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900 gestrichene Flüge – Streik bringt Lufthansa ins Schwitzen

Die Vereinigung Cockpit hat für heute zum Warnstreik aufgerufen und die Auswirkungen für Lufthansa sind verheerend: 900 gestrichene Flüge, 100.000 betroffene Passagiere. Nachdem vor 14 Monaten das Amtsgericht Frankfurt die Streiks gestoppt hatte, legen die Pilot*innen der wichtigsten deutschen Airline wieder die Arbeit nieder.

900 gestrichene Flüge – Streik bringt Lufthansa ins Schwitzen

Mehr als zwei Jahre dauert der Arbeitskampf zwischen Lufthansa und der Pilot*innengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) nun schon. Seit April 2014 streiken die Arbeiter*innen immer wieder für 3,7 Prozent höhere Löhne rückwirkend ab 2012. Außerdem fordern sie Verbesserungen bei der betriebsinternen Frührente und der Altersversorgung.

Doch während sich der Vorstand nach dem Rekordjahr 2015 Gehaltserhöhungen von 30 Prozent gönnt, bleibt für die Belegschaft nichts übrig. Deren Arbeitsbedingungen werden durch die Neugründung von Billig-Fluglinien wie Eurowings immer weiter verschlechtert. Den Widerstand dagegen greift die Geschäftsleitung mit allen Mitteln an. Im Sommer 2015 stoppte sie die Streiks mit Hilfe des Arbeitsgerichts Frankfurt, das die Arbeitsniederlegung für „illegal“ erklärte.

Auch diesmal versuchte Lufthansa, den Streik mit einer einstweiligen Verfügung zu stoppen. Doch das Arbeitsgericht Frankfurt entschied gegen den imperialistischen Konzern und befand den Streik für rechtskonform. Die Vereinigung Cockpit ruft 5.400 Pilot*innen zum Streik auf. Schon jetzt sagte Lufthansa 876 Flüge ab, davon auch zahlreiche europaweite Flüge. Doch anstatt auf die Forderungen der Arbeiter*innen einzugehen, beharrt das Unternehmen auf ihrem Profit und verursacht somit ein Chaos für die 100.000 Passagiere, die von der Arbeitskampfmaßnahme betroffen sind.

Doch nicht nur die Vereinigung Cockpit befindet sich in einer Auseinandersetzung mit Lufthansa. Am gestrigen Dienstag hatte ver.di die Flugbegleiter*innen von Eurowings zum Streik aufgerufen, auch hier fielen mehr als 60 Flüge aus und tausende Passagiere waren betroffen. Schon im Oktober hatte es Streiks der dritten beteiligten Gewerkschaft, UFO, bei Eurowings und Germanwings gegeben.

Um gegen die multinationale Airline und ihre Tochterfluglinien zu gewinnen, braucht es die größtmögliche Aktionseinheit der Beschäftigten. Die Gewerkschaftsführungen von ver.di, Vereinigung Cockpit und UFO haben es bisher versäumt, angesichts der Streikverbote und der Unnachgiebigkeit des Unternehmens ihre Kämpfe zu koordinieren und mit gemeinsamen Streiktagen noch größere ökonomische Schäden zu verursachen. Doch nur mit der nötigen Einheit im Arbeitskampf werden die Kolleg*innen ihre Forderungen erreichen.

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