Pressekonferenz der „Global Sumud Flotilla“: Die Flotte tritt in die kritischste Phase ihrer Mission ein
Die Global Sumud Flotilla hat soeben in internationalen Gewässern nahe Gaza eine Pressekonferenz an Bord abgehalten, während sie Kurs auf die illegale israelische Marineblockade nimmt.
Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch gaben die Organisatoren der „Global Sumud Flotilla“ einen Überblick über die Lage und die jüngsten Angriffe und Einschüchterungsversuche Israels. In der Nacht umzingelten mehrere israelische Kriegsschiffe mehrere Boote der Flottille, wobei die Alma und die Sirius am stärksten ins Visier genommen wurden. Die israelischen Schiffe zwangen die Kapitäne zu schwierigen Manövern, indem sie gefährliche Kursänderungen vornahmen.
Während dieser aggressiven Manöver führte die israelische Armee einen Cyberangriff auf diese Schiffe durch, wodurch sie vollständig vom Rest der Flotte isoliert wurden. Diese Provokationen haben die elektronischen Systeme der Alma beschädigt.
Lisi Proença, eine brasilianische Aktivistin an Bord der Sirius, erklärt, dass die Flotte eine gewaltfreie humanitäre Mission sei, die durch das gestrige Eingreifen gefährdet worden sei. Ihrer Meinung nach habe die Mehrheit der Besatzungsmitglieder noch nie eine derart gefährliche Situation erlebt, aber sie hätten mutig reagiert und auf die israelischen Angriffe mit „Free Palestine”-Rufen geantwortet.
Francesca Albanese, Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen für die palästinensischen Gebiete, bringt ihren großen Respekt für die Flotte und die Organisation zum Ausdruck, die trotz der gestrigen Situation Ruhe bewahrt haben. Sie erinnert daran, dass die Blockade des Gazastreifens völlig illegal ist und dass die Flotte nichts anderes als eine humanitäre Mission ist, die die 2 Millionen Menschen retten will, die in diesem 1948 errichteten Ghetto gefangen sind. An die Aktivisten, die sich für diese Mission engagieren, richtet sie folgende Worte: „Ihr bedroht nicht den Frieden, es sind Völkermord und Besatzung, die den Frieden bedrohen.”
Ohne sich der Illusion hinzugeben, dass diese humanitäre Hilfe nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, erinnert Albanese daran, dass die Flotte kein Selbstzweck ist, sondern ein Mittel zum Zweck: den Aufbau einer großen Bewegung, um den Völkermord zu stoppen, nach dem Vorbild der Mobilisierung, die von den Hafenarbeitern in Italien ins Leben gerufen wurde. Aber man muss noch weiter gehen: „ Die Hafenarbeiter dürfen nicht allein gelassen werden. Alle Häfen müssen für israelische Waren und alle Güter, die für Israel bestimmt sind, geschlossen werden, insbesondere für Waffen.“
Als Juristin betont Albanese auch die völlige Illegalität der israelischen Einschüchterungen und einer möglichen Abfangung der Flottille. Diese befindet sich derzeit in internationalen Gewässern. Sie wird bald in die von Israel ab 120 Seemeilen vor der Küste verhängte „geschlossene Militärzone“ einfahren. Tatsächlich hat Israel jedoch keinerlei Hoheitsgewalt über diese Gewässer: Entlang der gesamten Küste Gazas gehören die Gewässer zu Palästina.
Ein Aktivist der Flotte fasst zusammen: „Die israelische Armee verhält sich wie Piraten […], die israelische Regierung hat keinerlei Skrupel, Verbrechen zu begehen. Ein Angriff auf die Flotte ist in Wirklichkeit ein Angriff auf Gaza. “ Während sich die Flottille ihrem Ziel nähert, werden die nächsten Stunden entscheidend sein: „Wir rechnen mit unserer Ankunft in Gaza am Donnerstagmittag. Diese Nacht wird kritisch werden. Wenn Israel uns nicht abfängt, werden wir morgen die Küste von Gaza erreichen.“