Deutschland

An die Beschäftigten des Münchner Flughafens: Gemeinsam Abschiebungen verhindern! (English below)

Heute, am 27. März, soll zum insgesamt vierten Mal ein Abschiebe-Charter nach Kabul starten, davon zum zweiten Mal aus München. Wir rufen die Arbeiter*innen des Münchner Flughafens auf, sich mit der Kundgebung gegen die Abschiebungen um 19 Uhr im Terminal zu solidarisieren. (English below)

An die Beschäftigten des Münchner Flughafens: Gemeinsam Abschiebungen verhindern! (English below)

English below

Abschiebung ist Mord!

Für Innenminister Thomas de Maizière sind afghanische Staatsbürger*innen „zwar Opfer, aber nicht Ziel der Taliban“. Das stellt für die Bundesregierung eine ausreichende Begründung für ihre Abschiebepolitik in ein Land dar, das sich in einem desolaten Zustand befindet. Seit über fünfzehn Jahren trägt die Bundeswehr mit ihrem Kriegseinsatz dazu bei, dass Afghanistan alles andere als ein sicheres Herkunftsland ist. Abschiebung nach Afghanistan bedeutet Lebensgefahr für die Betroffenen.

Gemeinsam gegen Prekarisierung und Abschiebungen!

Die Abgeschobenen sind unsere Mitschüler*innen, Kommiliton*innen und Kolleg*innen. Mit der ständigen Angst vor Abschiebungen können sie keine Ausbildung machen und werden in irreguläre Beschäftigungsverhältnisse gedrängt. Die rassistische Spaltung ist damit ein Druckmittel, um die Löhne und Arbeitsbedingungen von uns allen zu drücken. Wir brauchen eine Perspektive des gemeinsamen Kampfes: Menschen mit und ohne deutschen Pass gegen Prekarisierung und Abschiebungen.

Wir rufen die Arbeiter*innen am Münchner Flughafen auf:

Solidarisiert euch mit denjenigen, die von Abschiebungen bedroht sind. Sprecht eure Betriebsratsmitglieder und Gewerkschaftsvertreter*innen darauf an. Lasst uns zu gemeinsamen Aktionen gegen Abschiebungen und für bessere Arbeitsbedingungen mobilisieren. Wenn die Crewmitglieder oder das Bodenpersonal streiken, wie neulich an den Berliner Flughäfen, gibt es keine Abschiebungen.

Wir fordern:

  • Ende aller Abschiebungen. Bleiberecht für alle.
  • Bundeswehr raus aus Afghanistan. Ende aller Waffenlieferungen und Auslandseinsätze.
  • Arbeitszeitverkürzungen bei vollem Lohnausgleich.
  • Anhebung des allgemeinen Mindestlohnes. Keine Ausnahmen vom Mindestlohn bei geflüchtete Kolleg*innen.
  • Erfüllung der Forderungen der streikenden Kolleg*innen der Berliner Flughäfen.
  • Für einen Branchentarifvertrag der Beschäftigten im Bodenverkehrsdienst.
  • Gegen Einsparungen und Personalmangel: Einstellung von geflüchteten Kolleg*innen.

 

To the employees of the Munich airport: Together we can prevent deportations!

Today, on the 27th March, the fourth deportation flight is scheduled to depart to Kabul. It is the second one departing from Munich. We call upon the workers of the Munich Airport to display their solidarity with the demonstration in the terminal against the deportations at 7 pm.

By Waffen der Kritik, leftist university group

Deportation is murder!

For Interior Minister Thomas de Maizière, Afghan citizens are „victims, but not the target of the Taliban“. This represents a sufficient justification for the Federal Government’s deportation policy in regard to a country that is in a desolate state. For over fifteen years, the Bundeswehr’s [German army] military intervention has contributed to the fact that Afghanistan is anything but a safe country of origin. Deportation to Afghanistan is a deadly peril to the people concerned.

United against precarity and deportations!

The deportees are our classmates, fellow students and coworkers. With the constant fear of deportation looming over them, they cannot train and are forced into irregular employment. The racist divide is thus a means of exerting pressure to worsen the wages and working conditions of us all. We need the prospect of a common struggle: people with and without a German passport against precariousness and deportations.

We call upon the workers at Munich Airport:

Show solidarity with those who are threatened with deportations. Please address your work council members and trade union representatives. Let us mobilise for joint action against deportations and for better working conditions. If crew members or ground crew are on strike, as has recently occurred at the Berlin airports, there are no deportations.

We demand:

  • End of all deportations. Right of residence for all.
  • Withdrawal of the Bundeswehr from Afghanistan. End of all arms exports and military interventions.
  • Reduction of working hours with full pay compensation.
  • Raising the general minimum wage. No exceptions of application of minimum wage for refugees.
  • Fulfillment of the demands of the striking colleagues at the Berlin airports.
  • For a branch tariff agreement for the employees in the ground handling services.
  • Against cut-backs and staff shortages: recruitment of refugees.

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