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Sri Lanka: Palast des Präsidenten gestürmt

Am Samstag haben zehntausende Menschen in Sri Lanka für den Rücktritt des Präsidenten protestiert, dabei stürmten Sie dessen Residenz. Der Präsident ist an einen unbekannten Ort geflohen.

Sri Lanka: Palast des Präsidenten gestürmt
Foto: Ruwan Walpola / Shutterstock.com

Zehntausende Menschen versammelten sich am Samstag in Colombo, der Hauptstadt Sri Lankas. Die Polizei ging gegen die Demonstration mit Tränengas und Wasserwerfern vor. Dennoch konnte sie die Massen nicht davon abhalten, das bisher schwer bewachte Anwesen des Präsidenten Gotabaya Rajapaksa zu stürmen. Offenbar konnte dieser nur knapp mit Hilfe seiner Sicherheitskräfte fliehen.

Die Demonstrant:innen machen Rajapaksa für die katastrophale wirtschaftliche Situation verantwortlich und fordern seinen Rücktritt. Bei den Protestmärschen skandierten sie „Gotabaya ist verrückt“, „Gotabaya hat Angst“ oder „Gotabaya go home“. Die Inflation beträgt 80 Prozent, es kommt immer wieder zu Stromausfällen. Die Tankstellen verkaufen seit Monaten kaum noch Benzin, Medikamente sind teils nur auf dem Schwarzmarkt erhältlich und die Preise für Lebensmittel für viele Menschen unerschwinglich geworden. Das Land kann aufgrund von Schulden in Höhe von 51 Milliarden US-Dollar bei globalen Investmentfonds und anderen Staaten seine Rechnungen für Treibstoff nicht bezahlen. Gespräche mit dem Internationalen Währungsfonds über die Gewährung von weiteren Krediten verliefen bisher erfolglos, weil der IWF das Land als nicht zahlungsfähig betrachtet.

Die Proteste auf dem Inselstaat halten nun seit drei Monaten an. Schon im April hatte Gotabaya den Ausnahmezustand verhängt und die Armee auf die Straßen berufen. Diese konnte die Situation aber nur vorübergehend beruhigen, wie der Sturm auf den Präsidentschaftspalast eindrucksvoll demonstriert. In Sozialen Medien tauchten auch Bilder und Videos auf von Demonstrant:innen auf, die etwa im Pool des Präsidenten baden – für die protestierenden Massen ein Moment des Triumphes.

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