Deutschland

120 Menschen auf dem KGK-Sommercamp

Von der Pflege zu den Häfen: Jugendliche und Arbeiter:innen aus Deutschland und der Welt diskutierten über die Krisen und Kämpfe unserer Zeit beim KGK-Sommercamp.

120 Menschen auf dem KGK-Sommercamp
Foto: Klasse gegen Klasse

Viele Stimmen aus verschiedenen Sektoren trafen sich in Brandenburg vom 05. bis 08.August beim Sommercamp von Klasse gegen Klasse und der Revolutionären Internationalistischen Organisation (RIO), Herausgeberin der Onlinezeitung. Das Camp war politisch umrahmt von den vielen Krisen, die vom Kapitalismus verursacht werden. Schon der Hinweg zum Camp konfrontierte uns mit der Klimakatastrophe, denn die vielen Waldbrände in der Region führten zu zahlreichen Zugausfällen und sind nur ein weiterer Vorgeschmack auf die Naturereignissen, die mit steigenden Temperaturen immer mehr unser Leben beeinflussen werden. Dazu kommen verstärkte imperialistische Spannungen, die sich in Aufrüstung und Kriegen ausdrücken, sowie die Inflation, die unser aller Lebensstandard massiv bedroht. In dieser Situation sind linke und revolutionäre Antworten dringender denn je. Aber die gesellschaftliche Linke und vor allem die Partei DIE LINKE befinden sich am Boden. Die Linkspartei spielt in den aktuellen Auseinandersetzungen kaum eine Rolle. Sie ist mit ihrer Politik seit Jahren für eine Enttäuschung und Desillusionierung verantwortlich, die sie durch ihren Fokus auf Regierungsbeteiligung und eine zunehmende Integration in den bürgerlichen Staat befeuert hat.

internationales Podium mit LeftVoice, LaVoceDelleLotte, Révolution Permanente und La Izquierda Diario
Foto: Ayrin Giorgia

Es gibt viele Kämpfer:innen, die sich mit der kapitalistischen Misere nicht abfinden wollen. Sie kämpfen in den Häfen für einen Inflationsausgleich, streiken gegen Personalmangel und Überlastung in den Krankenhäusern, sind aktiv in der antirassistischen und feministischen Bewegung auf der Straße oder an den Unis. Wir freuen uns, dass verschiedenste Vertreter:innen dieser Sektoren auf unserem Camp anwesend waren. Unter den 120 Teilnehmer:innen durften wir viele junge Menschen und Arbeiter:innen mit Freude begrüßen, darunter Arbeiter:innen von den Hafenstreiks, aus den Krankenhäusern oder von Gorillas. Auch Solid-Mitglieder und internationale Genoss:innen aus Frankreich, Italien, Spanien und den Vereinigten Staaten durften wir empfangen. Es war eine tolle Erfahrung, in den vier Tagen mit allen von ihnen über revolutionäre Antworten auf die aktuelle Krise zu diskutieren.

Workshop „Wie kämpfen wir heute international für den Sozialismus?“
Foto: Ayrin Giorgia

Teil des Programms waren zwölf Workshops über relevante Themen unserer Zeit mit denen wir uns auf tiefer politischer und theoretischer Ebene beschäftigt haben. Wir haben sozialistische Antworten auf die Klimakrise diskutiert, uns mit revolutionärer feministischer Theorie intensiv auseinandergesetzt und Wege zum Aufbau einer antibürokratischen Strömung in den Gewerkschaften besprochen. Wir haben uns die Theorie der Permanenten Revolution und den Postkolonialismus genauer angesehen, den Krieg in der Ukraine analysiert und uns gefragt, wie ein Gesundheitssystem ohne Profite aussehen kann. Auf einer Veranstaltung konnten wir über die internationalen Erfahrungen der Trotzkistische Fraktion für die Vierte Internationale von unseren internationalen Gästen lernen.

Podium mit Hafenarbeiter:innen und Vertreter:innen von anderen linken Organisationen
Foto: Anai Paz

Besonders hervorzuheben ist die gemeinsame Podiumsdiskussion über den Ausweg aus der Krise der Linken mit Vertreter:innen von den Hafenstreiks, Solid, der Sozialistischen Organisation Solidarität, der Gruppe Arbeiter:innenmacht und der Revolutionär Sozialistischen Organisation. Dort wurde lange über eine revolutionäre Perspektive auf die Krise und welche Antwort die Linkspartei dabei spielt debattiert. Denn wir von RIO glauben, dass wir uns nicht auf eine Linkspartei stützen können, die an der Regierung den Kapitalismus mitverwaltet und unsere Bewegungen verrät. Wir müssen selbst eine revolutionäre Partei der Jugend und Arbeiter:innen aufbauen.

Wir alle konnten in der Zeit unfassbar viel lernen und Kraft für unsere anstehenden Kämpfe ziehen. Jetzt heißt es, wie Roberto Lorca in seiner Abschlussrede sagt: “Gestern hieß es, wir müssen das Undenkbare wieder denkbar machen. Ich glaube, wir müssen sogar noch weiter gehen, und das Undenkbare in die Tat umsetzen.”

Alle Workshops und Podiumsdiskussionen werden in den nächsten Tagen und Wochen hier auf Klasse gegen Klasse und auf unseren Social Media Kanälen als Podcasts und Videos zugänglich machen für alle, die nicht anwesend sein konnten. Das solltet ihr also nicht verpassen.

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