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Frühling in México

Frühling in México

Der Früh­ling der großen Bewe­gun­gen kommt nach Mexiko. Im Land der gescheit­erten Rev­o­lu­tion von 1910, der 70jährigen Partei­dik­tatur der PRI und der Unab­hängigkeit­skämpfe der Zapatist*innen ist im Vor­feld der kom­menden Wahlen die Massen­be­we­gung „#yosoy132“ ent­standen.

Die kon­ser­v­a­tive PAN, die vor zwölf Jahren das Regime der PRI über­nahm und ihren bru­tal­en und tödlichen Repres­sion­skurs fort­set­zte, schwankt im Angesicht des kom­menden Urnen­gangs.

Jede Bewe­gung benötigt neben ihrer sozialen Gründe, von denen es in Mexiko viele gibt, einen direk­ten Aus­lös­er. Diesen gab Enrique Pena Nieto von der PRI, der Gou­verneur des Bun­desstaates Mexiko. Als sich Bauern und Bäuerin­nen gegen die staatliche Enteig­nung ihres Lan­des wehrten, wur­den sie von der Polizei hin­gerichtet. Die Kri­tik viel­er Studieren­den beant­wortete Nieto mit ein­er Dif­famierungskam­pagne, dass sie gar keine Studieren­den son­dern gekaufte Provokateur*innen wären. Daraufhin veröf­fentlicht­en 131 ihre Studieren­de­nausweise auf Youtube und der Funke sprang über: Unter dem Titel „#yosoy132“ („Ich bin der 132ste“) gin­gen fün­fzig­tausend Men­schen auf die Straße gegen die Kon­trolle der Medi­en, die fehlende Demokratie und die Per­spek­tivlosigkeit der Jugend.

Heute hat die Bewe­gung lan­desweit Mil­lio­nen hin­ter sich. Entsprechend ver­suchen Parteien ihre Energie in par­la­men­tarische Bah­nen zu lenken. Das darf nicht geschehen! Die Forderun­gen der Bewe­gun­gen sind im Kern die Forderun­gen der Rev­o­lu­tion von 1910. Seit­dem kon­nten wir in allen Teilen der Welt (u.a. Chi­na 1927, Spanien 1939, Ägypten heute) sehen, dass keine bürg­er­liche Partei dazu in Lage ist, selb­st die ele­men­tarsten demokratis­chen Forderun­gen durchzuset­zen. Die Lohn­ab­hängi­gen, Bauern*Bäuerinnen und Jugendlichen in Mexiko benöti­gen eine eigene Partei und ein eigenes Pro­gramm ein­er Arbeiter*innen- und Bauern*Bäuerinnen-Regierung, um die längst über­fäl­li­gen demokratis­chen und die drän­gen­den sozialen Forderun­gen durchzuset­zen. Dafür kämpfen unsere Genoss*innen von der LTS der Trotzk­istis­chen Frak­tion für den Wieder­auf­bau der Vierten Inter­na­tionale.

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