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Meine Arbeit macht mich krank

Arbeit im Kapitalismus macht krank, besonders wenn sie unter prekären Bedingungen stattfindet. In einem Erfahrungsbericht erzählt unsere Autorin darüber, wie sie das an ihrem eigenen Leib erfährt: Sie muss sich vor Stress übergeben, hat Kopfschmerzen, kann nicht mehr ausschalten. Eine Situation, wie sie Unzählige täglich erleben müssen.

Meine Arbeit macht mich krank

“Meine Arbeit macht mich krank” – ich konnte gar nicht aufhören, das zu denken, als ich letztens in meinem Bett lag, neben mir ein Eimer, in den ich mich gerade übergeben hatte. Nicht weil ich einen Virus hatte, oder zu viel getrunken. Sondern weil ich vor Stress bei der Arbeit mein Abendessen nicht bei mir behalten konnte. An Schlafen war eh seit Tagen nicht mehr so richtig zu denken.

Arbeit im Kapitalismus macht krank – eigentlich wusste ich das immer. Der Arbeitsprozess unterwirft den Körper und schert sich nicht darum, wie es den Menschen geht, wenn am Ende Profit für die Kapitalist*innen heraus kommt. Arbeit führt zu Rückenschmerzen, Hüftproblemen und Abnutzung des Körpers. Die kapitalistische Arbeitsorganisation fügt unseren Körpern Gewalt zu. Und auch die Arbeit, die keine körperlichen Belastungen mit sich bringt, macht krank. Sie führt zu Burnout, Depressionen und psychosomatischen Beschwerden. Und so habe ich ständig Bauchschmerzen und Migräne, weil der Stress so hoch ist – es ist noch einmal etwas anderes, das am eigenen Körper zu spüren.

Woher kommt der Stress? Er ist da, weil ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin natürlich nur einen befristeten Vertrag habe. Weil ich für die Projekte, für die ich verantwortlich bin, einfach nicht krank werden darf, denn es gibt niemanden, der oder die mich vertreten könnte – Krankheit ist im Ablauf einfach nicht vorgesehen, weil es die öffentliche Hand zu viel kosten würde.

Ebenso wenig vorgesehen ist es, Fehler zu machen oder etwas nicht zu wissen. Dabei soll ich mich natürlich zu 100 Prozent mit dem Projekt identifizieren und mir diesen Stress machen wollen – weil ich es so verinnerlicht haben muss, alles perfekt zu machen. Was Perfektion ist und was die richtige Entscheidung, die ich eigenverantwortliche zu treffen habe, das bestimme natürlich nicht ich, sondern andere – aber ich muss gut genug ihre Gedanken lesen können, um diesen nicht ausgesprochenen Erwartungen zu entsprechen. Und natürlich auch mit Überstunden sicherstellen, dass das alles richtig läuft.

Und ich bin nicht alleine mit diesem Problem. Eine Studie der GEW hat letztens herausgefunden, dass die zentralen Gesundheitsprobleme für den akademischen Mittelbau die befristeten Arbeitsverhältnisse und die Anforderungen der Arbeit sind, die mit Mehrabeit kompensiert werden. Und wenn ich mir meine Kolleg*innen so anschaue, dann passt das ganz gut.

Teil des Problems ist natürlich, dass ich selber solche Ansprüche an mich stelle. Aber das kommt ja nicht von ungefähr, sondern ist das Ergebnis einer neoliberalen Ideologie der Leistung und Selbstverantwortung, der ich gnadenlos ausgesetzt war und die es schafft, dass die Zwänge des Kapitalismus sich in mir verinnerlicht haben. Es ist ein Lernprozess, sich von diesen Erwartungen und Zwängen zu distanzieren. Und der Druck, sich diese Anforderungen zu eigen zu machen, ist ja ständig da. Individuell kann ihm niemand so richtig entkommen.

Deshalb ist es umso wichtiger, sich darüber auszutauschen, sich zu organisieren, sich die Zwänge und den Druck gemeinsam bewusst zu machen, darüber zu reden und sich dagegen zu organisieren. Erfahrungen, wie sie die studentischen Kolleg*innen, die in Berlin für einen neuen Tarifvertrag streiken, gerade machen, sind dabei zentral. Gegen die Prekarisierung mit ihrem Effekt auf unsere Körper können wir gemeinsam etwas entgegensetzen. Dann ist der Körper nichts mehr, das täglich gezwungen werden muss, zu funktionieren, sondern wird zu einem Mittel in unserem Kampf.

4 thoughts on “Meine Arbeit macht mich krank

  1. Siegfried Marquardt sagt:

    Macht uns Kapitalismus krank? Natürlich nehmen psychische Erkrankungen zu!

    Selbstverständlich nehmen psychische Erkrankungen im Turbo-Kapitalismus zu! Diese Aussage basiert auf solide und fundierte Literaturrecherchen und eigene Forschungsergebnisse! Nahezu übereinstimmend findet man hierzu Forschungsergebnisse diverse Quellen und Institution (diverse Krankenkassen!!!, Statistikportal, Deutsches Ärzteblatt, Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenkrankheiten (DGPPN), das Robert Koch Institut,……) im Internet. Beispielsweise konnte eine Quelle ausfindig gemacht werden, wo von 1972 bis 2012 die psychischen Erkrankungen mit einer Kurve/Funktion eine Darstellung erfuhr, dergestalt, dass von 0,6 Prozent im Jahre 1972 bis 17 Prozent im Jahre 2012 die psychischen Erkrankungen innerhalb von 40 Jahren zunahmen. Eine weitere Funktion einer anderen Quelle reflektiert das Geschehen psychischer Störungen von 2003 bis 2015, dergestalt, dass von 2003 bis 2009 ein gravierender Anstieg der Krankheitstage von 3 Tage auf ca. 11 zu verzeichnen war und dann bis 2015 wieder auf ca. 5 Krankheitstage (von 100 Arbeitsnehmern) abfiel. Das Statistik-Portal (Statista) gibt einen Anstieg psychischer Erkrankungen von 1997 bis 2017 auf ca. 270 Prozent an (auf das 1,7-fache angestiegen). Die Angaben zu den Prozentsätzen psychischer Störungen schwanken stark und werden mit 17 bis zu über 40 Prozent in der Bundesrepublik beziffert. Arbeitslosigkeit und extreme Ausbeutung (Zeitdruck, prekäre Beschäftigungen, geringe Entlohnung,…..) sorgen besonders für einen Anstieg der psychischen Erkrankungen /Störungen. Ja, in verschiedenen Gesellschaftsformationen und Ländern kann man die verschiedensten psychischen Erkrankungen mit unterschiedlichen Häufigkeiten, ihre diverse Ausprägung beobachten – darüber sollte einmal Herr Prof. Dr. habil. Martin Dornes nachdenken! Und psychische Erkrankungen lassen sich sehr gut und exakt mit psychodiagnostischen Methoden und Verfahren indizieren bzw. diagnostizieren – mit klaren und eindeutigen Diagnose! Beispielsweise mit dem Fragebogen „ Arbeitsbedingtes Verhaltens- und Erlebnismuster“ (kurz: AVEM) oder mit dem Freiburger Persönlichkeitsinventar (kurz: FPI)! Hier wird beispielsweis die Persönlichkeit mit/in 12 Dimensionen abgebildet und es lassen sich direkt und exakt Diagnosen ableiten – zum Beispiel „psychosomatisch gestört/nervös“, depressiv/Depression oder psychisch labil,….). Was Die Linke allerdings mit dem psychischen Krankheitsgeschehen zu tun haben soll, erschließt sich dem Leser absolut nicht in diesem Kontext! Ansonsten kann sich jeder Mensch davon überzeugen, dass sich der Kapitalismus gerade heiß läuft – im doppelten Sinne der Bedeutung!

    Siegfried Marquardt, Königs Wusterhausen

  2. Siegfried Marquardt sagt:

    In der Märkischen Allgemeinen Zeitung wurde kürzlich erst reflektiert, dass 2/3 der Bevölkerung in Brandenburg an Hypertonie (Bluthochdruck) leidet. Dies ist der überzeugende Beleg dafür, dass die neoliberalen Verhältnisse/Zustände aufgrund der extremen miserablen Arbeitsbedingungen, wie Zeitdruck, geringe Löhne, mehrere Jobs pro Person vermehrt zu psychischen Erkrankungen führt! Kapitalismus macht also eindeutig krank, ja depressiv!
    Siegfried Marquardt, Königs Wusterhausen

  3. Siegfried Marquardt sagt:

    Extreme Arbeitsbedingungen machen krank!
    Die Verhältnisse für Pflegekräfte in der Kranken- und Altenpflege in Deutschland sind noch viel extremer, wie der Artikel in der MAZ vom 8./9.09.2018 als Zusammenfassung der Studie zur Überbelastung, Stress und geringer Bezahlung des DGB beleuchtet! Nicht nur, dass das Pflegepersonal sich ständig gehetzt fühlt (insgesamt ca. 75 Prozent- in der Altenpflege 69 Prozent und in der Krankenpflege sogar 80 Prozent) und ständig unter Druck steht, sondern der Krankenstand und die Fluktuationsrate sind in diesem Berufsfeld relativ hoch! Der Ausbeutungsgrad ist so hoch, dass manch eine Pflegekraft nach der Schicht es gerade einmal noch so nach Hause schafft, weil die physischen Belastungen und psychischen Beanspruchungen extrem hoch sind und sie daher „fix und fertig“ sind. Nicht wenige Pflegekräfte müssen aufgrund der extremen Belastungen und Beanspruchungen einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellen, weil beispielsweise der Bewegungsapparat (Gelenk- und Skelettapparat) stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Auch Depressionen und Burnout können sehr häufig diagnostiziert werden und die Betroffenen müssen ebenfalls frühverrentet werden. Dies ist kein Einzelfall und nicht nur für den Kranken- und Altenpflegebereich äußerst charakteristisch, sondern auch für andere Bereiche des Arbeitslebens sehr typisch. Beispielsweise gibt das Statistik-Portal Statista einen Anstieg psychischer Erkrankungen von 1997 bis 2017 auf ca. 270 Prozent pauschal an. Der jüngste Fehlzeitenreport 2018 der AOK reflektierte eindrucksvoll (siehe Märkische Allgemeine vom 05. 09. 2018, Seite 9), dass bei sinnvoller, sinnstiftender Arbeit bei 34 Prozent der Arbeitnehmer Rücken- und Gelenkschmerzen und bei 33 Prozent (unspezifische) Erschöpfungszustände diagnostiziert werden (beide Diagnosen jeweils als Ausdruck physischer und psychischer Beanspruchungen). Wird die Arbeit hingegen als unbefriedigend und belastend empfunden, dann erhöhen sich die Prozentwerte jeweils auf 54 und 56 Prozent! Die Differenz beträgt immerhin 20 bzw. 23 Prozent und ist sehr beachtlich. In der Märkischen Allgemeinen Zeitung wurde kürzlich auch erst darüber informiert, dass 2/3 (also fast 70 Prozent!!!) der Bevölkerung in Brandenburg an Hypertonie (Bluthochdruck) leidet. Dies ist der überzeugende Beleg dafür, dass die neoliberalen Verhältnisse/Zustände aufgrund der extremen miserablen Arbeitsbedingungen, wie Zeitdruck, geringe Löhne, mehrere Jobs pro Tag oder Woche vermehrt zu psychischen Erkrankungen führt! Und die Politik lässt kaum erkennen, diese unhaltbaren Zustände durch wirkungsvolle Interventionen Einhalt zu gebieten!
    Siegfried Marquardt, Königs Wusterhausen

  4. Siegfried Marquardt sagt:

    Rezension zum Taschenbuch: Macht der Kapitalismus depressiv?, Fischer Verlag GmbH, 160 Seiten, 2016, Autor Martin Dornes, seines Zeichens Soziologe und Professor Dr. habil. der Psychoanalyse

    Als ich das Essay von Martin Dornes „ Macht Kapitalismus uns depressiv?“ bei meiner netten Buchhändlerin bestellte und den Titel nannte, meinte diese lakonisch: “Dazu muss ich doch kein Buch lesen! (um dies zu wissen)“. Damit wäre eigentlich die kürzeste Rezension der Welt verfasst worden und man könnte die undankbare selbstgestellte Aufgabe einer Buchrezension beenden! Aber beginnen wir mit der Kontextanalyse des Werkes, wobei schwerpunktmäßig wirklich nur auf die Beantwortung der obigen Frage als Titel „Macht Kapitalismus uns depressiv“ Bezug genommen werden soll. Der erste Blick ins Büchlein offenbarte eine Enttäuschung: Nicht eine Grafik, Abbildung und Tabelle war zu detektieren! Subsummierende Diagnose: Ein unseriöses wissenschaftliches Werk! Vorwegnehmend sei in diesem Kontext konstatiert, dass Dornes durch die Benennung von reinen Zahlen nicht zur Übersichtlichkeit beiträgt – das Gegenteil ist eher der Fall! Mit Tabellen und Grafiken hätten Beweisführungen vs. Negierungen fundierter und eindeutiger geführt werden können.
    Und nun aber kommt noch der Hammer: auf Seite 6 offenbart der Autor seine ganze Unkenntnis zur elementaren Physik: Wenn der Wasserspiegel sinkt, dann würde der Eisberg immer mehr hervortreten! (die Höhe des Eisberges oberhalb der Wasserfläche ist immer konstant und beträgt ca. 0,1 (akkurat 0,11) der Gesamthöhe des Eisbergeses). Hier hätte man eigentlich zum zweiten Mal mit der Buchrezension aufhören können, weil sich der Autor absolut von der Allgemeinbildung her disqualifizierte! Aber nun zur eigentlichen Materie: Selbstverständlich nehmen psychische Erkrankungen im Turbo-Kapitalismus zu! Diese Aussage basiert auf solide und fundierte Literaturrecherchen und eigene Forschungsergebnisse! Nahezu übereinstimmend findet man hierzu Forschungsergebnisse diverse Quellen und Institution (diverse Krankenkassen!!!, Statistikportal, Deutsches Ärzteblatt, Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenkrankheiten (DGPPN), das Robert Koch Institut,……) im Internet. Beispielsweise konnte eine Quelle ausfindig gemacht werden, wo von 1972 bis 2012 die psychischen Erkrankungen mit einer Kurve/Funktion eine Darstellung erfuhr, dergestalt, dass von 0,6 Prozent im Jahre 1972 bis 17 Prozent im Jahre 2012 die psychischen Erkrankungen innerhalb von 40 Jahren zunahmen. Eine weitere Funktion einer anderen Quelle reflektiert das Geschehen psychischer Störungen von 2003 bis 2015, dergestalt, dass von 2003 bis 2009 ein gravierender Anstieg der Krankheitstage von 3 Tage auf ca. 11 zu verzeichnen war und dann bis 2015 wieder auf ca. 5 Krankheitstage (von 100 Arbeitsnehmern) abfiel. Das Statistik-Portal Statista gibt einen Anstieg psychischer Erkrankungen von 1997 bis 2017 auf ca. 270 Prozent an (auf das 1,7-fache angestiegen). Aber verbleiben wir einmal bei der jüngsten Erhebung mit aktuellem Datenmaterial zu psychischen Erkrankungen: Der Fehlzeitenreport 2018 der AOK reflektierte (siehe Märkische Allgemeine vom 05. 09. 2018, Seite 9), dass bei sinnvoller, sinnstiftender Arbeit bei 34 Prozent der Arbeitnehmer Rücken- und Gelenkschmerzen und bei 33 Prozent (unspezifische) Erschöpfungszustände diagnostiziert werden (beide Diagnosen jeweils als Ausdruck psychischer Beanspruchungen). Wird die Arbeit hingegen als unbefriedigend und belastend empfunden, dann erhöhen sich die Prozentwerte jeweils auf 54 und 56 Prozent! Und: In der Märkischen Allgemeinen Zeitung wurde kürzlich erst reflektiert, dass 2/3 der Bevölkerung in Brandenburg an Hypertonie (Bluthochdruck) leidet. Dies ist der überzeugende Beleg dafür, dass die neoliberalen Verhältnisse/Zustände aufgrund der extremen miserablen Arbeitsbedingungen, wie Zeitdruck, geringe Löhne, mehrere Jobs pro Person vermehrt zu psychischen Erkrankungen führt! Kapitalismus macht also eindeutig krank, ja depressiv! Diese Zahlen sind ein deutliches Indiz dafür, dass psychische Störungen und Erkrankungen unzweifelhaft zugenommen haben und dass Arbeit krankmachen kann! Bereits einfache logische Überlegungen lassen erkennen, dass Arbeitslosigkeit (Überforderung durch Unterforderung, demotivierend, deaktivierend, destruktiv, dequalifizierend, psychopathologisch,… ……) und miserable Arbeitsbedingungen und extreme Ausbeutung (lange Anfahrtswege zur und von der Arbeit, ständige Erreichbarkeit über Handy, prekäre Beschäftigungen, 40 Prozent der Werktätigen/ Beschäftigten/ Arbeitnehmer haben befristete Jobs und können keine Zukunft planen , viel zu geringe Entlohnung, unbezahlte Überstunden, mangelnder Arbeitsschutz, Monotonie und Stress, mehrere Jobs pro Tag und Woche,…..) für einen Anstieg der psychischen Erkrankungen / Störungen in Form von Depressionen, Ängste und Burnout (…) sorgen. Was aber absolut erstaunlich und unverständlich ist, ist die Tatsache, dass der Autor die soliden Daten diverser Quellen dazu benutz (z.B. vom Robert- Koch-Institut und vom DAK-Report,….), um seine Hauptthese(n) zu belegen, indem er offensichtlich die Fakten und Daten verdreht bzw. anders interpretiert! Beispielsweise wird eine Quelle gravierend in ihrer Aussagkraft modifiziert, indem der Autor behauptet, dass Frauen besonders von Depressionen betroffen seien. Seine inhaltlichen Beweise, dass durch moderne Multimedia- und Computertechnologien nicht die psychischen Belastungen in modernen Berufen/Arbeitsstätten zunehmen würden, sind einfach absurd! Wahrscheinlich hat Herr Professor Dr. Dornes noch nie in einem modernen Betrieb mit innovativer Computertechnologie gearbeitet!
    Und Schüler sind in Ganztagsschulen, ganz einfach zu berechnen, um den Faktor 0,4 mehr psychisch belastet (10 h-6 h: 10= 0,4). So einfach ist die psychische Mehrbelastung pauschal zu berechnen! Und an einer anderen Stelle (Seite 51 oben zum Burnout) negiert der Autor die Effektivität und Potenz von ergonomischen /arbeitswissenschaftlichen Gestaltungsmaß-nahmen im Arbeitsprozess zur Minimierung von Stress und Burnout und plädiert eher für Verhaltensänderungen/Training der Arbeitsnehmer/Operateure. Wahrscheinlich hat Professor Dornes noch nie etwas von arbeitsplatzgestaltenden Maßnahmen, wie der Forcierung von primären, sekundären und tertiären sicherheitstechnischen Lösungen, der optimalen Gestaltung der physikalischen und chemischen Umweltfaktoren (Beleuchtung, Lärm, elektromagnetischen Wellen und Felder, der Vibrationen,…..) und der optimalen anthropometrischen Auslegung der Arbeitsplätze bzw. der optimalen ingenieurpsycho-
    logischen Auslegung der Anzeige- und Bedienelemente, sowie ihre optimale An- und Zuordnung nach den Kompatibilitäts- und Gruppierungsgesetzen gehört!
    Und psychische Erkrankungen lassen sich sehr gut und exakt mit psychodiagnostischen Methoden und Verfahren indizieren bzw. diagnostizieren – mit klaren und eindeutigen Diagnosen! Beispielsweise mit dem Fragebogen „ Arbeitsbedingtes Verhaltens- und Erlebnismuster“ (kurz: AVEM) oder mit dem Freiburger Persönlichkeitsinventar (kurz: FPI)! Hier wird beispielsweise die Persönlichkeit mit/in 12 Dimensionen abgebildet und es lassen sich direkt und exakt Diagnosen ableiten – zum Beispiel „psychosomatisch gestört/nervös“, depressiv/Depression oder psychisch labil,….). Der Autor arbeitete bei diversen Bildungsträgern als Psychologe und Leiter des Psychologischen Dienstes und führte primär Berufseignungsdiagnostik mit Jugendlichen und Erwachsenen mit einer Testbatterie von 8 Tests und Fragebögen durch, wobei die Ergebnisse dann in einem Arbeits- und Klinisch-Psychologischen Gutachten einmündeten, um den Vermittlern/Coachs/Sozialpädagogen effektive Informationen zur beruflichen Integration der Klienten in die Hand zu geben. Dabei stellte sich heraus, dass viele Jugendliche und Erwachsene bei längerer Arbeitslosigkeit gravierende psychische Störungen, ja Krankheiten von Depressionen bis zu psychosomatischen Störungen und eine ausgeprägte psychische Labilität aufwiesen, die mit der Applikation des FPI indiziert werden konnten. Und bei der Applikation des Arbeitsbedingten Verhaltens- und Erlebnismuster musste in den drei Dimensionen „Erfolgserleben im Beruf“ „Lebenszufriedenheit“ und „Soziale Unterstützung“ konstatiert werden, dass die Ausprägung ganz minimal war. Für einen großen Teil der Betroffenen musste daher ein Antrag auf Schwerbehinderung oder sogar auf eine Rente aufgrund von Erwerbsminderung gestellt werden. Und das Psychodiagnostische Instrumentarium war sogar so intelligent, dass man das sozialpsychologische Klima in diversen Betrieben diagnostizieren konnte!

    Siegfried Marquardt, Königs Wusterhausen

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