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“Wenn Trump nach London kommt, verpassen wir ihm einen Arschtritt” [mit Fotogalerie]

Am Samstag gingen in London weit über 10.000 Demonstrant*innen gegen Donald Trump auf die Straße. Sie machen bereits gegen einen möglichen Besuch des US-Präsidenten mobil.

Fotos: Oren Ziv/Activestills.org

Anders als beim Frauen­marsch am 21. Jan­u­ar hat­te die jet­zige Demon­stra­tion einen viel klar­eren linken Ton, haupt­säch­lich durch die Teil­nahme und Rede­beiträge von Gewerkschafter*innen, marx­is­tis­chen Organ­i­sa­tio­nen und mus­lim­is­chen Ver­bän­den. Sie richteten eine kämpferische und klare Botschaft gegen das nor­mal­isierende und entschuldigende Ver­hal­ten der Pre­mier­min­is­terin There­sa May gegenüber Trumps Regime.

Schon um 11 Uhr ver­sam­melten sich die Protestieren­den vor der US-Botschaft und zogen nach den üblichen Rede­beitra­gen durch die Lon­don­er Innen­stadt bis zur 10 Down­ing Street, Mays offizieller Res­i­denz. Bei der Kundge­bung vor der Botschaft hielt unter anderem Kevin Court­ney, Gen­er­alsekretär der Gew­erkschaft der Lehrer*innen, eine feurige Rede, bei der er die Rolle der Lehrer*innen und Erzieher*innen im Kampf gegen Ras­sis­mus betonte:

Wenn euch in dreißig Jahren eure Kinder und Großkinder fra­gen wür­den, was ihr damals gegen Trump getan habt, soll­tet ihr lieber eine ganz gute Antwort haben.“

Anders als in Deutsch­land üblich, war die Sol­i­dar­ität mit inter­na­tionalen Kämpfen wie dem palästi­nen­sis­chen auf der Bühne sehr willkom­men. Ben Jamal, Direk­tor der Palästi­na Sol­i­dar­ität­skam­pagne (PSC), zog Par­al­le­len zwis­chen Trumps Poli­tik und der Poli­tik Israels:

Wir ste­hen hier zusam­men gegen Mauern, sowohl gegen Mexikaner*innen als auch gegen Palästinenser*innen, und für Bewe­gungs­frei­heit, für Muslim*innen in die USA als auch für Palästinenser*innen in ihre Heimat.“

David Rosen­berg, Vor­sitzen­der der Jew­ish Social­ist Group, mah­nte:

Wir ken­nen unsere Geschichte. Als wir hörten, was Trump den Muslim*innen antut, erin­nerten wir uns an die jüdis­chen Geflüchteten, die damals von den USA zurück­gewiesen und zurück nach Europa geschickt wur­den.”

Ein wichtiges Ziel der Demo war es, im Vor­feld ein starkes Zeichen gegen einen möglichen Staats­be­such Trumps in Großbri­tan­nien zu set­zen. Wey­man Ben­nett von dem Bünd­nis „Stand Up To Racism“ fasste es auf der Bühne in der Down­ing Street zusam­men:

Wenn Trump hier­herkommt, ver­passen wir ihm einen Arschtritt. Weiß und schwarz, LGBT und het­ero, Män­ner und Frauen, Muslim*innen und Juden*Jüdinnen.“

Mit­tler­weile hat eine Peti­tion gegen einen Staats­be­such Trumps fast zwei Mil­lio­nen Unter­schriften gesam­melt. In tra­di­tionell britis­ch­er Manier argu­men­tiert sie gegen den Besuch, da er „ihre Majestät, die Köni­gin, in Ver­legen­heit brin­gen kann“.

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