Kein Deutsch, kein Einlass: Segregationsregeln im Heidebad in Halle
Rassistische Kontrollen an Badehäusern und -seen sind nicht genug. Im Heidebad in Halle dürfen nun keine Menschen ohne Deutschkenntnisse rein. Geht's noch?
Es begann mit einer Prügelei im Prinzenbad: Bundesweit wurde eine Hetzkampagne gegen migrantische Jugendliche gestartet, die sich in Freibädern „nicht den Regeln entsprechend“ verhielten. Weil es zu Prügeleien zwischen Jugendlichen kam, wurde ein ganzes Fass um die Sicherheit von Schwimm- und Freibädern geöffnet und mehr Polizeipräsenz gefordert. Am Prinzenbad wurde das zu Beginn des letzten Sommers aus durchgesetzt: Am Eingang wurden mehrheitlich migrantische Jugendliche nach Waffen und „gefährlichen Gegenständen“ durchsucht, teilweise komplett unbegründet auch nicht hinein gelassen unter dem Vorwand, sie „könnten eine potentielle Gefahr darstellen“.
Nun dürfen Menschen, die nicht „verständlich“ Deutsch sprechen, das Heidebad, einen Badesee in Halle, nicht betreten. Das steht als offizielle Regelung nun am Eingang und in den Hausregeln des städtischen Schwimmbads. Selbst die Stadt Halle kritisiert dieses Vorgehen und erwartet eine Überarbeitung dieser rassistischen Regelung.
Doch wir müssen darüber sprechen, in welchem Kontext das eigentlich passiert. Wir leben in 2026, wo die AfD die höchsten Werte bei Sonntagsumfragen hat seit ihrer Gründung. Sie stehen davor, in Landesregierungen in Ostdeutschland zu sitzen. Dass ein Stadtbad in Halle sich bereits vorbereitend darauf an Segregationsregeln ausprobiert, ist nicht verwunderlich. Die Stadt Halle wird von einem CDU und AfD dominierten Stadtrat verwaltet, dessen Vorsitz selbst ein CDUler ist, der die Brandmauer gegen die AfD kritisiert und in Halle bereits in Teilen mit der AfD zusammenarbeitet. Selbst DIE LINKE, die die drittstärkste Kraft im Stadtrat ist, kuschelt lieber auf ihrem Social Media mit Angela Merkel, als sich klar oppositionell gegen die Verbrüderung der CDU und AfD zu etablieren.
Das Heidebad in Halle ist vielleicht noch „nur eine Ausnahme“ in diesem Ausmaß. Doch sie wird mit dieser politischen Elite keine Ausnahme bleiben. Die Zustände in Freibädern und Badeseen entwickeln sich zunehmend nach rechts. Gewalt in solchen Einrichtungen wirkt man nicht entgegen, indem man rassifizierte Menschen ausschließt, sondern indem man soziale Probleme löst und Menschen von gewaltvoller Sozialisierung befreit. Davon werden wir noch lange träumen, wenn politische Eliten wie CDU und AfD einen Stadtrat führen und die „Opposition“ keine richtige Opposition ist, sondern das Elend sogar eher mitverwaltet.