Jugend

1. Mai — Tag des Internationalismus

Heute ist der internationale Arbeiter*innenkampftag, der 1889 auf dem Gründungskongress der Zweiten Internationale (einer internationalen Vereinigung von Arbeiter*innenparteien) ausgerufen wurde. Wie internationalistisch ist der 1. Mai? Aus dem Flugblatt der Revolutionär-Kommunistischen Jugend zum 1. Mai.

1. Mai - Tag des Internationalismus

Kapitalist*innen in aller Welt laden die Kosten ihrer Krise auf den Massen ab, die deswe­gen immer stärk­er nach Alter­na­tiv­en suchen. Ob Trump in den USA, Le Pen in Frankre­ich oder die AfD in Deutsch­land. Die Welt rückt nach rechts.

Doch auf der ganzen Welt gibt es Proteste dage­gen, dass die Kapitalist*innen die Kosten ihrer Krise nicht sel­ber zahlen und erkämpfte Rechte immer stärk­er ange­grif­f­en wer­den.

Im Kampf gegen Ver­schär­fun­gen im Rah­men der Krise treten Frauen immer häu­figer als Pro­tag­o­nistin­nen her­vor: der Women‘s March in den USA, der Kampf gegen Abtrei­bungsre­for­men in Polen oder der Inter­na­tion­al Women‘s Strike oder die NiU­na­Menos Bewe­gung.

In der Türkei gibt es aktuell Proteste gegen das Ref­er­en­dum zur Ver­fas­sungsän­derung und den Kampf gegen Kurd*innen von Erdoğan.

Auch in Deutsch­land spüren Arbeiter*innen die Krise immer stärk­er, beispiel­sweise durch ver­mehrte Aus­gliederung in Sub­un­ternehmen. Aber auch hier gibt es Kämpfe – wie der Auf­s­tand der Töchter oder die Streiks bei Ama­zon.

Was ist vom Internationalismus beim internationalen Arbeiter*innenkampftag noch übrig?

Die Gew­erkschafts­demon­stra­tion am Mor­gen ist mehr ein Rit­u­al, als ein tat­säch­lich­er Kampf für bessere Arbeits- und Lebens­be­din­gun­gen. Immer­hin richtet sie sich auch gegen Nazis und Rechtspopulist*innen.

Aber es wird kein Gen­er­al­streik organ­isiert und erst recht gibt es keine Bemühun­gen, über die Gren­zen von Deutsch­land hin­aus koor­dinierte Aktio­nen von Arbeiter*innen zu organ­isieren.

Die Demon­stra­tion um 18 Uhr beruft sich zwar auf den his­torischen Ursprung vom 1. Mai als Kampf­tag der Arbeiter*innen und fordert einen Stopp der Miet­steigerun­gen und bezahlbaren Wohn­raum in Berlin. Aber heute, mit echt­en Arbeiter*innen gemein­sam kämpfen? Bess­er nicht.

Nur der Inter­na­tion­al­is­tis­che Block organ­isiert eine Demon­stra­tion, welche die wichtig­sten inter­na­tionalen Proteste auf­greift – allerd­ings ohne die Arbeiter*innenklasse wirk­lich ins Zen­trum zu stellen.

Der Kampf der Arbeiter*innen muss international sein!

Um prekäre Arbeitsver­hält­nisse zu verbessern und alle For­men der Unter­drück­ung zu bekämpfen, reichen auf Deutsch­land beschränk­te Forderun­gen nicht aus. Ein Kampf für echte Verbesserun­gen kann nur mit Arbeiter*innen über die Gren­zen von Natio­nen hin­aus geführt wer­den.

Wenn Kapitalist*innen immer stärk­er inter­na­tion­al expandieren und sich ver­net­zen, wenn die Auswirkun­gen der Krise inter­na­tion­al immer mehr zunehmen, muss auch der Kampf gegen sie auf ein­er inter­na­tionalen Ebene stat­tfind­en. Denn die Kapitalist*innen sollen ihre Krise selb­st bezahlen.

Beispiel­sweise um einen Tar­ifver­trag bei Ama­zon in Deutsch­land zu erkämpfen ist es notwendig, in Polen, Frankre­ich und anderen EU Staat­en den gle­ichen Kampf zu führen, damit Kapaz­itäten des Unternehmens nicht ver­schoben wer­den kön­nen.

Das ist keine Auf­gabe, die wir erst in einiger Zukun­ft ange­hen kön­nen, son­dern etwas, wom­it wir jet­zt begin­nen müssen. Wir müssen jet­zt die Kämpfe der Arbeiter*innen und der Unter­drück­ten stärken, unter­stützen und Verbindun­gen schaf­fen, die über die Lan­des­gren­zen hin­aus gehen.

Denn nach wie vor ist der einzige Weg: Proletarier*innen aller Län­der, vere­inigt euch!

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