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Tarifeinigung an den Unikliniken in Baden-Württemberg

Am Montag einigte sich ver.di im Tarifkonflikt für die Universitätskliniken in Baden-Württemberg. Ihr Ziel: “Entwertung der Gehälter durch die Inflation zu verhindern”. Zwar erhalten die Beschäftigten nun mehr Lohn, doch einem Ausgleich zur Inflation entspricht das nicht.

Tarifeinigung an den Unikliniken in Baden-Württemberg
Bild: SWR.

Am Abend des 05. Dezember beugte sich die Gewerkschaft ver.di den Arbeitgebern bei der vierten Tarifverhandlungsrunde für die rund 26.000 Beschäftigten der vier Universitätskliniken in Freiburg, Heidelberg, Ulm und Tübingen. Alle Beschäftigten bekommen dadurch 250 Euro mehr im Monat, jedoch erst ab Oktober 2023. Das bedeutet für einige Beschäftigte der Sterilgutaufbereitung bis zu 10 Prozent mehr, für eine Pflegefachkraft zwischen 6 und 8 Prozent.

Hinzu kommen steuer- und abgabenfreie Corona-Sonderzahlungen in Höhe von 1.200 Euro im Dezember. Zwei weitere Einmalzahlungen in Höhe von jeweils 1.200 und 750 Euro sollen folgen. Auch Auszubildende bekommen einmalig 900 Euro sowie ab April 2023 eine Gehaltserhöhung von 115 Euro netto mehr im Monat und Mai 2024 kommen 35 Euro hinzu.
Für die Gewerkschaft ver.di bedeutet dies ein Sieg, besonders für Auszubildende, wie Martin Gross betont.

Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 19 Monaten, also bis April 2024. Angesichts der Inflation von 10 Prozent im November 2022 und unklaren Aussichten für die Zukunftsentwicklung reicht dieser Tarifkompromiss nicht aus, um Lohnverluste zu verhindern. Anfangs verlangten die Beschäftigten mit ver.di 10,5 Prozent mehr Lohn, die zumindest die Geldentwertung ausgeglichen hätten. Trotzdem ließ die ver.di-Führung sich auf das Tarifangebot mit dem Arbeitgeberverband Uniklinika ein.

Ver.di organisierte im Vorfeld – seit Ende November – täglich rund 2.000 Beschäftigte in Warnstreiks, die jedoch als stille Streiks, also ohne Kundgebungen, stattfanden. Nur in Freiburg mobilisierte die Gewerkschaft 700 Streikende auf die Straße. Doch Beschäftigte müssen sich vernetzen, sich über ihre schlechten Bedingungen austauschen und innerhalb der Gewerkschaftsstrukturen selbst organisieren. Schließlich geht es nicht nur um unzureichende Löhne, sondern um das ganze Gesundheitssystem, das jahrelang kaputt gespart wurde – und jetzt sollten sich Beschäftigte für Tarifabschlüsse mit Reallohnverlust begnügen.

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