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Brasilien erlebt den wichtigsten Generalstreik in Jahrzehnten [mit Fotogalerie]

Es gab Streikposten, Straßen und Autobahnblockaden in zahlreichen Städten. In São Paulo und Rio de Janeiro gab es Repressionen durch den Staat. Die Arbeiter*innenklasse stellt sich gegen die Sparmaßnahmen und reaktionären Reformen der Bosse und der neuen Regierung von Temer, welcher nach dem konstitutionellen Putsch gegen Präsidentin Dilma Rousseff an die Macht gelangte.

Brasilien erlebt den wichtigsten Generalstreik in Jahrzehnten [mit Fotogalerie]

Brasilien erlebte am gestri­gen Fre­itag, den 28. April, den wichtig­sten Gen­er­al­streik der ver­gan­genen Jahrzehnte. Die größten Städte Brasiliens erwacht­en am frühen Mor­gen lah­mgelegt. Der Streik war Teil ein­er mas­siv­en Aktion der Zurück­weisung der Spar­poli­tik der Putschregierung von Michel Temer.

Der Kampf­tag und die Block­aden vom 15. März war schon eine große Macht­demon­stra­tion der brasil­ian­is­chen Arbeiter*innen. Doch dieser 28. April ist bere­its in die Geschichte einge­gan­gen als der gewaltig­ste Still­stand, den die arbei­t­ende Klasse in vie­len Jahren durchge­führt hat.

In Haupt­städten wie Brasil­ia, Sal­vador, Belo Hor­i­zonte, Maceió, Goiâ­nia, Cam­po Grande, Por­to Ale­gre, Man­aus, Recife und Sao Paulo standen die Busun­ternehmen und zu weit­en Teilen auch die U‑Bahnen still. In Rio de Janeiro waren die Schiffe und Fähren außer Betrieb und auch in anderen bedeut­samen Städten wie San­tos und São José wurde der Trans­port­sek­tors aus­nahm­s­los lah­mgelegt.

Die Beteili­gung am Streik war mas­siv im gesamten Land: in der Mehrheit der Fab­riken, Schulen, Uni­ver­sitäten, im Trans­portwe­sen und im Han­del. Es ist schw­er, Sek­toren der Wirtschaft zu find­en, welche nicht von diesem lan­desweit­en Kampf­tag bee­in­flusst wur­den, welch­er sich gegen die Refor­men des Putsch­präsi­den­ten Michel Temer und des Nation­alkon­gress­es wen­det – eine echte “Höh­le von Kor­rupten”.

Straßen, Alleen und Auto­bah­nen sind in ver­schiede­nen Städten block­iert wor­den und in vie­len davon waren die Demonstrant*innen seit den frühen Mor­gen­stun­den ein­er hefti­gen Polizeire­pres­sion aus­ge­set­zt.

Während des Mor­gens wurde in Rio de Janeiro die Río-Niterói-Brücke und das West­kreuz block­iert.

In Recife wur­den Streik­posten auf der Aveni­da Norte und auf dem Kreuz Cabuçá aufgestellt. In São Paulo wurde eben­falls die Auto­bahn Reg­is Bit­ten­court block­iert, die die Stadt mit dem Süden des Lan­des verbindet. In Natal wurde die wichtige Route „BR 101“ geschlossen. Die Block­aden und Sper­run­gen wieder­holten sich in ähn­lich­er Form im ganzen Land.

In Guarul­hos block­ierten die Arbeiter*innen des Flugverkehrs den Zugang zum Flughafen. Ent­ge­gen der vom Gou­verneur Ger­al­do Alck­min ange­ord­neten Polizeire­pres­sion haben sich die Kolleg*innen in ein­er neuen Aktion mit den dor­ti­gen Metallarbeiter*innen vere­int. In Rio de Janeiro kam der Betrieb am Flughafen San­tos Dumont kom­plett zum Erliegen.

Die großen Massen­me­di­en ver­suchen in verzweifel­ter Manier die Bedeu­tung dieses his­torischen Streiks unter den Tep­pich zu kehren und die mas­sive Beteili­gung am Streik im gesamten Land zu rel­a­tivieren.

Schon während des gestri­gen Mor­gens wurde klar, dass die Arbeiter*innen den Willen und die Fähigkeit haben, einen ern­sthaften und entschlosse­nen Kampf gegen die Refor­men von Temer voranzutreiben.

Trotz der Ver­suche der Gew­erkschafts­bürokratie, die Mobil­isierun­gen zu brem­sen und den Kon­flik­te zu befrieden, ist es möglich, sich an den Arbeit­splätzen zu organ­isieren und einzu­fordern, dass sich diese Gew­erkschafts­führun­gen vor­bere­it­en, Gen­er­al­streiks zu organ­isieren, die Temer und seine Angriffe zurückschla­gen.

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