Unsere Klasse

CFM-Beschäftigte sagen: Stimmt gegen die Angebote! Ein Betrieb, ein Tarifvertrag!

Heute morgen haben Beschäftigte der Charité Facility Management (CFM) dieses Flugblatt am Virchow-Klinikum in Wedding verteilt. Die Gewerkschaft ver.di lässt ab morgen über das neuste Angebot der Geschäftsführung abstimmen. Diese Kolleg*innen rufen dazu auf, mit "Nein" zu stimmen. Wir spiegeln hier den vollen Text.

CFM-Beschäftigte sagen: Stimmt gegen die Angebote! Ein Betrieb, ein Tarifvertrag!

Seit mehr als zehn Jahren kämpfen die Kolleg*innen der Char­ité Facil­i­ty Man­age­ment gegen Out­sourc­ing und Tar­if­flucht. Sie wollen den gle­ichen Tar­ifver­trag wie ihre Kolleg*innen an der Char­ité. Nun bietet die Geschäfts­führung einen Tar­ifver­trag an – aber mit nur 11 Euro pro Stunde, d.h. deut­lich unter Tar­ifniveau. Die Gew­erkschaft ver.di lässt ab mor­gen über dieses Ange­bot abstim­men. Die Kolleg*innen, die dieses Flug­blatt ver­fasst haben, rufen dazu auf, mit “Nein” zu stim­men. Wir spiegeln hier den vollen Text.

Zusät­zlich wollen wir als Redak­tion von Klasse Gegen Klasse an die Kolleg*innen vom Botanis­chen Garten in Berlin ver­weisen. Dort war die Hälfte der Kolleg*innen über eine Tochter­fir­ma eingestellt, mit bis zu 40 Prozent weniger Lohn für die gle­iche Arbeit. Nach einem jahre­lan­gen Kampf haben sie die Auflö­sung der Tochter­fir­ma erre­icht. Seit dem 1. Jan­u­ar gibt es im Garten nur noch eine Belegschaft mit einem Tar­ifver­trag. Ihr Beispiel zeigt: Kämpfen lohnt sich!

Flugblatt: Wahnvorstellung bei der CFM-Geschäftsführung

Ver.di ruft zur Umfrage, ob wir uns nach über 10 Jahren Kampf um einen Tar­ifver­trag an der CFM mit 11€ oder ab Dezem­ber 2019 mit 11,50€ zufrieden geben wer­den.

Wir sind Kol­le­gen und empfind­en dieses Ange­bot der Geschäfts­führung als klatschende Ohrfeige.

11.50€ sollen erst ab Dezem­ber 2019 gezahlt wer­den, die 11€ ab Dezem­ber 2017, aber bei­de Ange­bote sehen eine Laufzeit von 2,5 bis 3 Jahren vor. Eine Angle­ichung unser­er Löhne an den Tar­ifver­trag des Öffentlichen Dien­stes (TVöD) ist aber in diesen Ange­boten nicht enthal­ten. Doch die Char­ité, deren 100%ige Tochter wir wer­den sollen, ist nun mal Öffentlich­er Dienst. Es ist eine Frech­heit, dass Ange­bote vorgelegt wer­den, abges­timmt mit der Poli­tik, welche nicht mal eine zukün­ftige Anwen­dung des TVöD festschreiben.

Alter­sar­mut als Ange­bot

Wie in unser­er let­zten Betrieb­sver­samm­lung deut­lich wurde, führt ein Lohn von 11€ oder auch 11,50€ ganz sich­er in die Alter­sar­mut. Dass diese 11€ trotz­dem für ca. 1600 von uns eine Lohn­er­höhung darstellen, zeigt noch ein­mal, wie beschissen unsere Bezahlung auch bish­er war. Mehr als einen betrieblichen Grund­lohn wollen CFM und Poli­tik nicht regeln. Die ange­botene Lohn­er­höhung ist kein Ent­ge­genkom­men, son­dern zeigt, dass auch in Zukun­ft die CFM-Beschäftigten die sog. Schwarze Null an der Char­ité sich­ern sollen.

Wir haben die Schnau­ze voll!

Wir wollen Lohn­er­höhun­gen und eine klare Fes­tle­gung, bis wann der TVöD in der CFM ange­wandt wird. Die lange Laufzeit von etwa drei Jahren für das jet­zige Ange­bot bedeutet, dass wir in dieser Zeit nicht für die Ein­führung des TVöD kämpfen kön­nen. Auch nicht, wenn die pri­vat­en Anteil­seign­er 2018 endlich auss­chei­den oder auch nicht, wenn in Berlin vorzeit­ig gewählt wer­den muss. Viele von uns empfind­en die Annahme von diesem Ange­bot als Nieder­lage und ob wir die Ent­täuschung über diese Nieder­lage bis 2020 über­winden kön­nen, um erneut in den Arbeit­skampf zu kom­men, ist uns nicht klar. Drei weit­ere Jahre Still­stand wer­den Spuren hin­ter­lassen.

Wir fordern euch alle auf, gegen die Alter­sar­mut mit 11,50€ zu stim­men! Denn wir haben eine Per­spek­tive in unserem Kampf um den TVöD.

Die Gestell­ten wer­den abse­hbar ihre Son­der­stel­lung ver­lieren und nicht mehr nach dem an der Char­ité gel­tenden Tar­ifver­trag bezahlt. Deren Streik­bere­itschaft wird wohl zunehmen. Die Schwest­ern an der Char­ité kön­nen kurzfristig aus der Frieden­spflicht her­auskom­men und ihren Kampf um bessere Arbeits­be­din­gun­gen fort­set­zen. Wir haben vielle­icht nicht diesel­ben Forderun­gen, aber gemein­sam streiken mit eige­nen Forderun­gen, wird uns einen ordentlichen Schub geben, den Druck deut­lich erhöhen. Die Kol­le­gen der VSG und ander­er Betriebe sind eben­falls für uns ansprech­bar, einen Arbeit­skampf um die Anwen­dung des TVöD in allen Betrieben des öffentlichen Dien­stes zu führen. Solch gemein­same Kämpfe müssen wir im Zweifel auch gegen einige ver.di-Obere durch­set­zen. Statt über dieses Nicht-Ange­bot zu reden, müssen wir über die näch­sten Schritte zur Erre­ichung des TVöD disku­tieren. Denn Ideen wird es unter uns 3000 CFM­lern auf jeden Fall genug geben.

Der TVÖD ist keine unerr­e­ich­bare Utopie.

Unsere kleinen Chefs in den Abteilun­gen hat­ten wohl von der Geschäfts­führung den Auf­trag erhal­ten, uns zu erk­lären, dass jegliche Lohn­er­höhung unmöglich ist. Wir wür­den einen Kampf führen, den wir auf keinen Fall gewin­nen kön­nen. Was wir aber sehen: Auch mit der unzure­ichen­den Zahl von Streik­enden haben wir bere­its erre­ichen kön­nen, dass Geschäfts­führung und Abteilungschefs Lüge ges­traft wur­den. Zunächst bieten sie 11€, nun 11,50€. Damit in Betrieb und Poli­tik Ruhe herrscht, wer­den sie dur­chaus mehr bieten, wenn wir nur laut und auf­säs­sig genug sind. Wir lassen uns nicht erk­lären, es wäre nicht genü­gend Geld vorhan­den, um unsere Arbeit angemessen­er zu bezahlen.

Darum stimmt gegen die Ange­bote, egal ob sie 11€ oder 11,50€ ver­sprechen, und schließt euch unserem Kampf für “Ein Betrieb, ein Tar­ifver­trag” an!

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