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30.000 in Buenos Aires gegen Entlassungen bei PepsiCo [mit Video]

Nach der brutalen Räumung der besetzten Fabrik geht der Kampf der PepsiCo-Arbeiter*innen weiter: Bei einer Demonstration im Stadtzentrum von Buenos Aires setzten 30.000 Menschen ein Zeichen der Solidarität gegen Entlassungen und Repression.

30.000 in Buenos Aires gegen Entlassungen bei PepsiCo [mit Video]

Am ver­gan­genen Dien­stag ver­sam­melten sich bei ein­er Demon­stra­tion der PepsiCo-Arbeiter*innen 30.000 sol­i­darische Arbeiter*innen, Jugendliche und linke Aktivist*innen. Sie wollen den Kampf gegen Ent­las­sun­gen bei Pep­si­Co unter­stützen und ein Zeichen set­zen gegen die neolib­erale Regierung von Mauri­cio Macri.

In Buenos Aires zeigte sich die mas­sive Unter­stützung, die der Kampf bei Pep­si­Co gegen Ent­las­sun­gen, Repres­sion und für die Wiederöff­nung der Fab­rik erlangt hat. Es waren die Gew­erkschaftsvor­sitzen­den der Lehrer*innengewerkschaft und des Dachver­bands CTA anwe­send sowie hun­derte Grup­pen von Arbeiter*innen aus ver­schieden­sten Sek­toren wie dem öffentlichen Dienst, dem Nahverkehr, Druck­ereien und dem Lebens­mit­telsek­tor. Dazu kamen dutzende poli­tis­che Organ­i­sa­tio­nen wie die trotzk­istis­chen Parteien der Front der Linken und Arbeiter*innen (FIT), Men­schen­recht­sor­gan­i­sa­tio­nen und stu­den­tis­che Organ­i­sa­tio­nen. Auch in zahlre­ichen anderen Städten in Argen­tinien fan­den Kundge­bun­gen und Demon­stra­tio­nen statt.

Vor einem Monat hat­te der Mega-Konz­ern Pep­si­Co beschlossen, die Fab­rik in der Nähe der argen­tinis­chen Haupt­stadt Buenos Aires zu schließen und die 600 Arbeiter*innen auf die Straße zu set­zen und die Pro­duk­tion nach Mar de Pla­ta zu ver­lagern. Dabei han­delt es sich um einen direk­ten Angriff auf die kämpferische Belegschaft und den anti-bürokratis­chen Betrieb­srat.

Doch die Arbeiter*innen wehrten sich. Viele lehn­ten die von der Gew­erkschafts­bürokratie aus­ge­han­del­ten erhöht­en Abfind­un­gen ab und beset­zten die Fab­rik, um die Maschi­nen zu schützen und für die Wiedere­in­stel­lung zu kämpfen. Doch die Regierung von Mauri­cio Macri – ver­ant­wortlich für die größte Ent­las­sungswelle der let­zten 15 Jahre und die Ver­ar­mung von bre­it­en Bevölkerung­steilen – set­zte alle Hebel in Gang, um den Wider­stand zu brechen.

In der ver­gan­genen Woche wurde die beset­zte Fab­rik dann mit bru­taler Polizeige­walt von 500 Ein­satzkräften geräumt. Die Polizist*innen zer­störten Türen, Fen­ster und Gasleitun­gen und grif­f­en sol­i­darische Demonstrant*innen und Arbeiter*innen mit Trä­nen­gas an. Nur wenige Stun­den nach der bru­tal­en Räu­mung erk­lärte die sech­ste Abteilung des nationalen Arbeits­gerichts die Fab­rikschließung für ille­gal, da sowohl das Arbeitsmin­is­teri­um als auch der Pep­si­Co-Konz­ern gegen das Arbeit­srecht ver­stoßen hät­ten. Das Gericht ord­nete die Wiedere­in­stel­lung der Arbeiter*innen und eine Strafzahlung gegen den Konz­ern an.

Mit diesem rechtlichen Erfolg im Rück­en gaben sich die Arbeiter*innen auch nach der Räu­mung nicht geschla­gen. Sie hat­ten mit ein­er großen Sol­i­dar­ität­skam­pagne die Unter­stützung wichtiger Teile der arbei­t­en­den Bevölkerung in Argen­tinien gewon­nen und auch in anderen Län­dern wie den USA, Kana­da, Mexiko, Chile, dem Spanis­chen Staat und Deutsch­land wurde ihr Kampf gegen Ent­las­sun­gen sol­i­darisch unter­stützt.

Am Ende der enor­men Demon­stra­tion starteten die Arbeiter*innen ein Protest­camp vor dem Nationalen Kongress, dem Par­la­ments­ge­bäude, um ihren Kampf und die Boykott-Kam­pagne gegen Pro­duk­te von Pep­si­Co weit­erzuführen. Das Camp soll ein Ort sein, um den Kampf der PepsiCo-Arbeiter*innen zu organ­isieren. Doch auch darüber hin­aus haben sich die kämpferischen Arbeiter*innen in ein Beispiel ver­wan­delt, wie man sich gegen Ent­las­sun­gen und Angriffe des Unternehmens wehren kann. Deshalb soll das Camp im Stadtzen­trum von Buenos Aires auch für andere Arbeiter*innen als Ort dienen, sich gegen die Regierung und die Konz­erne zu organ­isieren.

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