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9-Euro-Ticket läuft aus: der nächste Preisschock für Privathaushalte

Das 9-Euro-Ticket ist ausgelaufen und noch immer ist keine Nachfolgelösung in Sicht. Fest steht, dass bald deutliche Mehrkosten auf Pendler:innen zukommen. Nach der Ankündigung der Gasumlage die nächste Belastung.

9-Euro-Ticket läuft aus: der nächste Preisschock für Privathaushalte
Foto: shutterstock.com/ 1take1shot

Wie teuer soll die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel in Zukunft sein? Darüber streiten gerade Bund und Länder und auch in der Ampel-Regierung gibt es keine Einigung. Finanzminister Christian Lindner bekräftigt weiter seine Ablehnung des 9-Euro-Tickets, nachdem er sich schon mal über “Gratismentalität” des günstigen Fahrens beschwerte.

Diese Worte verhöhnen all diejenigen, die derzeit unter den steigenden Preisen leiden und mit Sorge auf die Gasrechnung im Winter blicken. Mit dem Wegfallen des 9-Euro-Tickets dürfte das Leben vielerorts wieder deutlich teurer werden. Ein Abo für den Münchner Nahverkehr kostet allein im Innenraum 50 Euro monatlich. Wer das Abo inklusive Zone 1 (nahe Vororte) braucht, kommt bereits auf 80 Euro. Im Vergleich zum 9-Euro-Ticket bedeutet das eine Preissteigerung um das Achtfache. Manche Verkehrsbetriebe planen sogar bereits eine Erhöhung ihrer Tarife über die ursprünglichen Ticketpreise hinaus.

Einige Bundesländer wie Hamburg und Berlin befürworten hingegen Konzepte, die an das 9-Euro-Ticket anschließen. Verschiedene Modelle sind dafür im Gespräch, etwa ein Regionalticket für 29 Euro im Monat und ein bundesweites Ticket für 49 Euro. Gut möglich, dass es aber auch vorerst keine einheitliche Regelung geben wird, – dann wäre eine der Stärken des 9-Euro-Tickets, seine universelle Gültigkeit in allen Nahverkehrsmitteln, dahin.

Durch das Wegfallen des 9-Euro-Tickets, des Tankrabattes sowie der Einführung der Gasumlage rechnet die Bundesbank bereits damit, dass im Herbst die Preise nochmals deutlich steigen und wir auf eine Inflation von über zehn Prozent kommen könnten. Mit der Gasumlage sollen die Energiekonzerne, die ohnehin bereits Milliarden-Gewinne machen, weiter subventioniert werden. Auf Privathaushalte kommen dadurch Mehrbelastungen in Höhe von mehreren Hundert Euro im Jahr zu.

Das 9-Euro-Ticket war bisher eine der wenigen Maßnahmen der Regierung, die für viele Menschen eine spürbare Entlastung brachte. Es ist notwendig, eine Anschlussregelung zu finden, die das Leben günstiger macht, statt die Fahrpreise zu erhöhen. Die soziale Situation und die Klimakrise machen es sogar dringend notwendig, dass wir den ÖPNV kostenlos nutzen können. Die Bahn muss komplett unter Kontrolle der Beschäftigten verstaatlicht werden, damit sie ohne den Zwang zur Rentabilität ein gutes Verkehrsangebot darstellen kann, inklusive staatlichen Investitionen in den Ausbau.

Statt eine Gasumlage einzuführen, ist es nötig, einen Preisstopp auf Strom, Gas, Miete und Lebensmittel zu verhängen und die Löhne, Renten, BaföG und Sozialleistungen über die Inflationsrate zu heben. Während Christian Lindner behauptet, es sei kein Geld für solche Maßnahmen da, sehen wir die exorbitanten Profite der Konzerne. Es braucht hohe Steuern auf Unternehmensgewinne und Vermögenssteuern, dann ist auch ein kostenloser ÖPNV bezahlbar.

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