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Protest in Großbritannien gegen Abschiebegefängnis

Die britische Organisation Movement for Justice organisierte Massenproteste gegen Großbritanniens größtes Abschiebegefängnis für Frauen.

Protest in Großbritannien gegen Abschiebegefängnis

Am Sam­stag, den 3. Dezem­ber, ver­anstal­tete das englis­che Move­ment for Jus­tice (MFJ) ihre zehnte Demon­stra­tion bei Yarl’s Wood – dem britis­chen Abschiebege­fäng­nis für Frauen. Mit Bussen aus Lon­don, Not­ting­ham, Liv­er­pool, Leeds, Man­ches­ter, Oxford, Birm­ing­ham, Bris­tol, Coven­try und Glas­gow, Lan­cast­er und anderen Städten war diese lan­desweite Kundge­bung ein Massen­protest der gefan­genen Frauen inner­halb der Gefäng­nis­mauern, sowie ehe­ma­li­gen Gefan­genen, Asyl­suchen­den, Migrant*innen, anti­ras­sis­tis­chen Jugendlichen und Studieren­den außer­halb der Gefäng­nis­mauern.

Men­schen aus ganz Großbri­tan­nien reis­ten nach Bed­ford­shire, um die Schließung von Yarl’s Wood zu fordern, wo 410 Per­so­n­en fest­ge­hal­ten wer­den, vor allem Frauen und Kinder. Die Kundge­bung war einge­bun­den in eine große Kam­pagne zur Schließung von Yarl’s Wood und allen anderen Abschiebege­fäng­nis­sen. Seit der Eröff­nung im Jahre 2001 war das Abschiebege­fäng­nis in zahlre­iche Skan­dale ver­wick­elt. Men­schen­recht­sor­gan­i­sa­tio­nen klagten sex­uelle Über­griffe, schlechte Gesund­heitsver­sorgung und eine hohe Suizid-Rate an.

Ein*e Demonstrant*in sagte:

Das einzige Abschiebege­fäng­nis für Frauen in Großbri­tan­nien ist ein Beweis für den zunehmenden Ras­sis­mus, sex­uellen Miss­brauch und die frauen­feindliche Gewalt. Es ist wichtig, dass wir alle zusam­mengekom­men sind, um uns mit den Gefan­genen zu sol­i­darisieren und laut die Schließung von Yarl’s Wood und allen anderen Abschiebege­fäng­nis­sen und Frei­heit für die Gefan­genen fordern.

Das Abschiebege­fäng­nis Yarl’s Wood war immer wieder Zielscheibe von Kri­tik, wie erst kür­zlich bei der unangekündigten Inspek­tion durch den Haupt-Inspek­teur für Gefäng­nisse in Großbri­tan­nien. Er sagte: “Yarl’s Wood ist zurecht ein Sor­genkind der britis­chen Gesellschaft“. Nach Bericht­en über die Inhaftierung von schwan­geren, alten, kranken und behin­derten Frauen forderten britis­che Abge­ord­nete eine Beschränkung der Haftzeit. Großbri­tan­nien ist das einzige Land in Europa, das bish­er über keine Beschränkung der Haftzeit ver­fügt.

Die Frauen von Yarl’s Wood fordern ihre Frei­heit. Sie organ­isieren gemein­same Aktio­nen wie Peti­tio­nen, Demon­stra­tio­nen und ver­hin­dern Abschiebun­gen inner­halb des Abschiebege­fäng­niss­es und tra­gen handge­fer­tigte T‑Shirts mit der Auf­schrift: “We are not ani­mals“ (Wir sind keine Tiere). Damit nehmen sie Bezug auf veröf­fentlichte verdeck­te Auf­nah­men, in denen ein Wärter die inhaftierten Frauen mit Tieren ver­gle­icht.

Neben dem Aufruf zur Schließung aller Abschiebege­fäng­nisse nutzten die Aktivist*innen die Gele­gen­heit, um ihre Sol­i­dar­ität mit den inhaftierten migrantis­chen Frauen zu bezeu­gen und die Öffentlichkeit auf die Ungerechtigkeit aufmerk­sam zu machen, welche den Inhaftierten hier wider­fährt.

Nach der Wahl zum Brex­it und der Wahl von Trump ist es wichtig, auf das Leid der Migrant*innen hinzuweisen, die oft zum Sün­den­bock gemacht wer­den.

  • Schließt Yarl’s Wood!
  • Bleiberecht für alle!
  • Recht auf Migra­tion!
  • Schließt alle Abschiebege­fäng­nisse!

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 3. Dezem­ber bei Left Voice.

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