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USA: Landesweiter #DayWithoutImmigrants bringt Geschäfte und Schulen zum Erliegen

Am Donnerstag mussten Schulen und Geschäfte wegen eines landesweiten #DayWithoutImmigrants schließen.

USA: Landesweiter #DayWithoutImmigrants bringt Geschäfte und Schulen zum Erliegen
Participants in "A Day Without Immigrants" march down East Seventh Street in St. Paul, Minn., en route to the state Capitol Thursday, Feb. 16, 2017 . (Pioneer Press: Dave Orrick)

Donnerstag war in den USA ein #DayWithoutImmigrants, ein Tag ohne Migrant*innen. Geschäfte und Schulen wurden lahmgelegt. In den gesamten USA weigerten sich Migrant*innen zur Schule oder zur Arbeit zu gehen, oder irgendetwas zu kaufen, um zu zeigen, dass die US-Wirtschaft durch die Arbeit von Migrant*innen angetrieben wird. Laut dem Pew Research Center machen undokumentierte Migrant*innen 9% der Beschäftigten im Hotel- und Gaststättengewerbe aus. Mindestens elf Millionen undokumentierte Menschen leben in den USA – und die Kraft dieser Migrant*innen, wenn sie sich als Arbeiter*innen organisieren, ist atemberaubend.

Die Bewegung ist eine Antwort auf Donald Trumps Anti-Migrant*innen-Agenda – von der Ausdehnung der Grenzmauer zwischen den USA und Mexiko über den Einreisebann für Menschen aus mehrheitlich muslimischen Ländern (der aktuell aufgrund gerichtlicher Streitigkeiten in der Schwebe ist) bis hin zu der Verhaftungswelle, die diese Woche hunderte undokumentierte Migrant*innen landesweit traf und die Migrant*innen im gesamten Land in Angst und Schrecken versetzte. Diese Verhaftungswelle ist nichts Neues; die Obama-Regierung schob mehr undokumentierte Migrant*innen ab als jede andere Regierung in der Geschichte der USA. Das aktuelle Niveau des Widerstands jedoch hat es seit den migrantischen Protesten 2006 nicht mehr gegeben.

Am Montag fand schon in Milwaukee eine massive #DayWithoutImmigrants-Demonstration statt, an der sich 10.000 Menschen beteiligten. Am Donnerstag folgten Zehntausende im gesamten Land. In großen Metropolen und kleinen Städten gingen Migrant*innen in Massen auf die Straße, um gegen Trumps fremdenfeindliche Politik zu protestieren.

Einige Geschäfte haben ihre Türen in Solidarität geschlossen. Andere waren gezwungen, für den Tag zu schließen, weil niemand zur Arbeit kam. Besonders McDonald‘s-Restaurants im gesamten Land waren davon betroffen.

Selbst die Eliten in Washington, D.C., waren von den Protesten betroffen. Im Pentagon waren viele Restaurants geschlossen, weil die migrantischen Beschäftigten im Streik waren.

Schulen im gesamten Land waren ebenfalls vom #DayWithoutImmigrants betroffen, weil tausende Schüler*innen die Schule schwänzten, um an den Protesten teilzunehmen. Schon in den vergangen Wochen hatten High School-Schüler*innen in den USA sogenannte „walkouts“, also Schüler*innenstreiks direkt aus dem Unterricht heraus, organisiert, um gegen Trumps Politik zu protestieren. Am Donnerstag fand das überall statt; tausende Schüler*innen verpassten den Unterricht als politisches Statement.

In Brooklyn, New York, demonstrierten hunderte Schüler*innen der Sunset Park High School. “Ein Teil davon war die Selbstorganisierung der Schüler*innen, und außerdem war schnell klar, dass die Lehrer*innen verstehen, was abgeht, und dass sie uns ermutigen, wenn wir demonstrieren gehen“, sagte der Schüler Benji Marin.

Und beispielsweise in Grand Rapids, Michigan, wird der Schulbezirk wohl rückwirkend einen freien Tag ausrufen müssen, weil so viel Schüler*innen aus Protest nicht in die Schule kamen.

Aber Menschen blieben am Donnerstag nicht nur zuhause – sie gingen auf die Straße. In den meisten Großstädten gab es Proteste.

Ein Protest in Austin, Texas.

Selbst Kunstmuseen zeigten ihre Solidarität. Das Davis Museum am Wellesley Collegge in Massachusetts nahm alle Kunstwerke von den Wänden, die von Migrant*innen angefertigt oder gespendet worden waren. Stattdessen hingen sie schwarze Tücher mit der Aufschrift „Geschaffen von einer*m Migrant*in“ auf.

Schon seit Wochen gibt es Mobilisierungen gegen Trump – vom Women‘s March am 21. Januar bis zu den Flughafenprotesten demonstrieren die Menschen in den USA, dass sie gegen Trump auf der Seite der Unterdrückten kämpfen werden. Damit diese Proteste an Kraft gewinnen und das Herz des Kapitalismus treffen, brauchen wir massenhafte Streiks, die über einzelne Personengruppen hinausgehen, die nicht zur Arbeit gehen. Die Gewerkschaften müssen eine wichtige Rolle dabei spielen, zu einer Reihe von Streiks gegen Trump aufzurufen und die Arbeiter*innenklasse zu mobilisieren, um ihr Gewicht und ihre Kraft in den Widerstand gegen Trump zu werfen. Wir müssen uns unabhängig von der Demokratischen Partei organisieren, die genauso die Abschiebung tausender undokumentierter Migrant*innen angeordnet und überwacht hat. Gemeinsam besitzen Arbeiter*innen, Migrant*innen, Jugendliche und Frauen die Macht, Trump zu besiegen. Das war nur der Anfang.

Dieser Artikel bei Left Voice

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