdienen. Das ist ja das absurde daran.

Du bist ein Arbeiter, der im sogenannten essentiellen Sektor arbeitet. Wie wirkt sich Corona auf deine Arbeit aus? Hattet ihr Infektionsausbrüche im Betrieb?

Das ist alles ein absoluter Scheiß. Es wirkt sich auf jeden Fall auf uns aus. Gerade am Anfang, als die Pandemie losging, das war wirklich krass.

BC hat den vierfachen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr gemacht. Es sollte einen Ausgleich für die Beschäftigten dafür geben und den gibt es nicht. Also die haben jetzt drei Monate lang einen Euro mehr die Stunde bezahlt, aber was ist das? Das ist alles ein Witz! Die Bio Company hat in dem letzten halben Jahr durch die Pandemie und die ganze Werbung, dass die Leute mehr auf sich achten wollen und gesünder sein wollen, hart davon profitiert und machen viel mehr Umsatz.

Bei uns in der Filiale gab es mehrere Corona-Fälle. Das macht natürlich auch was mit den Arbeitsbedingungen. Es geht ja nicht nur darum, nach außen hin die ganzen Hygienevorschriften einzuhalten, sondern, dass sich die Mitarbeiter:innen sich sicher fühlen.

Wir hatten einen Mitarbeiter in der Filiale, dessen Mitbewohner Corona hatte. Die BC hat ihn trotzdem bei uns arbeiten lassen, weil das Gesundheitsamt nicht gesagt hat, dass er in Quarantäne muss. Aber das liegt in der freien Entscheidung der Firma und jede andere Firma, die sich Sorgen um ihre Mitarbeiter:innen macht, hätte ihn nach Hause geschickt. Sofort! Das find ich krank, dass die Bio Company trotzdem noch die Arbeitskraft von dem ausnutzt, bis zum letzten. Ihm ging es schon sogar richtig schlecht.

Sie sagen, es gibt keine andere Möglichkeit. Man fühlt sich dann auch verantwortlich. Im Supermarkt kannst du nicht ins Homeoffice, du kannst nicht von Zuhause aus arbeiten. Es muss alles gemacht werden. Ich hatte richtig Stress und bin deswegen richtig krank geworden nach dieser ersten Woche.

Es gab einen andere Corona-Fall in der Filiale und die Person hat über Tage hinweg mit mehreren Kolleg:innen zusammengearbeitet und wir können uns meistens nicht wirklich aus dem Weg gehen. Man steht an der Kasse nebeneinander… Wir werden von der BC unter Druck gesetzt. Es war so, dass unsere Filialleiter:innen gesagt hat: wenn ihr die Hygieneregeln nicht einhaltet, dann gibt es hier richtig Ärger und eine Person hat dann eine Mahnung gekriegt, weil sie sich mit einem anderen Mitarbeiter:in ohne Maske fünf Minuten im Pausenraum unterhalten hat. Da war es noch nicht so krass, da hatten wir das noch mit den 1,5 Metern Abstand und dann muss man keine Maske tragen. Das hat sich ja jetzt geändert.

Es gab mehrere Fälle. Die Schuld wird den Mitarbeiter:innen in die Schuhe geschoben. Dafür, dass diese Pandemie sich auch bei uns ausbreitet. Obwohl wir an der Front sind. Wir sehen hunderte Kund:innen jeden Tag und sind durch eine Plexischeibe angeblich geschützt. Es gibt tausende Berührungspunkte, wenn die Leute zur Arbeit kommen müssen. Es wäre viel nachhaltiger zu sagen, wem es wirklich schlecht geht, der soll Zuhause bleiben. Die BC hat von Anfang an gesagt, wer freiwillig in Quarantäne geht, kriegt keine Notvorzahlung; Wer in ein Krisengebiet fährt (was vorher kein Krisengebiet war) und zurück kommt und in Quarantäne muss, hat die Schuld du bleibst dann Zuhause und kriegst keinen Lohn. Und das entscheidet die BC. Das entscheidet jede Firma selber.

Viele Unternehmen wie BC machen weitere Gewinne während der Pandemie, während tausende Menschen ihre Jobs verlieren. Was denkst du zu den Maßnahmen der Regierung?

Was für Maßnahmen? Es gibt keine Maßnahmen, das ist ja das Ding. Das ist auch ein Thema, worüber ich mich so aufrege. Das ist typisch gewesen, dass der Bundestag aufgestanden ist und für alle geklatscht hat, die noch das System am Laufen halten. Wie das Gesundheitssystem, die Einzelhandelsleute und alle, die im öffentlichem Dienst arbeiten, zum Beispiel die Müllabfuhr. Es gibt ja nichts! Was nicht schwer wäre für die Regierung, wo man sieht, dass die Millionen bezahlen, um Unternehmen zu retten, die aber schon voll viel Geld haben. Immer sagen alle: „Du kannst ja froh sein, dass du ein Job hast“. Aber mir bringt das ja gar nichts. Jeder denkt drüber nach und es gibt ja nichts, gar nichts vom Staat. Das find ich so krass! Auch wenn es 1000 Euro für jeden gewesen wären, das wäre nicht mal viel für den Staat und die Unternehmen gewesen. Aber es kommt ja nichts! Und es wird jetzt auch nicht mehr darüber gesprochen.

Wir arbeiten ganz normal weiter, wie immer, nur mit ganz vielen Einschränkungen, Hygienerichtlinien und Stress. Es wird einfach so hingenommen, dass wir das machen. Und es wird als ganz normal angesehen. Das ist das schwierige und der Staat müsste was machen!

Ich weiß, dass die großen Supermärkte, wie Lidl und Aldi, ihren Mitarbeiter:innen 300 Euro extra pro Monat gezahlt haben während der Pandemie. Wir haben dagegen einen lächerlichen Bonus von einem Euro pro Stunde gekriegt. Diese Bonuszahlung ist gegen den Gewinn, den BC jetzt macht, nichts! Es gibt bei der BC kein Urlaubsgeld, kein Weihnachtsgeld. Es gibt einen Monatsbonus, der aber im Unternehmen bleibt, wir kaufen damit überteuerte Produkte und das Unternahmen hat dadurch Steuerersparnisse.

Ist für dich BC Greenwashing?

Ich verstehe unter Greenwashing, dass so was wie fairer Handel, faire Arbeitsbedingungen und noch ein faires gutes Produkt suggeriert wird. Mit Werbung, alles ist grün und öko, was aber gar nicht so ist im Endeffekt. Die Produkte entsprechen nicht den ökologischen Anforderungen. Das ist ja ein riesen Thema! Allein schon der Internetauftritt: Die BC- Seite ist grün und braun, was voll der Quatsch ist. Aber klar, bio ist allgemein Greenwashing. Kapitalismus kann niemals „grün“ sein.

Letzte Woche wurde ein Video veröffentlicht vom „Deutschen Tierschutzbüro e.V.“. Es beweist die grausamen Zustände der Tiere in einem Bio-Schlachthof, der die BC mit Fleisch beliefert. Kannst du uns mehr dazu erzählen?

Dieses Video hat mir jemand geschickt, so was kriegt man ja nicht mit in den Medien. Man sieht in diesen versteckten Videoaufnahmen, diese typischen Horrorbilder, die man schon kennt aus Fleischgroßbetrieben. Es ist uns allen natürlich bewusst, dass Schweine und Tiere da getötet werden, aber wie das vorgeht ist mega krass. Noch krasser ist, wenn man sieht, zu was für einem Preis und unter welchen Werbemaßnahmen dieses Fleisch verkauft wird. „Wir behandeln die Tiere fair, wir verkaufen hier Bio-Fleisch. Die werden bei uns nicht mit Antibiotika und was weiß ich was gefüttert.“ Aber wenn man dann diese Schweine sieht, die dann in die Ecke getrieben werden, in einer dreckigen, großen, dunklen Fleischerei. Die werden nicht sachgemäß betäubt. Dann werden die getreten und müssen zusehen wie alle ihre Schweinefreunde auch getötet werden. Das ist alles auf diesem Video sichtbar!

Dieser Schlachthof arbeitet mit einem Fleischverarbeitungsbetrieb der BC zusammen, der heißt „Biomanufaktur Havelland“. Das hört sich halt wieder so schön an. Manufaktur. Das sind Wörter, die genommen werden, um wieder Greenwashing zu betreiben. Dann wird noch ein Bio-Siegel davor gesetzt.

Die Bio Manufaktur Havelland, das kommt im Video gar nicht vor, wurde aufgekauft von der BC. Also größtenteils stammt das BC Fleisch von dieser Manufaktur Havelland. Die BC hat sich erst mal davon distanziert. Man könnte ja öffentlich sagen: „Ey, wenn das so läuft machen wir das nicht.“ Eigentlich müsste die BC dafür stehen, wenn sie nach den Werten handelt, die sie in der Öffentlichkeit vorgibt. Aber das tut sie ja nicht. Sie sagt, sie wüsste das nicht. Dafür gibt es keine Strafe, weil es keine richtigen Vorschriften gibt. Niemand bestraft die dafür! So läufts ja. Hier sind die Zahlen wichtiger, als alles andere.

3 thoughts on “Die Wahrheit über Bio Company

  1. Patricia Günther sagt:

    Ich kriege ein Föhn… Es ist schlimmer, als ich befürchtet habe als regelmäßige BC-Kundin. Ich werde schauen, ob ich Alternativen finde…

  2. Oktay DEMİREL sagt:

    Hey. Gilt das alles auch für denns oder speziell für BC? Und ratet ihr dabin ab, Bio zu kaufen?

  3. Patrizia sagt:

    Also ich bin ja froh, dass mich endlich mal jemand darüber aufklärt, dass man auch bei der BIO COMPANY ARBEITET. Dass man 5 Stunden all diese wunderbaren Produkte präsentiert und zubereitet, damit sie die Kunden kaufen können. Dann nach seiner Pause noch weiter 3 Stunden arbeitet und wiederum dafür sorgt, dass die Kunden die Waren auch dort finden, wo sie hingehören. Handel ist ein hartes Geschäft und die Leute leisten dort Unglaubliches… jeden Tag aufs Neue den Bedarf zu decken, dabei immer freundlich sein, der Kunde, mit dem man zu tun hat, auch nicht immer einfach ist und bei all der Anstrengung nicht reich dabei zu werden… Ich bin Stammkunde bei BC und dies aus Überzeugung. Nicht nur, dass ich wirklich gute Lebensmittel dort kaufen kann, sondern ein System der Werteorientierung unterstütze. Dass die Gehälter nicht dem im konventionellen Handel, gar dem im Diskount entsprechen, hat damit zu tun, dass Erzeugern und Verarbeitern keine Abnehmerpreise diktiert werden. Dass kleine, mittelständische und handwerkliche Betriebe für ein entsprechend besseres Produktergebnis mit fairen Preisen entlohnt werden und die Wertschöpfungskette damit erheblich teurer als üblich ist. Es gibt eine Mitarbeitervertretung bei BC und schon von Gesetzes wegen müssen regelmäßig Betriebsversammlungen abgehalten werden. Zu Pandemiezeiten findet man Lösungen in digitaler Form, wie bei anderen Unternehmen auch. Sicher mag es bei BC auch Schwächen geben, aber es ist ein Unternehmen, dass sich auf den Weg zu etwas Besserem gemacht hat und das ist mir wichtig und würdige ich mit meinen Einkäufen. Zum Schluss noch: der Arbeitsmarkt hat sich durch Demographie und ein verändertes Wertesystem zu Gunsten der Arbeitnehmer verändert. Das ist gut so und damit haben auch Sie, Kritiker/in, die Wahl! Gehen Sie zu Lidl, verdienen Sie 300,- € mehr monatlich in Pandemiezeiten, lassen Sie sich dort von einer aktiven Mitarbeitervertretung helfen und seien Sie glücklich mit nicht stattfindendem Greenwashing in Sachen Ökologie, sozialer Nachhaltigkeit, Hygiene-Regeln in Pandemiezeiten und entspannten Umsatzzielen!

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