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DFB: Mit Rassismus kein Problem – wenn ein Milliardär beleidigt wird schon

Am vergangenen Bundesligaspieltag wurde ein Spiel des Plastikclubs Hoffenheim unterbrochen, weil Fans des FC Bayern den Hoffenheimer Geldgeber Dietmar Hopp beleidigt haben.

DFB: Mit Rassismus kein Problem - wenn ein Milliardär beleidigt wird schon

Die Schmähung geschah aus Solidarität mit Fans von Borussia Dortmund, die kollektiv eine zwei-jähriges Sperre für Auswärtsspiele bei Hoffenheim bekamen, nachdem sie Hopp auf einem Plakat mit Fadenkreuz darstellten. Am Sonntag hielten auch Fans von Union Berlin ein Plakat mit Beleidigungen hoch, worauf das Spiel gegen Wolfsburg unterbrochen wurde.Es ist verständlich, den Mäzen zu beleidigen und den Klassenhass zum Ausdruck zu bringen. Dabei wurden leider auch Frauen und Sexarbeiterinnen beleidigt („Hurensohn“), was aber in der Diskussion kaum thematisiert wird.

Wenn Fans jemanden beleidigen, werden Spiele unterbrochen? Offensichtlich nur, wenn es um weiße deutsche Milliardäre geht.

Im vergangenen Herbst zweifelte die BILD-Zeitung die Identität des Zweitligaspielers Bakery Jatta an. Anstatt sich hinter den Spieler zu stellen, hat der deutsche Staat angefangen gegen Jatta zu ermitteln und der DFB hat die Vereinen, gegen die Jatta eingesetzt wurde, mit einem Punktabzug gelockt. Nachdem die deutschen Behörden nichts gefunden haben, haben der 1. FC Nürnberg und die BILD sogar Detektive nach Gambia geschickt. „Fans“ des Karlsruher SC haben den Spieler ausgepfiffen und beleidigt. Als auch die Nürnberger Ermittler nichts gefunden haben, wurden alle Verfahren eingestellt. Jatta kann hier bleiben.

Dieser ganze Fall blieb ohne Konsequenzen für die BILD und ihre rassistischen Lügen, für den DFB und seinen institutionellen Rassismus sowie Vereine und Fans. Nicht einer der Parteien hat sich bei Jatta entschuldigt. Einzig vorbildlich zeigte sich der HSV, der seinen Spieler schützte und Erzrivale St. Pauli, der sich trotz fußballerischer Rivalität hinter Jatta stellte.

Offensichtlich hat der DFB nur ein Problem mit Beleidigungen, wenn sie gegen weiße deutsche Milliardäre gehen. Dies ist aber kein Einzelfall: Der Rassismus wird von oben geschürt, wie auch vom Schalker Clubboss Tönnis. Die kapitalistische Verwertung des Fußballs, die Red Bull, Rummenigge und Hopp auf die Spitze treiben, ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft, in der Solidarität nichts zählt. Doch in Kurven regt sich auch Widerstand, wie beim Spiel der Eintracht Frankfurt, als die Fans bei der Störung der Schweigeminute für die Ermordeten von Hanau „Nazis raus“ riefen.

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