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Tausende streiken gegen 400 Millionen-Einsparung bei Real

Am Donnerstag und Freitag streikten die Beschäftigten in fast 150 Filialen der Supermarktkette Real. Das Unternehmen war letztes Jahr aus dem Flächentarifvertrag der Handelsbranche ausgestiegen und will drastische Gehaltskürzungen durchsetzen.

Tausende streiken gegen 400 Millionen-Einsparung bei Real

„Wir haben keine 400 Mil­lio­nen Euro zu ver­schenken!“ heißt es bei ver.di. Diese Einsparun­gen will das Unternehmen Real laut der Gew­erkschaft auf dem Rück­en der 38.000 Beschäftigten aus­tra­gen. Am Don­ner­stag streik­ten dage­gen 1.900 Beschäftigte in 74 Fil­ialen in Nor­drhein-West­falen. Am Fre­itag trat­en dann die Arbeiter*innen in 70 Real-Märk­ten in Bay­ern, Baden-Würt­tem­berg, Bre­men, Sach­sen-Anhalt, Thürin­gen, Hes­sen, Rhein­land-Pfalz, Berlin und Bran­den­burg in den Warn­streik.

Durch den Ausstieg aus dem Flächen­tar­ifver­trag müssen die Beschäftigten schon jet­zt Ein­bußen beim Gehalt hin­nehmen. Doch Real will noch deut­lich weit­erge­hen: Das Urlaubs- und Wei­h­nachts­geld soll um 75 Prozent gekürzt wer­den, wodurch die Beschäftigten bis zu 2050 Euro jährlich weniger bekä­men. Tar­ifer­höhun­gen und der Auf­stieg in den Beruf­s­jahren sollen bis Ende 2017 weg­fall­en. Nachtzuschläge sollen gekürzt wer­den. Und bis zu 17 Märk­te sollen geschlossen wer­den. Real begrün­det diese Maß­nah­men mit Umsatzein­bußen, die nun auf die Beschäftigten abgewälzt wer­den sollen.

Ver.di ver­langt dage­gen eine Rück­kehr zum regionalen Flächen­tar­ifver­trag und eine Stan­dort- und Beschäf­ti­gungssicher­heit. Mit der Tar­if­flucht gibt Real ein Sig­nal für weit­ere Kapitalist*innen: Gelingt es dem Unternehmen mit dem Angriff auf die Beschäftigten durchzukom­men, kön­nte dies die Tar­ifverträge in der ganzen Branche unter­graben und die Prekarisierung von Teilen der Arbeiter*innenklasse vorantreiben.

Anfang April ste­ht die näch­ste Ver­hand­lungsrunde zwis­chen Ver.di und Real an. Die Warn­streiks zeigten bere­its die Kampf­bere­itschaft der Kolleg*innen. Wenn sich Real weigert in den Flächen­tar­ifver­trag zurück­zukehren, wird Ver.di mit bun­desweit­en Streik­maß­nah­men den Druck erhöhen müssen. Es ist auch die Auf­gabe von linken und anti­ras­sis­tis­chen Aktivist*innen die Streiks zu unter­stützen. Der bun­desweite Schul- und Unistreik am 27. April kann ein Zeichen in Rich­tung der Real-Arbeiter*innen set­zen: Gemein­sam kön­nen wir Jugendliche, Arbeiter*innen und Migrant*innen gegen Prekarisierung und für ein gutes Leben für alle kämpfen.

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