Frauen und LGBTI*

Abtreibungs-Referendum: Werden Frauen in Irland bald selbst über ihre Körper bestimmen dürfen?

Die Abtreibungsgesetzte in Irland gehören zu den härtesten auf der ganzen Welt. Das Referendum, was nun abgehalten werden soll, wurde lange von gewerkschaftlichen, sozialen und Frauenorganisationen gefordert.

Abtreibungs-Referendum: Werden Frauen in Irland bald selbst über ihre Körper bestimmen dürfen?

Der irische Pre­mier­min­is­ter Leo Varad­kar kündigte am Mon­tag an, dass ein Ref­er­en­dum über das Abtrei­bungsrecht abge­hal­ten wird. Dabei wird es darum gehen, ob die aktuelle Geset­zge­bung erhal­ten bleibt oder die Möglichkeit legaler Schwanger­schaftsab­brüche einge­führt wird. Damit hät­ten Frauen die Möglichkeit legal über ihre Kör­p­er zu entschei­den.

Die aktuelle Geset­zge­bung hinge­gen gehört zu den schärf­sten in ganz Europa und ermöglicht einen Schwanger­schaftsab­bruch nur, wenn das Leben der Frau gefährdet ist.

Die Ankündi­gung des Pre­mier­min­is­ters wurde von Frauenor­gan­i­sa­tio­nen und Aktivistin­nen wie ein Sieg gefeiert: Seit Jahren haben sie mit mas­siv­en Mobil­isierun­gen für das Abtrei­bungsrecht für ein solch­es Ref­er­en­dum gekämpft. Der Koali­tion für die Abschaf­fung des acht­en Ver­fas­sungszusatzes hat­ten sich auch gew­erkschaftliche Anführer*innen und Organ­i­sa­tio­nen angeschlossen.

Nach stun­den­langer Debat­te hat­te das irische Kabi­nett die Entschei­dung getrof­fen, zu einem Ref­er­en­dum Ende Mai aufzu­rufen. „Diesen Mon­tag hat das Kabi­nett die formelle Zus­tim­mung gegeben, um ein Ref­er­en­dum über Abtrei­bun­gen abzuhal­ten“, verkün­dete Varad­kar in ein­er Pressekon­ferenz in Dublin. Er fügte hinzu, dass die Ir*innen dann darüber entschei­den kön­nen, ob sie den acht­en Ver­fas­sungszusatz abschaf­fen wollen oder nicht. Dieser gibt dem Leben der Mut­ter und dem des Fötus die gle­iche Stel­lung.

Die aktuelle Geset­zes­regelung von 1983 ver­bi­etet den frei­willi­gen Schwanger­schaftsab­bruch. Seit Jahrzehn­ten ist die irische Gesellschaft ges­pal­ten in Bezug auf das Abtrei­bungsrecht. Auch in den let­zten Jahren fan­den sowohl mas­sive Demon­stra­tio­nen für ein Recht auf legale Abtrei­bun­gen als auch für das Beibehal­ten der restrik­tiv­en Geset­ze statt. Das voll­ständi­ge Ver­bot von Schwanger­schaftsab­brüchen wurde erst 2013 verän­dert, als es in Fällen erlaubt wurde, in denen die Frau sich son­st gesund­heitlichen Gefahren aus­set­zen würde.

Len McCluskey, Gen­er­alsekretär des Gew­erkschafts­dachver­ban­des Unite sagte: „Im ver­gan­genen Jahr reis­ten mehr als 3.400 Frauen nach Großbri­tan­nien, um abtreiben zu lassen. Als Gew­erkschaft sind wir für das Recht auf Abtrei­bung und haben deshalb auch die Abschaf­fung des acht­en Ver­fas­sungszusatzes als ersten Schritt hin zu einem sicheren, legalen und kostengün­sti­gen frei­willi­gen Schwanger­schaftsab­bruch in Irland gefordert.“

Das britis­che Gesund­heitssys­tem bestätigt diese Zahlen: 2015 besucht­en 3.451 Irin­nen Kranken­häuser in Eng­land und Wales, um abzutreiben. Zwis­chen 1980 und 2015 waren es sog­ar min­destens 165.438 irische Frauen, die den britis­chen Gesund­heitsmin­is­teri­um in Großbri­tan­nien abtreiben ließen.

56 Prozent der Bevölkerung sprechen sich für das Recht auf Abtrei­bun­gen bis zur zwölften Woche aus, wie The Irish Times kür­zlich veröf­fentlichte. Es han­delte sich dabei um die erste lan­desweite Umfrage zum The­ma. Nur 29 Prozent waren gegen das Abtrei­bungsrecht und 15 Prozent enthiel­ten sich.

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