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VSG: “Der Streik war nur ein Warmup auf unserem Weg zum TVÖD 100%”

Anlässlich der derzeitigen Medienberichterstattung über die Boni- und Sonderzahlungen für Führungskräfte im Vivantes Konzern im Zusammenhang mit der laufenden Tarifauseinandersetzung in der Vivantes Service GmbH (VSG) hat die Tarifkommission der VSG eine Erklärung veröffentlicht, die wir hier spiegeln.

VSG:

Erklärung der Tarifkommission der Vivantes Service GmbH (VSG) zur derzeitigen Medienberichterstattung über die Boni- und Sonderzahlungen für Führungskräfte im Vivantes Konzern im Zusammenhang mit der laufenden Tarifauseinandersetzung in der VSG

Im Laufe der bere­its über zwei­jähri­gen Ver­hand­lun­gen um einen Tar­ifver­trag im Vivantes Tochterun­ternehmen, Vivantes Ser­vice GmbH, wurde uns stets von den Geschäftsführer*innen, vom poli­tis­chen Gesellschafter (Finanzse­n­a­tor Kol­latz-Ahnen SPD), Arbeit­ge­ber- und Gesellschaftervertreter*innen (egal welch­er Partei) im Auf­sicht­srat und selb­st von unser­er ver.di Ver­hand­lungs­führung erk­lärt, dass der zu ver­han­del­nde Tar­ifver­trag in der VSG den Vivantes Konz­ern nicht in eine finanzielle Schieflage brin­gen darf.

Vor­ab, auch wir sind an solch einem Liq­uid­ität­sprob­lem unseres Arbeit­ge­bers nicht inter­essiert. Daher hat die Tar­ifkom­mis­sion während der Ver­hand­lung ihre ursprüngliche Forderung nach dem Flächen­tar­ifver­trag des öffentlichen Dien­stes (TVÖD) unser­er Gew­erkschaft ver.di um 10% gesenkt. Nach den Veröf­fentlichun­gen in den Medi­en fra­gen wir und unsere Mit­glieder uns nun, wieso eigentlich? Gle­ichzeit­ig stellt sich uns die Frage, was eine genaue Prü­fung, wie vom Finanzse­n­a­tor angekündigt brin­gen soll, wenn diesel­ben Per­so­n­en die jahre­lang für die Finanzen und Zahlun­gen von Vivantes ver­ant­wortlich waren, jet­zt diese über­prüfen sollen?

Wir müssen nun eher davon aus­ge­hen, dass mit der Tar­if­flucht, für uns nicht nachvol­lziehbare Son­derzahlun­gen in den Führungse­ta­gen von Vivantes finanziert wer­den. Bish­er stand für uns immer fest, dass das Finanzprob­lem Berlin­er Kranken­häuser und somit auch Vivantes, einzig und allein der man­gel­haften Ver­gabe von Investi­tion­s­mit­tel durch die Berlin­er Poli­tik geschuldet war. Das war wohl nur zum Teil so.

Umso ver­w­er­flich­er sind in diesem Zusam­men­hang die öffentlichen Dro­hun­gen des Vivantes Gesellschafters, Auf­sicht­sratsmit­glieds und Finanzse­n­a­tors Matthias Kol­latz-Ahnen zu sehen, der den Streik­enden der VSG zusam­men mit den Geschäfts­führun­gen Vivantes/VSG mit dem Ver­lust ihrer Arbeit­splätze dro­hte, wenn sie nicht „mark­tübliche“ Löhne akzep­tierten. Obwohl er mit sein­er Partei im Koali­tionsver­trag fest­geschrieben hat, dass den sel­ben Beschäftigten zügig der TVÖD zu zahlen wäre. Seine Genossen in der SPD müssen sich fra­gen lassen, was ihre eige­nen Parteitags­beschlüsse wert sind, wenn sie von nie­man­den umge­set­zt wer­den. Denn sie haben mehrfach den Beschluss gefasst, dass die Vivan­testöchter VSG und VTD (Ther­a­peutis­che Dien­ste) mit Flächen­tar­ifver­trag TVÖD in den Mut­terkonz­ern Vivantes zurück­ge­führt wer­den müssen.

Die Tar­ifkom­mis­sion der VSG stellt klar, dass für uns nur der Flächen­tar­ifver­trag des öffentlichen Dien­stes (schon vom Namen her) als der einzig mark­tübliche Tarif im öffentlichen Dienst gel­ten muss. An diesem Ziel hal­ten die ver.di Mit­glieder der VSG weit­er­hin unbeir­rt fest. Das von ihrer TK unter­schrieben Eck­punk­tepa­pi­er kann für uns nur ein Etap­pen­ziel auf dem Weg zum TVÖD sein, denn es beseit­igt nicht die Loh­nun­gle­ich­heit unser­er Mit­glieder. Auch wenn sich ger­ade alle Entscheider*innen aus dem Sen­at, der Geschäfts­führun­gen und ver.di auf die Schul­tern klopfen und sich dieses Eck­punk­tepa­pi­er als ihren Sieg an die Brust heften. Nie­mand anderes als die Gew­erkschaftsmit­glieder der VSG haben sich dieses Ergeb­nis erstrit­ten, denn dieses vor­läu­fige Ver­hand­lungsergeb­nis war von nie­man­den dieser Entscheider*innen so gewollt. Sie alle woll­ten uns zu einem min­der­w­er­ti­gen Tar­ifver­trag überre­den, welchen unsere Gew­erkschaft üblicher­weise in unser­er Branche aushan­delt.

Der Streik war nur ein Warmup, auf unserem Weg zum TVÖD 100%, den wir weit­er­ver­fol­gen wer­den. Dafür brauchen wir weit­er­hin Eure Hil­fe!

Die Tar­ifkom­mis­sion der Vivantes Ser­vice GmbH bedankt sich bei Allen bish­eri­gen Unterstützer*innen im Namen ihrer Mit­glieder und ruft zur Unterze­ich­nung dieser Erk­lärung auf.

Unterze­ich­nen kön­nt Ihr indem Ihr eine kurze Email an: wir-unterstuetzen-die-vsg@mail.de sendet.

Kämpferische Grüße
Tar­ifkom­mis­sion der Vivantes Ser­vice GmbH (VSG)

Ursprünglich hier veröf­fentlicht

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