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Blutige Repression durch Israel: Mindestens 52 Palästinenser*innen bei Protesten gegen Umzug der US-Botschaft getötet

Mindestens 52 Palästinenser*innen wurden heute vom israelischen Militär getötet. Außerdem wurden Tausende von Menschen durch Schüsse verletzt. Sie hatten gegen den Umzug der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem protestiert.

Blutige Repression durch Israel: Mindestens 52 Palästinenser*innen bei Protesten gegen Umzug der US-Botschaft getötet

Min­destens 52 Palästinenser*innen – darunter mehrere Min­der­jährige – wur­den nach Angaben des palästi­nen­sis­chen Gesund­heitsmin­is­teri­ums heute durch israelis­che Schüsse getötet, außer­dem wur­den mehr als 2.000 Per­so­n­en ver­let­zt. Sie hat­ten an den Protesten ent­lang der Gren­ze von Gaza gegen den Umzug der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem teilgenom­men.

Die Palästinenser*innen mobil­isieren sich seit Wochen in Form eines “Rück­kehrmarsch”, mit dem sie das Recht der palästi­nen­sis­chen Geflüchteten auf Rück­kehr in ihre Heimat fordern.

Die Demon­stra­tio­nen konzen­tri­eren sich auf die Gren­ze des Gaza­s­treifens. Dort gibt es Zelt­lager und Mobil­isierun­gen, anlässlich der­er Israel bere­its den Befehl gegeben hat, jede*n zu erschießen, die*der sich den Grenz­zäunen nähert. Das bleibt dem Ermessen der israelis­chen Scharf­schützen über­lassen, die in den ver­gan­genen Wochen jeden Fre­itag durch­schnit­tlich acht Palästinenser*innen bei Protesten getötet und Tausende ver­let­zt haben.

Der Sprech­er des palästi­nen­sis­chen Gesund­heitsmin­is­teri­ums in Gaza, Ashraf al-Qedra, berichtete, dass der erste Getötete heute der 21-Jährige Anas Qudieh war. Er wurde im Osten von Jan Yunis im südlichen Gaza­s­treifen erschossen.

Fünf weit­ere Palästinenser*innen wur­den später ermordet, eine Zahl, die stündlich durch die krim­inellen Hand­lun­gen der israelis­chen Armee zunahm. Die Mehrheit der getöteten Palästinenser*innen sind Jugendliche und min­destens eine Min­der­jährige im Alter von 14 Jahren.

Dass die israelis­che Armee entschlossen ist, ein echt­es Mas­sak­er zu bege­hen, zeigt sich dadurch, dass die meis­ten Ver­wun­de­ten (mehr als 400) durch Kugeln ver­wun­det wur­den, weit­ere 3 durch run­derneuerte Kugeln und 64 durch Schrap­nell. Hun­derte weit­ere wur­den wegen Atem­not durch Gas behan­delt.

Der israelis­che Vertei­di­gungsmin­is­ter Avig­dor Lieber­man hat­te gesagt, dass es in Gaza “keine unschuldigen Men­schen gibt (.….) jed­er ist mit der Hamas ver­bun­den”. Das heißt, er gab der Armee einen Freifahrtschein zum Schießen und Töten. Das gle­iche Argu­ment wurde von Armeesprech­er Jonathan Con­ri­cus am Fre­itag benutzt, um die Repres­sion und den Mord zu recht­fer­ti­gen: Er sagte, dass “zwis­chen 200 und 400 Ran­dalier­er absichtlich den Zaun mit Molo­tow-Cock­tails und Steinen ange­grif­f­en” hät­ten, und warnte, dass er nicht dulde, dass “die Hamas Zivilis­ten und Min­der­jährige nutzt, um einzu­drin­gen”.

Während die israelis­chen Stre­itkräfte ein Mas­sak­er auf palästi­nen­sis­chem Gebi­et verübten, begann die Ein­wei­hung der US-Botschaft in Jerusalem, die als erneute Pro­voka­tion der US-amerikanis­chen und israelis­chen Regierung gegen ara­bis­che und mus­lim­is­che Gemein­schaften in der gesamten Region betra­chtet wer­den kann.

“Heute eröff­nen wir die US-Botschaft in Jerusalem, Israel”, sagte der US-Botschafter vor dem israelis­chen Präsi­den­ten Reuvén Rivlin, Pre­mier­min­is­ter Ben­jamin Netanyahu, und der US-Del­e­ga­tion, die Don­ald Trump geschickt hat­te. Dazu gehörten auch dessen Tochter Ivan­ka und ihr Mann Jared Kush­n­er.

Comien­za la cer­e­mo­nia de aper­tu­ra de la emba­ja­da de Jerusalén, mien­tras las protes­tas en Gaza han deja­do al menos 37 palesti­nos muer­tos. En direc­to: https://t.co/OTUstbila8 pic.twitter.com/R1Z82rDXjG

— euronews español (@euronewses) 14. Mai 2018

Einige Stun­den zuvor hat­te Präsi­dent Trump auf Twit­ter gesagt – während Dutzende von Palästinenser*innen getötet wur­den –, dass die Ein­wei­hung der neuen Botschaft “ein großer Tag für Israel” sei.

Seit Trumps Ankündi­gung der Ver­legung der Botschaft in Israel hat er eine Welle der Ablehnung unter Palästinenser*innen aus­gelöst, die seit Wochen protestieren und von der israelis­chen Armee bru­tal unter­drückt wer­den. Die Repres­sion des Staates Israel gegen die beset­zten Gebi­ete, in denen er eine offen kolo­nial­is­tis­che Poli­tik betreibt, wird durch die mas­sive Inhaftierung von Demonstrant*innen, darunter eine große Zahl junger Men­schen, ergänzt.

Einem aktuellen Bericht zufolge sind 95 Prozent der bei den Protesten festgenomme­nen Per­so­n­en Jugendliche, wobei der emblema­tis­chste Fall der von Ahed Tami­mi ist, ein­er 16-jähri­gen jun­gen palästi­nen­sis­chen Aktivistin, die mit­ten in der Nacht mit ihrer Mut­ter und ein­er Cou­sine inhaftiert wurde. Ahed wurde ver­haftet, nach­dem ein Video von ihr viral ging, in dem sie einen israelis­chen Sol­dat­en, der bis an die Zähne bewaffnet war, ohrfeigte, damit er ihr Haus ver­lässt.

Die Bru­tal­ität der “Meth­o­d­en” der israelis­chen Armee ist so offen­sichtlich, dass sie nicht nur von ver­schiede­nen inter­na­tionalen Organ­i­sa­tio­nen, son­dern auch von fünf ehe­ma­li­gen israelis­chen Sol­dat­en in Frage gestellt wur­den: Sie veröf­fentlicht­en vor zwei Wochen einen Brief, in dem sie verurteilen, dass die Armee wahl­los auf “unbe­waffnete Per­so­n­en”, inklu­sive Kinder, schießt, um sie zu töten.

Der geplante Protest ver­schieden­er palästi­nen­sis­ch­er Organ­i­sa­tio­nen begann am 30. März und dauert sechs Wochen. Ziel ist es, die his­torische Forderung nach dem Recht der palästi­nen­sis­chen Geflüchteten so weit wie möglich zu ver­bre­it­en. Sie wollen in die Städte und Dör­fer zurück­zukehren, aus denen ihre Fam­i­lien während der sys­tem­a­tis­chen eth­nis­chen Säu­berun­gen, auf denen der Staat Israel 1948 in den his­torischen palästi­nen­sis­chen Gebi­eten kün­stlich gegrün­det wurde, flo­hen oder ver­trieben wur­den.

Das Mas­sak­er der israelis­chen Armee an der Gren­ze zum Gaza­s­treifen wird von mehreren Län­dern der Region abgelehnt. Die von der US-Regierung vor­bere­it­ete Feier zur Ein­wei­hung ihrer Botschaft erscheint als eine echte impe­ri­al­is­tis­che Pro­voka­tion gegen das palästi­nen­sis­che Volk.

Dieser Artikel auf La Izquier­da Diario.

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