Frauen und LGBTI*

CPPZ und Frauen*streik Seite an Seite bei Kundgebung vor dem Gesundheitsministerium [mit Fotos und Video]

Am Donnerstag organisierten verschiedene Initiativen im Rahmen des Frauen*streiks am 8. März eine Aktion vor dem Bundesgesundheitsministerium, um auf die Situation der Pflege- und Sorgearbeitenden aufmerksam zu machen. Vorne mit dabei: die unermüdlichen Streikenden der CPPZ.

CPPZ und Frauen*streik Seite an Seite bei Kundgebung vor dem Gesundheitsministerium [mit Fotos und Video]

“Wir sind die Ergos, Masseure, Ther­a­peuten. Wir streiken weit­er, weil sie uns aus­beuten!”, schallte es am Don­ner­stag vor­mit­tag vor dem Bun­des­ge­sund­heitsmin­is­teri­um durch die Berlin­er Friedrich­straße. Dutzende Streik­ende der CPPZ, ein­er out­ge­sourcten Tochter­fir­ma des Char­ité-Uni­ver­sität­sklinikums, waren gekom­men, um sich der Aktion “Über­lastet! Who cares?” anzuschließen. Das Berlin­er Frauen*streik-Bündnis, das Berlin­er Bünd­nis für mehr Per­son­al im Kranken­haus, das Net­zw­erk Care Rev­o­lu­tion und weit­ere Ini­tia­tiv­en woll­ten mit der Aktion auf die Missstände in der Pflege- und Sorgear­beit aufmerk­sam machen.

Bei der bun­ten und laut­en Kundge­bung wur­den dutzende “Über­las­tungsanzeigen” ver­lesen, die die enorme und ungle­ich verteilte Belas­tung im Pflege- und Gesund­heitssek­tor anprangerten. Hebam­men, Gesund­heits- und Krankenpfleger*innen, Patient*innen und viele weit­ere Aktivist*innen begaben sich nach und nach auf den “Care Chic Cat­walk” und erzählten per­sön­liche Geschicht­en über die Belas­tung und die struk­turelle Gewalt, der sie aus­ge­set­zt sind. Sie forderten eine andere Aufteilung der unbezahlten Pflege- und Sorgear­beit, aber auch ein völ­lig anderes Gesund­heitssys­tem. Eine Red­ner­in fragte rhetorisch: “Herr Spahn, glauben Sie ern­sthaft, sie kön­nten mich und meine Arbeit erset­zen?”

Den kämpferischen Abschluss des “Cat­walks” bilde­ten die streik­enden CPPZ-Kolleg*innen, die schon seit mehr als drei Wochen ihre Arbeit niedergelegt haben. Sie fordern weit­er­hin ein Ende der Aus­gliederung und der Ungle­ich­be­hand­lung im Betrieb durch die Wiedere­ingliederung in den TVÖD. Mit ihrem Ban­ner “Gegen die Zer­stück­elung der Char­ité! Wir fordern: Ein Betrieb = ein Tarif!” macht­en sie auch vor dem Bun­des­ge­sund­heitsmin­is­teri­um auf diese zen­trale Forderung aufmerk­sam und zeigten sich kämpferisch.

Josy, Streik­ende und Mit­glied der Tar­ifkom­mis­sion bei der CPPZ, plädierte am Mikro­fon für eine Zusam­men­führung der Kämpfe:

Wir sind zuvor uner­fahren gewe­sen im Streik. Die Streik­er­fahrung zeigt, wie wichtig das Ver­net­zen mit anderen Streik­enden ist und wie viel Aufk­lärungsar­beit geleis­tet wer­den muss. Wir haben ein­fach keine Lust mehr auf Zwei-Klassen- oder Geschlechtertren­nung. Wir ste­hen zusam­men mit unseren gestell­ten Kol­le­gen, ob Mann ob Frau, ob Pflege, ob Ther­a­pie oder CFM. Und genau­so ste­hen wir mit dem Frauenkampf Seite an Seite – um der Gesellschaft zu zeigen, wir sind alle eins.

(Live-Video von der Kundge­bung. Der Rede­beitrag der CPPZ ist ab Minute 36:00 zu hören.)

 

Zuvor hat­ten Studierende und Lehrende aus Berlin­er Uni­ver­sitäten eine Sol­i­dar­itäts­del­e­ga­tion zum CPPZ-Streik organ­isiert. Am 8. März wer­den sie mit einem Uni-Block an der Frauen*kampftags-Demonstration teil­nehmen und dort gemein­sam mit den Streik­enden der CPPZ und vie­len weit­eren Beschäftigten im Gesund­heitssek­tor laufen, die einen Care-Block bilden wer­den.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.