Unsere Klasse

Solidarität aus der BVG mit dem Streik der CFM [mit Video]

Die Basisgewerkschaftsgruppe ver.di aktiv in den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) solidarisierte sich gestern mit dem Streik der Kolleg*innen bei der CFM.

Solidarität aus der BVG mit dem Streik der CFM [mit Video]

Heute titelte die Berlin­er Mor­gen­post: “Streik bei der BVG und der Char­ité-Tochter CFM. Bus und Bahn sollen trotz des Streiks plan­mäßig fahren. Und in den Kliniken soll es nur geringe Auswirkun­gen auf Patien­ten geben.”

Ein Glanzstück gew­erkschafts­feindlich­er Presse. Das Ziel: den Arbeiter*innen Berlins erzählen, dass organ­isiert Kämpfen nichts brin­gen würde und die laufende Auseinan­der­set­zung an der Char­ité – eine der wichtig­sten dieser Stadt – zu schwächen.

Eiskalt gel­o­gen: (kraft­los­er) Streik bei uns. Bei BVG/BT gab es ja über­haupt keinen Streik. Son­dern eine “aktive Früh­stückspause” vor der Konz­ernzen­trale.

Ca. 200 BVG/BT-Kolleg*innen hat­ten sich vor dem Ein­gang ver­sam­melt. Größ­ten­teils natür­lich Kolleg*innen aus dem Trias (“aktive Früh­stückspause”!). Aber auch einige Kolleg*innen von Bus und Bahn, die in ihrer freien Zeit vor­beika­men, um zu fordern, dass wenn wir schon die ange­bote­nen 2,5% nehmen, ein sehenswertes Plus dazukommt. Laut Aus­sage von ver.di-Sekretär Jere­my Arndt will das BVG-Man­age­ment derzeit zu den 2,5% gar­nichts dazugeben.

Die Aktion sollte dazu dienen, der gut­bezahlten Chefe­tage zu zeigen, dass sie dabei nicht bleiben kön­nen. Gle­ichzeit­ig war sie auch ein Sig­nal an die Tar­ifkom­mis­sion, sich nicht klein­laut auf irgen­deinen bil­li­gen Deal einzu­lassen, son­dern auch die Möglichkeit eines Arbeit­skampfes, dann für eine ordentliche Forderung (wie die von uns vorgeschla­ge­nen 2.600 Euro Ein­stiegslohn gegen Alter­sar­mut), dem Vor­stand offen sicht­bar auf den Tisch zu leg­en.

Vor­standsvor­sitzende Nikut­ta und Per­son­alvor­stand Schulte, die sich auch heute kurz blick­en ließen, sind keine Leute, die sich durch fre­undlich­es Reden zu Zugeständ­nis­sen bewe­gen lassen. Der Sen­at treibt sie zum Kaputts­paren an und sie set­zen diesen Auf­trag willig um – auf Kosten von Arbeiter*innen und Fahrgästen. Diese gut geschul­ten Bosse brauchen Zwang. Und wir als Beschäftigte müssen bere­it sein, diesen Druck aufzubauen.

Die Kolleg*innen von der Char­ité Facil­i­ty Man­age­ment (CFM) sind ein Beispiel für solche kämpferische Entschlossen­heit. Unter dem rot-roten Sen­at wur­den am größten Uniklinikum Europas alle nichtmedi­zinis­chen Auf­gaben in eine Tochter­fir­ma ohne Tar­ifver­trag über­führt. Dort wird unter total prekären Ver­hält­nis­sen geschuftet – eine Poli­tik auf Kosten der Arbeiter*innen und der Patient*innen. Die Kolleg*innen der CFM kämpfen mit Streiks und rück­ten zu ver­schiede­nen Anlässen den poli­tis­chen Ver­ant­wortlichen auf die Pelle. So haben sie es soweit gebracht, dass Bürg­er­meis­ter Michael Müller am 1. Mai von der Wiedere­ingliederung in die Char­ité sprach. Inwieweit diese Worte so(zialdemokratisch) leer sind wie viele andere, hängt davon ab, ob die Kolleg*innen und ihre Ver­bün­de­ten weit­er hohen Druck machen. Deswe­gen hat heute ein Streik bei der CFM begonnen (von dem die Springer­presse offen­bar schon weiß, dass er schwach wäre).

Wir von der Basis­gew­erkschafts­gruppe ver.di aktiv hat­ten deshalb heute bei der “aktiv­en Früh­stückspause” ein Trans­par­ent mit der Auf­schrift “BVG UND CFM. Wir kämpfen zusam­men!” dabei und im Anschluss gin­gen Kolleg*innen als Sol­i­dar­itäts-Del­e­ga­tion zum zen­tralen Streik­lokal am Vir­chow-Klinikum. Dort beteil­gten wir uns an Aktio­nen und nah­men an der Streikver­samm­lung teil, bei der ver­sucht wurde, die Kolleg*innen einzu­binden, von ihren Erfahrun­gen zu erzählen und mitzud­isku­tieren.
Die Kolleg*innen bei der CFM kämpfen nicht nur für sich. Sie kämpfen gle­ichzeit­ig gegen Aus­gliederung und prekäre Arbeit – ins­beson­dere im Ver­ant­wor­tungs­bere­ich des Lan­des Berlin. Sie kämpfen für eine gute öffentliche Daseinsvor­sorge. Das geht Alle an – ger­ade uns bei der BVG!

Deswe­gen haben wir auch im ver.di Betrieb­s­grup­pen­vor­stand Sol­i­dar­itäts-Aktio­nen vorgeschla­gen.

Wir laden außer­dem alle BVG/BT-Kolleg*innen ein, gemein­sam mit den Charité-Kolleg*innen am Sam­stag Mor­gen dem Lan­desparteitag der selb­ster­nan­nten “Gerechtigkeitspartei” SPD einen Besuch abzus­tat­ten.

Sam­stag, 20.05.17
8 Uhr
Estrel-Hotel, Son­nenallee 225
(S Son­nenallee)

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Web­site der Basis­gew­erkschafts­gruppe verdi.aktiv.

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