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Argentinien: Krankenhaus-Beschäftigte kämpfen gegen Entlassungen und organisieren landesweite Versammlung

1.000 Arbeiter*innen versammeln sich unter der prallenden Sonne auf einem Krankenhausparkplatz. Zwischen unzähligen Fahnen, Blaumännern und Kitteln wurde zu einer landesweiten Koordinierung gegen Entlassungen und Kürzungen aufgerufen.

Argentinien: Krankenhaus-Beschäftigte kämpfen gegen Entlassungen und organisieren landesweite Versammlung

Am Sam­stag kamen auf dem Park­platz des öffentlichen Kranken­haus Posadas im West­en von Buenos Aires 1.000 Arbeiter*innen zusam­men. Die Beschäftigten des Kranken­haus­es kämpfen derzeit gegen 122 Ent­las­sun­gen und riefen zu ein­er lan­desweit­en Ver­samm­lung auf. Dem Ruf fol­gten unter anderem Minenarbeiter*innen aus San­ta Cruz im Süden des Lan­des und Zuckerarbeiter*innen aus dem nördlichen Jujuy, genau­so wie Metallarbeiter*innen, Lehrer*innen und viele andere.

Die Ver­samm­lung beschloss, die Koor­dinierung der Arbeit­skämpfe zu ver­tiefen und eine gemein­same Streikkasse einzuricht­en. Näch­sten Mittwoch wer­den alle Kolleg*innen in einem unab­hängi­gen Block an ein­er Demo der großen Gew­erkschaft­szen­tralen teil­nehmen. Am 28. Feb­ru­ar wer­den sie einen Aktion­stag gegen die Ent­las­sun­gen im ganzen Land machen. Zum Frauen­streik am 8. März wollen sie auch gemein­sam mobil­isieren.

Wie kam es dazu, dass Arbeiter*innen eines Krankenhauses zu einem landesweiten Treffen aufrufen?

Die Krankenpfleger*innen des Posadas befind­en sich seit Monat­en im Arbeit­skampf. Ihre Arbeits­be­din­gun­gen sind prekär, cir­ca 80 Prozent der fast 5000 Arbeiter*innen sind nicht fest angestellt. Ende let­zten Jahres ver­schlim­merte sich die Sit­u­a­tion für die Krankenpfleger*innen der Nachtschicht: Ihre Arbeit­szeit wurde von 8 auf 12 Stun­den ange­hoben — ohne Lohn­er­höhung. Im Jan­u­ar gab die Geschäft­sleitung die frist­lose Kündi­gung von 122 Angestell­ten bekan­nt, wobei im März weit­ere 600 ent­lassen wer­den sollen.

Getrof­fen hat es jedoch nicht nur die Krankenpfleger*innen der Nachtschicht, son­dern auch schwan­gere Krankenpflegerin­nen, Arbeiter*innen mit Krebs und die einzige Spezial­istin für Onkolo­gie in der Region. Viele der Ent­lasse­nen arbeit­en seit über 15 Jahren im Kranken­haus, welch­es das größte und wichtig­ste im West­en der Haupt­stadt ist. Betrof­fen sind also nicht nur die Ent­lasse­nen und ihre Fam­i­lien, son­dern es sind auch die Patient*innen, die die Kürzun­gen spüren.

In ihren ersten Streikver­samm­lun­gen stell­ten die Streik­enden fest, dass sie ihren Arbeit­skampf nicht gewin­nen kön­nen, wenn sie isoliert bleiben. Mit Straßen­block­aden und Demon­stra­tio­nen forderten sie ihre Wiedere­ingliederung und gewan­nen die Sol­i­dar­ität viel­er Anwohner*innen, Patient*innen und Studieren­der. Doch sie sahen auch die Notwendigkeit, ihre Kräfte mit denen ander­er Arbeiter*innen zu verbinden. Deswe­gen das lan­desweite Tre­f­fen gestern.

Neben den Del­e­ga­tio­nen der Arbeiter*innen kamen auch andere sol­i­darische Sek­toren. Abge­ord­nete der Front der Linken und der Arbeiter*innen (Frente de Izquier­da) wie Myr­i­am Breg­man bekun­de­ten ihre Unter­stützung. Stu­den­tis­che Sol­i­dar­ität erhiel­ten sie vom Studieren­den­zen­trum der Philoso­phiefakultät der Uni­ver­sität von Buenos Aires, die eine Sol­i­dar­ität­skam­pagne unternehmen und den Ent­lasse­nen 10.000 Pesos über­re­icht­en. Beim Über­re­ichen riefen sie: “Es lebe die Ein­heit von Arbei­t­en­den und Studieren­den!”

Luis Such­er, ein ent­lassen­er Arbeit­er des Kranken­haus­es, informierte:

Wir sind viele, die entschlossen Wider­stand gegen Ent­las­sun­gen und Kürzun­gen leis­ten. Diese Koor­dinierung ist ein wichtiger Schritt, der es uns ermöglicht, die Kämpfe im ganzen Land zu vere­inen. Wir fordern die Gew­erkschafts­führun­gen dazu auf, zu einem lan­desweit­en Streik aufzu­rufen und einen Kampf­plan aufzustellen, um die Ent­las­sun­gen und Kürzun­gen der Regierung und Unternehmen zu besiegen.

3 thoughts on “Argentinien: Krankenhaus-Beschäftigte kämpfen gegen Entlassungen und organisieren landesweite Versammlung

  1. Peter Hunold sagt:

    Großar­tige Aktion.

    Als Krankenpfleger bin ich da zu 100 % sol­i­darisch .

    Das einzige was mich stört, ist die Sprache des Artikels. In jedem zweit­en Wort das Gle­ich­berech­ti­gung-Sternchen. das macht den anson­sten gut­geschriebe­nen Bericht fast unles­bar. Und Auf­je­den­fall un-vor­les­bar.

    Aber, wie schon gesagt: anson­sten tolle Sache!

  2. Robert sagt:

    Nie­mand zwingt Dich das Sternchen mit (vor)zulesen. Anson­sten: Schön dass Dir der Artikel gefällt.

  3. ISAAC sagt:

    Die Frage wie vor 100 J WAS TUN? wie koe­nen wir helfen

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