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Amazon: Internationale Vernetzung schreitet voran

Vom 18. bis 20. Februar trafen sich in Berlin Amazon-Arbeiter_innen aus Deutschland und Polen zum grenzübergreifenden Austausch. Mit dabei waren Kolleg_innen aus drei deutschen Versandzentren (Bad Hersfeld, Leipzig, Brieselang) sowie aus dem Versandzentrum im polnischen Poznań, gemeinsam mit solidarischen Unterstützer_innen aus lokalen Solidaritätskreisen. Wir dokumentieren hier die Abschlusserklärung dieses Treffens.

Amazon: Internationale Vernetzung schreitet voran

Abschlusserk­lärung des gren­züber­greifend­en Ama­zon-Arbeit­er_in­nen-Tre­f­fens – Berlin, Feb­ru­ar 2016

Vom 18. bis 20. Feb­ru­ar trafen sich in Berlin Ama­zon-Arbeit­er_in­nen aus Deutsch­land und Polen zum gren­züber­greifend­en Aus­tausch. Mit dabei waren Kolleg_innen aus drei deutschen Ver­sandzen­tren (Bad Hers­feld, Leipzig, Briese­lang) sowie aus dem Ver­sandzen­trum im pol­nis­chen Poz­nań, gemein­sam mit sol­i­darischen Unterstützer_innen aus lokalen Sol­i­dar­ität­skreisen.

Das Tre­f­fen in Berlin war das dritte sein­er Art: Kolleg_innen aus ver­schiede­nen Län­dern tauschen sich direkt untere­inan­der aus, unab­hängig von ihrer Gew­erkschaft­szuge­hörigkeit, von Angesicht zu Angesicht. Dabei mis­cht­en sich zwei Stim­mungen: die gemein­same Wut gegen die Atmo­sphäre der Angst, des Mob­bings, der Nor­men und Zielzahlen – aber auch die gemein­same Überzeu­gung, dass dieser Kampf gegen den multi­na­tionalen Konz­ern Ama­zon gewon­nen wer­den kann.

Die Sol­i­dar­ität war von Anfang an spür­bar: Den Auf­takt des Tre­f­fens bildete eine öffentliche Ver­anstal­tung gegen prekäre Arbeits­be­din­gun­gen, an denen auch Kolleg_innen aus anderen Branchen teil­nah­men (u.a. öffentlich­er Nahverkehr, Botanis­ch­er Garten, Gas­tronomie). Das zeigte, dass die sys­tem­a­tis­che Prekarisierung­sprax­is von Ama­zon auch in anderen Branchen immer weit­ere Aus­dehnung find­et.

Dieser Aus­tausch von Erfahrun­gen über betriebliche und nationale Gren­zen hin­weg beflügelte auch die fol­gen­den zwei, in denen im Kreis der Ama­zon-Kol­leg_in­nen inten­siv disku­tiert wurde, wie der Aus­tausch und die Kom­mu­nika­tion verbessert und weit­ere Schritte in der Auseinan­der­set­zung mit Ama­zon gegan­gen wer­den kön­nen. Denn die inter­na­tionale Ver­net­zung und die Koor­di­na­tion gemein­samer Aktio­nen ist eine notwendi­ge Voraus­set­zung dafür, die Forderun­gen der Arbeiter_innen durchzuset­zen. In Deutsch­land kämpfen die Beschäftigten seit drei Jahren für einen Tar­ifver­trag; in Polen set­zen sich die Arbeiter_innen u.a. für Lohn­er­höhun­gen, bessere Schicht- und Pausen­regelun­gen, gegen die steigen­den Nor­men und gegen Lei­har­beit ein. Dieser prak­tis­che Inter­na­tion­al­is­mus, der sich auch gegen Stan­dort­na­tion­al­is­mus und Ras­sis­mus, richtet, war bei dem Tre­f­fen präsent.

Das dritte deutsch-pol­nis­che Arbeit­er_in­nen-Tre­f­fen zeigt die Fortschritte direk­ten Aus­tausches. Nun arbeit­en wir auf die Ausweitung mit­tels Besuchen in anderen Ver­sandzen­tren sowie auf gemein­same Aktio­nen und Streiks hin.

Den Anfang macht eine Aktion am 1. März im Rah­men eines europaweit­en Aktion­stages: Arbeiter_innen aus Polen und Deutsch­land nehmen gle­ichzeit­ig an lokalen Aktio­nen teil, u.a. gegen die Lei­har­beits­fir­men Man­pow­er, Adec­co und Rand­stad, die vor allem bei Ama­zon in Polen sehr aktiv sind.

Diese inter­na­tionalen Ini­tia­tiv­en sollen in den kom­menden Monat­en noch aus­geweit­et wer­den. Bis zum näch­sten inter­na­tionalen Tre­f­fen, welch­es voraus­sichtlich im Sep­tem­ber in Leipzig stat­tfind­en wird, sind noch weit­ere kleine Tre­f­fen (zum Beispiel im Som­mer in Wro­claw) geplant.

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