[mit Video und Fotogalerie] Arbeitskampf bei Blohm und Voss in Hamburg

04.04.2017, Lesezeit 2 Min.
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Bei Blohm und Voss im Hamburger Hafen sollen 300 von 900 Mitarbeiter*innen entlassen werden. Zusätzlich entfallen durch Automatisierung und Digitalisierung immer mehr Arbeiten in den Häfen. Die Gewerkschaften halten dagegen, doch die bürokratische Führung führt den Kampf in eine Sackgasse.

Am gestrigen Montag gab es eine größere Kundgebung am Rathausplatz in Hamburg. 500 Arbeiter*innen und Gewerkschaftsfunktionär*innen hatten sich versammelt. Letztere signalisierten in ihren Reden auf der Bühne Kampfbereitschaft.

Doch real war davon nur wenig zu spüren. Trotz der großen Einsparung bei Blohm und Voss, die einem Drittel der dortigen Beschäftigen ihre Lebensgrundlage zu entziehen droht, haben die Gewerkschaften unzureichend in den Betrieben mobilisiert. Zudem blieb es lediglich bei einer Kundgebung, eine anschließende Demonstration gab es nicht. Auch einen Streik, der Blohm und Voss dazu zwingen könnte, die angekündigten Maßnahmen zurückzuziehen, konnte die Gewerkschaftsbürokratie bisher vermeiden.

Falls ein erfolgreicher Arbeitskampf geführt werden soll, müssen sich die Arbeiter*innen an der Basis der Gewerkschaften eigenständig organisieren und die bürokratische Führung herausfordern. So kann die Forderung nach einem Streik und größeren Mobilisierungen in den Betrieben auf die Tagesordnung gesetzt werden.

Nur durch kämpferische Maßnahmen können die Arbeitsplätze, die durch Einsparungen, Digitalisierung und Automatisierung gefährdet sind, erhalten bleiben. Lobbyarbeit, wie es die bürokratische Führung ankündigte, wird nicht zum Erfolg führen.

 

 

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