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Lear: Drei Monate des Kampfes

Lear: Drei Monate des Kampfes

Beinahe schon drei Monate kämpfen die ArbeiterInnen und Delegierten von Lear gegen die mehr als 200 Entlassungen und gegen die Entmachtung des oppositionellen Betriebsrates zu der Gewerkschaftsführung von SMATA. In diesem Rahmen wollten wir am Mittwoch, den 27. Juni, zusammen mit Menschenrechtsorganisationen, studentischen Zentren und Arbeitern des Viertels die Panamericana (bedeutendste Autobahn in Argentinien) beim Kilometer 31 blockieren. Neuerdings erhalten wir Aufmerksamkeit von den nationalen Medien und wir brachten den Sicherheitssekretär zu einer neuen „filmreifen“ Darbietung.

„Sie brachten die Gendarmerie zum Einschlafen“

Mit diesen Worten beschrieb ein Bericht vom Kanal 26 die schnelle Aktion der sich solidarisierenden Organisationen, die die repressiven Kräfte durcheinander brachte. Kurz nach acht als sich schon mehrere Autos des allbekannten Staus sammelten, fuhren zwei Kleinbusse voll mit StudentInnen und SchülerInnen, etwa auf Höhe des Fabrikgeländes, auf die Fahrbahn mit Fahnen, Hochhalteschildern und begannen, die Straße zu blockieren.

Ein Mal auf der „Pana“ (Abkürzung für Panamericana) ließen die Arbeiter eine Fahrbahn frei, damit Autos vorbeifahren konnten, während sie den Medien gegenüber das unrechtmäßige Vorgehen des nordamerikanischen Unternehmens, das weiterhin verschiedene Rechtsurteile nicht beachtet, anzeigten.

Am selben Mittwoch kam es zu einer neuen Unrechtmäßigkeit seitens des Arbeitgeberverbandes: Vor der Blockade verhinderte er den Eintritt der Delegierten (die von SMATA mittels einer Täuschung abberufen wurden) mit der Entschuldigung, dass ihnen am Donnerstag neue Arbeiten festgesetzt würden. Schließlich erklärte der Arbeitgeberverband den Donnerstag als arbeitsfrei, Tag des Generalstreiks, und zum Zeitpunkt der Fertigstellung dieses Artikels informierte der Arbeitgeberverband die Delegierten auf ein Neues, dass sie wieder nicht hineingelassen werden, aufgrund von organisatorischen Problemen. Die GenossInnen klagen an, dass sie an ihrem Arbeitsplatz durch das Unternehmen und der Gewerkschaft mit Beleidigungen und Drohungen belästigt werden und fordern, dass der Arbeitgeberverband mit seinem Vorgehen und Ungleichbehandlungen aufhört und dass er den Zugang der vier Delegierten an ihre Arbeitsplätze erlaubt.

Rubén Matu des kämpferischen Betriebsrates prangert an, „dass die Geschäftsführer das Kommando über diese Angriffe führen, die durch den Einsatz von Tränengas, Stößen, Schlägen gegen uns und dem Hervorrufen von Verletzungen verschärft wurden und wieder wie gestern außerhalb unseres Arbeitsplatzes endeten“ Der Delegierte – in Opposition zum Gewerkschfatsvorsitzenden Pignanelli – fügte hinzu, „dass sie mit diesen Aggressionen beabsichtigen, dass wir uns von unseren Arbeitsplätzen zurückziehen.“ Deshalb schickten sie Telegramme, wo sie die Tatsachen anprangerten und das Unternehmen dafür verantwortlich zeichnen, sie der Rüpelbande der Linien, um die Delegierten zu belästigen, überlassen haben.

„Wir prangern auch an, dass die Unternehmensleitung uns in den letzten Tagen nicht hineinließ, um technische Probleme zu klären. Wir müssten schon längst wieder auf unserem Arbeitsplatz sein.“

Grüner Schwindel

Während draußen die Blockade aufrecht erhalten wurde, beschimpfte innerhalb der Fabrik eine Führungsgruppe der Gewerkschaft, die ArbeiterInnen – nur ein Gitter zwischen Gruppen – was die eindeutige Verschwörung der Unternehmensspitze mit der Gewerkschaft zeigt. Wenige Minuten später kam es zu einer plumpen Aktion in derselben Fabrik. Unter der Mithilfe des Fernsehsenders C5N, in Eigentümerschaft des kirchneristischen Unternehmers Cristóbal López und einziges Nachrichtenportal mit Zugang zur Fabrik, gab eine kleine Gruppe von ArbeiterInnen eine eigenartige „Pressekonferenz“, in der sie die Delegierten und Entlassenen beschimpften, und zeigten Kartelle der Gewerkschaftsliste, die unter anderem sagten: „Linke raus aus der Fabrik“. Dort bestätigten sich die Beschuldigen von den gewählten Delegierten vor einigen Monaten: die Gewerkschaft und das Unternehmen üben Gewalt aus und verfolgen gewerkschaftlich und politisch.

Der Anwalt der kämpfenden ArbeiterInnen, Edgardo Moyano (CeProDH), antwortete auf die harten Erklärungen von Donnerstag Morgen durch Ricardo Pignanelli, Generalsekretär von SMATA. „Jetzt rechtfertigt er die Entlassungen, die seine eigene Gewerkschaft und das Arbeitsministerium als unrechtmäßig erklärt haben“, sagt Moyano. Und fügte hinzu, das „Pignanelli gerade gesagt hat, dass die Entlassungen rechtlich gerechtfertigt sind, aber in der rechtlichen Untersuchungsakte steht fest, dass die Entlassungen durch das nationale Arbeitsministerium als illegal anerkannt wurden und selbst die SMATA wies sie in den Gesprächen mit dem Ministerium zurück und forderte die Wiedereinstellung der Entlassenen. Es sind mehrere Dutzende von ArbeiterInnenfamilien, die das Recht haben, zur Arbeit zurückzukehren.“

Sie und wir

Wenig später kam es an Mittwoch zu dem filmreifen Teil des Tages, erneut herbeigeführt durch den Sicherheitsminister, Sergio Berni, der die Blockade fast eine Stunde lang mit dem Helikopter überfliegen ließ und sich aus der Höhe vor der Live-Übertragung darstellte. Im besten Stile eines Rambos überwachte er und wurde überwacht in seinem wachsamen Flug, um später herunterzufliegen und von Weitem die Operationen von Hunderten Uniformierten vor den ArbeiterInnen, die wieder ihre Arbeit aufnehmen wollten, zu beobachten.

Wer Schulter an Schulter mit den Arbeitern von Lear ging, war einmal mehr Nicolás del Cano, Abgeordneter der PTS in der FIT. „Wir solidarisieren uns mit denen, die weiterhin die Wiedereinstellung der mehreren Dutzend ArbeiterInnen fordern, die weiterhin illegalerweise entlassen sind, und richten uns gegen die Aggressionen und Verfolgungen, denen die Delegierten innerhalb der eigenen Firma durch die Geschäftsführung, die die Rüffelbande der SMATA kommandiert, unterliegt.“

Mit der Unterstützung von mehreren Organisationen und Personen den ganzen Tag über zeigen sich die ArbeiterInnen von Lear bestätigt und überzeugt, dass „es eine feste Gruppe von Entlassenen gibt, die für ihre Wiedereinstellung kämpft und die die mit mehr als 70 % der Stimmen der ArbeiterInnen gewählten Delegierten anerkennt und ihre Wiedereingliederung auf friedliche Weise in die Firma fordert.“

Drei Monate beispielhaften Kampfes. Die Arbeiter von Lear werden triumphieren.

Original auf Spanisch

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