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„Mein Plan für die Sicherung der Grenzen? Zwei Worte: Chuck Norris.“ – Der potentielle neue US-Botschafter in Israel

Wen wird Donald Trump zum neuen Botschafter der USA in Israel küren? Ein aussichtsreicher Kandidat für den Posten ist der Pfarrer und Ex-Gouverneur Mike Huckabee. In einem Fernsehspot aus dem Jahr 2007 wollte Huckabee die Grenzen mit Hilfe von Chuck Morris sichern – und das ist nicht das Absurdeste, was er jemals gesagt hat. Wir präsentieren die fünf besten Huckabee-Sprüche.

„Mein Plan für die Sicherung der Grenzen? Zwei Worte: Chuck Norris.“ – Der potentielle neue US-Botschafter in Israel

„Wenn man in Auschwitz etwas unheimlich Mächtiges verspürt, wegen des Todes von 11 Millionen Menschen weltweit und 1,5 Millionen vor Ort – sollten wir dann nicht etwas Besonderes wegen der 55 Millionen verspüren, die in unserem eigenen Land in der Gebärmutter ihrer Mütter ermordet wurden?“ [Mike Huckabee über Abtreibungen, nach einem Besuch in Auschwitz 2014]

Der designierte US-Präsident Donald J. Trump ist zur Zeit damit beschäftigt, bis zu seiner Amtseinführung am 20. Januar sein Kabinett und seine Truppe an Berater*innen und Jasager*innen zusammenzustellen. Mit der Wahl von Steve Bannon als Chefstrategen machte Trump einen weiteren erschreckenden Schritt nach rechts. Die Nominierung Bannons wird jene Menschen in Erklärungsnot bringen, die Antizionismus mit Antisemitismus gleichsetzen. Denn Bannon ist, vielen Berichten nach, sowohl ein begeisterter Zionist als auch überzeugter Antisemit. Und dadurch machen sich manche glühende Zionist*innen zu Apologet*innen für einen Antisemiten.

„Ich weiß es nicht, ich war nicht da. Aber ich glaube, egal ob Gott es in sechs Tagen getan hat, oder in „Sechs Tagen“, die einen längeren Zeitraum repräsentieren, hat er das getan. Und das ist das Wichtigste.“ [Mike Huckabee auf CNN über die Erschaffung der Welt, 2007]

Aber in Bezug auf Palästina kommt die absurdeste aller potentiellen Nominierungen, auch wenn sie noch nicht offiziell bestätigt ist: Der ehemalige Gouverneur von Arkansas und Präsidentschaftskandidat Mike Huckabee könnte der zukünftige US-Botschafter in Israel werden.

Wie viele Erscheinungen der Trump-Ära, z.B. der Aufstieg der neofaschistischen „Alt-Right“-Bewegung, zeigt diese potentielle Nominierung eine politische Tendenz (selbst wenn sie sich doch als Gerücht herausstellen sollte). Denn Huckabee ist ein fundamentalistischer, freikirchlicher Pastor und Kreationist. Er ist eine prominente Figur der zionistischen-freikirchlichen Bewegung in den USA.

Diese Bewegung sieht für Israel eine wichtige theologische Rolle vor, nämlich das Hervorbringen der Endzeiten. Jüdische Armeen sollen Horden von muslimischen Soldat*innen in einer finalen Schlacht in der Nähe des Megido-Bergs („Har-Megido“ – Armageddon) zerschlagen. Nach der Niederlage der Kräfte des Bösen hätten die Juden*Jüdinnen dann die Wahl: zum Christentum konvertieren oder im Feuer der Endzeit vernichtet werden. Für Huckabee wird Israel dann seine Rolle in der „biblischen Prophezeiung“ erfüllen. Die Anzahl der US-Amerikaner*innen, die an solchen Endzeittheorien glauben, beträgt nach manchen Einschätzungen um die 50 Millionen.

„Ich stehe hier heute auf dem Karmel-Berg und hoffe, falls ich gerufen werde, dass ich die Kraft haben werde, alleine zu stehen und Feuer aus dem Himmel herbeizurufen.“ [Mike Huckabees Videobeitrag an das American Pastor Network, 2015]

Ein wichtiges Merkmal der Armageddon-Theorien der Freikirchler*innen ist die Bedeutung Jerusalems. Für sie ist die Al-Aqsa-Moschee ein Hindernis, das aus dem Weg zum Himmel beseitigt werden muss. Der Tempelberg soll erst mal rein jüdisch werden, um die Endzeit hervorzubringen. Da finden sich viele gemeinsame Nenner mit der Bewegung für die Zerstörung Al-Aqsas innerhalb des Zionismus.

Tatsächlich haben sich die israelische Regierung und ultra-zionistische Organisationen an der Endzeitrhetorik dieser freikirchlichen Bewegung nie gestört und das materielle Potential ihrer Unterstützung früh erkannt. Seit den 80er-Jahren organisiert das israelische Tourismusministerium kostenlose Reisen für freikirchliche Pastoren, und Netanyahu hält gerne Reden an Konferenzen der Bewegung, auch wenn diese von dem antisemitischen fanatischen Pastor John Hagee veranstaltet werden.

„Die wahre Bewegung in Amerika sollte heißen „Male Lives Matter“.“ [Mike Huckabee über Polizeigewalt, 2016]

Das Ergebnis der US-Wahl hat einen Anstieg von Rassismus, Sexismus und Fremdenfeindlichkeit hervorgebracht – aber auch den antisemitischen Pro-Zionismus in den USA immens gestärkt und die Heuchelei der israelischen Regierung entlarvt. Während der Solidaritätsbewegung mit Palästina ständig haltlose Vorwürfe des Antisemitismus gemacht werden, kooperieren der Zionismus und der Antisemitismus im Dienst des Imperialismus wie fast nie zuvor.

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