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Von Buenos Aires nach Berlin: Kundgebungen fordern Gerechtigkeit für Santiago Maldonado

Drei Monate nach dem Verschwinden des Aktivisten Santiago Maldonado gingen erneut Tausende in Argentinien auf die Straße, um Strafen für die politischen Verantwortlichen und die Polizisten zu fordern, die an seiner Ermordung beteiligt waren. Auch in Berlin zeigten 50 Menschen vor der argentinischen Botschaft ihre Solidarität.

Von Buenos Aires nach Berlin: Kundgebungen fordern Gerechtigkeit für Santiago Maldonado

Vor drei Monaten, am 1. August, wurde Santiago Maldonado in der südlich gelegenen argentinischen Provinz Chubut von der Gendarmería zuerst entführt und dann ermordet.Doch am 1. November gingen erneut Tausende in Buenos Aires und zahlreichen anderen Städten auf die Straße, um Gerechtigkeit für Santiago zu fordern. Auch im nassen und dunklen Berlin versammelten sich rund 50 Menschen vor der argentinischen Botschaft, um die Bestrafung der Mörder von Santiago und der politischen Verantwortlichen zu fordern.

„Hinter diesem Mord steckt der internationale Konzern Benetton, der wie viele andere mit der Hilfe der Regierung der indigenen Bevölkerung mit Gewalt das Land abnimmt“, sagte eine Teilnehmerin der Demo. Die Italienische Modemarke Benetton ist mit 9.000 km² eine der größten Großgrundbesitzer*innen Argentiniens, der im Süden des Landes Wolle produziert. Seit Jahrzehnten versucht er, die indigene Bevölkerung der Mapuche von ihren Ländereien zu vertreiben, um darauf Schafe züchten zu können. Santiago Maldonado unterstützte die Proteste der Mapuche gegen diesen Landraub und wurde während der Repression einer Straßenblockade von den Polizeikräften des Militärs – der Gendarmería – entführt. Erst vor zwei Wochen tauchte die Leiche des Aktivisten in einen Fluss auf.

„Es ist es ein riesiger Sprung in der Militarisierung nach innen, wenn die Polizei unter Befehl des höcsten Stabschefs des Sicherheitsministerium dreißig Jahre nach Ende der Militärdiktatur politische Gegner entführen und ermorden lässt“, sagte Simon von der Revolutionären Internationalistischen Organisation (RIO) zu den sich in einem Kreis versammelten Demonstrant*innen.

„Doch auch in Deutschland können wir auf einem anderen Niveau den Sprung der Militarisierung nach innen beobachten: Seit G20 ist es normal geworden, Anti-Terror-Einheiten gegen Demonstrant*innen einzusetzen. Die Polizei und der Staat beschützen die Interessen der Kapitalist*innen. Gewalt ist das Mittel, ihre Interessen gegen die der Arbeiter*innen und der Bevölkerung durchzusetzen.“

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