Unsere Klasse

“Wir stehen solidarisch hinter den Reinigerinnen an der Alice Salomon Hochschule”

Die Aktiven der Kampagne "Auslagerung und Befristungen verbieten!" solidarisieren sich mit den Reinigerinnen an der Alice Salomon Hochschule Berlin, die ihre unsäglichen Arbeitsbedingungen öffentlich gemacht haben. Wir spiegeln ihre Solidaritätserklärung.

Foto: Aktivist*innen der Kam­pagne bei ein­er Protes­tak­tion gegen die Schließung des wombat’s Hos­tels

Solidarität mit den Reinigerinnen an der Alice Salomon Hochschule Berlin!

Wir, die Aktiv­en der Kam­pagne “Aus­lagerung und Befris­tun­gen ver­bi­eten!”, sol­i­darisieren uns mit Dora und Galy­na, zwei Reinigerin­nen an der Alice Salomon Hochschule Berlin, die ihre unsäglichen Arbeits­be­din­gun­gen öffentlich gemacht haben.

Unter anderem bekla­gen sie ihren schlecht­en Lohn, ihre hohe Arbeits­be­las­tung, die Befris­tung ihrer Arbeitsverträge, und dass sie zwar an der Alice Salomon Hochschule reini­gen, aber für eine out­ge­sourcte Reini­gungs­fir­ma arbeit­en.

Als Kam­pagne sind wir der Mei­n­ung, dass Out­sourc­ing und Befris­tung zwei der wichtig­sten Mit­tel sind, um Arbeits­be­din­gun­gen zu senken, Lohn­dump­ing zu betreiben, sowie unseren Wider­stand zu brechen. Dies bedeutet, wir wer­den zu Beschäftigten zweit­er Klasse, wo es fak­tisch keinen Kündi­gungss­chutz mehr gibt.

Deshalb fordern wir die Beendi­gung der Poli­tik von Aus­lagerung und Befris­tun­gen, die Rück­führung aus­ge­lagert­er Tätigkeit­en in die Mut­ter­be­triebe, das Ver­bot von Aus­lagerun­gen, die Über­nahme aller befris­tet Beschäftigter in Festverträge bei den Mut­ter­be­trieben und ein weitre­ichen­des Ver­bot von Befris­tun­gen.

Die Erfahrun­gen und Forderun­gen der Reinigerin­nen an der Alice Salomon Hochschule teilen wir aus diesen Grün­den vol­lkom­men. Wir ste­hen sol­i­darisch hin­ter ihnen und rufen dazu auf, die Peti­tion zu unter­schreiben, die ihren Forderun­gen Aus­druck ver­lei­ht.

Wort­laut der Peti­tion „Für gute Arbeits­be­din­gun­gen in der Reini­gung an der Alice Salomon Hochschule Berlin“:
Sehr geehrte Frau Prof. Völ­ter, sehr geehrter Herr Prof. Lehmann-Franßen, sehr geehrter Herr Prof. Neu­mann, sehr geehrter Herr Flegl,
nach­dem wir von den katas­trophalen Arbeits­be­din­gun­gen der Reini­gungskräfte erfahren haben, wen­den wir als Studierende und Beschäftigte uns heute an Sie als Hochschulleitung der Alice Salomon Hochschule.
Die Beschäftigten erhal­ten meist nur befris­tete Verträge von sechs Monat­en. Diese Verträge wer­den danach nicht ver­längert. Das Arbeit­spen­sum ist kaum zu erledi­gen: Ganze Stock­w­erke müssen in nur 4 Stun­den geputzt wer­den. Herun­terge­brochen bedeutet das, dass sie ca. 7 Minuten Zeit pro Sem­i­nar­raum haben, ungeachtet ihrer Größe. Das führt sowohl zu Gesund­heit­sprob­le­men und enormem Stress für die Beschäftigten, als auch zu Prob­le­men bei der Qual­ität der Arbeit. Für diese wer­den dann viel zu oft fälschlicher­weise die Beschäftigten selb­st ver­ant­wortlich gemacht, obwohl die Arbeitsverdich­tung durch das out­ge­sourcte Reini­gung­sun­ternehmen Peter Schnei­der für die Sit­u­a­tion ver­ant­wortlich ist.
Hinzu kommt, dass das von Ihnen beauf­tragte Unternehmen jeden Monat aufs Neue ver­sucht, den Beschäftigten ihren Lohn teil­weise vorzuen­thal­ten.
Die Arbeit der Reini­gung ist für uns zweifel­sohne eine der Grund­la­gen, auf der Lehre und Forschung an Hochschulen über­haupt erst funk­tion­ieren kön­nen. Nur weil – meist migrantis­che – Frauen tagtäglich diese Care-Arbeit übernehmen, kön­nen sowohl Sie als auch wir unter hygien­is­chen Bedin­gun­gen unser­er Arbeit bzw. unserem Studi­um nachge­hen.
An ein­er Hochschule für Soziale Arbeit, Gesund­heit, Erziehung und Bil­dung sollte es unser­er Mei­n­ung nach deshalb selb­stver­ständlich sein, die Arbeit der Reini­gungskräfte nicht unsicht­bar zu machen oder gar abzuw­erten, son­dern sicherzustellen, dass sie unter guten Bedin­gun­gen stat­tfind­et und als selb­stver­ständlich­er Teil der Hochschule ange­se­hen wird. Nur so kann die Hochschule ihrer sozialen Ver­ant­wor­tung gerecht wer­den, die auch bein­hal­tet, sich gegen solche For­men der prekären Arbeit zu stellen, da sie zur Aufrechter­hal­tung sex­is­tis­ch­er und ras­sis­tis­ch­er Struk­turen beitra­gen.
Wir fordern Sie deshalb auf, sich dafür einzuset­zen, dass:
• die Stun­den­zahl der Verträge erhöht wird, damit die Arbeit auch tat­säch­lich zu leis­ten ist,
• die Abrech­nung mit dem von Ihnen beauf­tragten Unternehmen Peter Schnei­der öffentlich gemacht wird,
• über­prüft wird, wie viel Geld bei den Beschäftigten tat­säch­lich ankommt und
• alle, die derzeit die ASH reini­gen, dies auch in Zukun­ft tun. Dafür müssen sie – falls die Verträge bere­its aus­ge­laufen sind – wiedereingestellt wer­den und alle Verträge in unbe­fris­tete Arbeitsverträge umge­wan­delt wer­den.

Let­ztlich sind wir der Überzeu­gung, dass all diese Prob­leme nur gelöst wer­den kön­nen, wenn das Out­sourc­ing been­det wird und die Reini­gungskräfte, die heute an der ASH arbeit­en, auch einen unbe­fris­teten Arbeitsver­trag mit der Hochschule erhal­ten.
Deshalb fordern wir Sie auf: Been­den Sie das Out­sourc­ing! Stellen Sie die Reini­gung unbe­fris­tet direkt an der Hochschule an!

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